Sekten hört man eine Gesamtaufnahme nach Kauf von Anfang bis Ende durch - hier war das bei mir der Fall- und obwohl ich das Stück bereits kannte, hat mir Minkowkis, Delunschs und Workmans Interpretation wirklich neue Seiten an Gluck gezeigt: Was oft als langweilig verschrien ist, sind hier arkadische Wohlklänge, und im Gegensatz dazu gibt es furiose Presto-Stellen mit den fabelhaften Musiciens du Louvre; man weiß gar nicht, wo man mit dem Schwärmen anfangen soll.
Ob man Mireille Delunschs etwas unpersönliches Timbre mag, ist Geschmackssache, aber was sie aus ihrer Partie macht, von zartester Kantilene bis zu rasender Wut, das ist meisterhaft, das muss man ihr lassen. Ebenso wunderbar und bis ins äußerste pianissimo beherrscht: Charles Workman als Renaud, dabei sehr poetisch und persönlich.
Sicherlich die Referenzaufnahme von "Armide" und eine der besten Gluck-Aufnahmen überhaupt.