Zu der Zeit, als gerade Grunge, Alternative Rock und Nu Metal angesagt war und Bands wie Korn und Smashing Pumpkins die ganz großen Verkaufserfolge waren, erschien dies Album mit einer Bobo, die sich wie eine Mischung aus Sophie Zelmani und Enya anhört und dann auch noch Songs wie "Black Hole Sun" von Soundgarden mit zarter Mädchenstimme und Orchesterbegleitung covert.
Ging damals gar nicht. Selbst Tori Amos verkaufte sich übrigens zu dieser Zeit nicht so gut. Und Kate Bush hat lieber erstmal gar keine Alben mehr gemacht, lohnte sich ja auch nicht. Die Frau ist schlau.
Dann kamen aber Katie Melua und Norah Jones und plötzlich war es wieder möglich, mit einer schönen Frauenstimme und ruhigen Songs mit klassischer Begleitung (ob Klavier, Jazzband oder ganzes Orchester) viele Alben zu verkaufen.
Bobo war vielleich einfach zu früh. Heute würde dies Album sicher mehr Beachtung finden und man kennt das ja - der Lawineneffekt: wenn etwas in der Kritik wahrgenommen wird, wird es gekauft und wenn es gekauft wird, kaufen es auch noch mehr Leute, weil es in den Charts ist.
Jedenfalls lohnt sich hier eine Reinhören und wenn man die genannten Interpretinnen mag, sicher auch ein Kauf. Bobo interpretiert die Songs alle sehr sanft und melancholisch, das musikalische Abgleiten in eine Art esoterische Klangwelt erinnert dabei wie gesagt an Enya, vor allem Enyas frühe Alben. Ein Unterschied ist, dass Bobo nicht mit Elektronik, sondern mit einem ganzen Orchester arbeitet (und ich hoffe sehr, dass sie damals zumindest das Geld dafür wieder reinbekommen hat).
Ein wunderschönes Album für entspanntes Hören mit geschlossenen Augen oder zum Abchillen.