Ich habe mir dieses Buch gekauft, in der Hoffnung, es enthält etwas über das Europäische Mittelalter - und hilft bei der Rekonstruktion von Waffen und Rüstungen eben dieser Epoche. Leider sind die Abbilungen sehr klein (dafür zahlreich) und die Beschreibungen kurz (dito). Die Aufmachung ist die eines Kataloges oder Lexikons, nach Namen sortiert - nicht nach Epochen, Typ oder gar Ländern. Als Nachschlagewerk dient es nur seinem Zweck, wenn man die englische Bezeichnung dessen kennt, wonach man sucht.
Der Schwerpunkt liegt hier definitiv bei japanischen Rüstungen und Waffen, aber auch andere Länder wie die Türkei, Singapur, Indien und Persien, sogar einmal ganz kurz die amerikanischen Ureinwohner werden behandelt.
Meine erste Prüfung bestand dieses Buch nicht. Ich beschloss, nach etwas zu suchen, mit dem ich nicht allzu gut vertraut bin - einer römischen Lorica Segmentata. Sie wird nicht aufgeführt, was der Aussage: "All Countries and all Times" meiner Meinung nicht ganz gerecht wird.
Man erfährt eine Menge, z. B. über die "Tsuba", die japanische Parier"stange", dazu gibt es auch ca 80 Abbildungen und einen fundierten ( so weit ich dies beurteilen kann) und ausführlichen Textabschnitt.
Schlägt man jedoch unter "Sword" nach, findet man geade einmal 6 Teilabbildungen von europäischen Schwertern und etwa 20 sehr kleine "diverse". In der Beschreibung lässt der Autor sich eine ganze doppelspaltige Seite über spezielle Namen von Schwertern aus, die Hälfte davon wieder japanisch. Hier empfand ich es einfach als ärgerlich.
Mein Fazit: für japanische Rüstungen und Waffen ein scheinbar gutes Nachschlagewerk, für alle anderen Länder ein grober Überblick. "All Countries and all Times" scheint mir sehr übertrieben. Für das europäische Mittelalter ebenfalls nur ein grober Überblick, da gibt es bessere Nachschlagewerke.
Zu meiner Bewertung: Ich habe etwas anderes erwartet, das konnte der Autor natürlich nicht ahnen. Die Weltanschauung, hier "Arms and Armour" ist sehr amerikanisch, Japan steht vor allem anderen (man wurde schliesslich einmal von ihnen besiegt), Europa und die eigene Geschichte werden eher Stiefmütterlich behandelt - das möchte der Amerikaner nicht wissen. Der Titel suggeriert jedoch mehr, als das Buch hält, daher von mir leider nur 3 Punkte