Kurzbeschreibung
Recorded March 25 / 26, 2008 at Studio4, Berlin Schräge Chansons für hoffnungslos verliebte Piraten, Popsongs aus der Südseekneipe für Tangotänzer und abgewrackte Prinzessinnen, postmoderne Polkas für verschrobene Atomphysiker, mondsüchtige Walzer für Nachtschwärmer und Großstadtcowboys - Zaubern will gelernt sein. Das weiß man nicht erst seit Harry Potter. Wer die Geister ruft, muss sie gut im Zaume halten, damit die magischen Effekte auch effektiv bleiben, damit kein beliebiger Hokuspokus entsteht. Almut Schlichting hat sie fest im Griff, ihre Zauberkräfte, und sie schafft damit eine wundersame Märchenwelt voll von betörenden Elfen und verwunschenen Winkeln. Was in ungeübteren Händen dabei leicht zu Kitsch verkommen könnte, behält bei ihr die richtige Balance. Immer dann, wenn das Schöne droht, zu schön zu werden, das Traurige zu traurig, raut eine unerwartete Note die Harmonie auf. Almut Schlichtings Sextett "Shoot the Moon" repräsentiert das neue musikalische Selbstbewusstsein des wiedervereinigten Berlin. Experimentierend greift es freimütig in die Trickkiste aller Kunstarten, Genres und Stile. Das erinnert gleichzeitig an die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten samt deren interkultureller Mischkultur. Die Band lässt Tom-Waits-Polkas mit dem kontrollierten Irrsinn eines Ornette Coleman kollidieren; trunkene Walzer flirten mit beckenschiefem Blues, und Marvin Gaye ertrinkt in den Bugwellen eines postmodernen Piraten-Shantys. Zaubern will gelernt sein.