Da sich noch niemand zu diesem Programm geäußert hat und ich es bereits etwa 6 Wochen nutze, will ich mal den Anfang machen, das Programm hat es auch verdient.
Schon aus Gründen der immer knapper werdenden Zeit bin ich nur dann hinreichend motiviert, ein Produkt zu rezensieren, wenn es mir besonders gut oder ausgesprochen schlecht erscheint. Auch wenn schon ausreichende Erfahrungen formuliert sind, so ist es m.E. wenig hilfreich, wiederholend Lob oder Tadel zu spenden und so Zeit zu verschwenden.
Anders also im konkreten Fall. Beim DXO spielt die Zeit ebenfalls eine große Rolle und es ist zudem in der Gruppe von Erzeugnissen angesiedelt, welche mir ausgesprochen gut gefallen. Mit jedem Einsatz und entsprechendem Dazulernen meinerseits ein wenig besser.
Aber der Reihe nach:
Sollten Sie, wie ich, mittlerweile beim Fotografieren ausschließlich im raw-Modus angekommen sein, viele Bilder in einem Work-Flow (Entschuldigung aber das Wort hat sich in allen einschlägigen Quellen gegen - vielleicht 'Arbeitsgang'- durchgesetzt) bearbeiten wollen, dies auf eine recht einfache und überschaubare Art und Weise v.a. und auf exzellente Ergebnisse Wert legen, empfiehlt es sich weiterzulesen, vielleicht ist dies ja das richtige Programm für Sie. Zugegeben, ich wollte mich zunächst etwas abseits von dem überall zitierten und angepriesenen Lightroom + Photoshop orientieren. Auch wenn DPP mittlerweile den Canon Besitzern einen sehr guten Einstieg in das Bearbeiten von RAW bietet; wenn es viele Bilder abzuarbeiten gilt, wird Grenze des zeitlichen Aufwands einfach zu oft überschritten.
Nun hat Globell einen wirksamem Trick angewandt, nämlich die 5.3er Version kostenfrei über einige Fotojournale verbreitet (dies zufällig zu einem mir sehr genehmen und hilfreichen Zeitpunkt). Zu dieser Version ist zu sagen- wirklich nicht schlecht und für den Preis sogar unschlagbar ;-) aber Sie lässt eben einige Wünsche offen. Genau diese kleinen Unausgereiftheiten werden fast alle von der aktuellen Version beseitigt und deutliche Verbesserungen sind angenehm nutzbar. So hat der die Strategie von Globell funktioniert und ich habe die 7er Version gekauft ;)
Sehr nützlich und positiv: Vorab besteht die Möglichkeit nach dem Herunterladen des Programms kann dieses 4 Wochen lang ausgiebig und uneingeschränkt getestet und genutzt werden und so besteht auch die Möglichkeit, es mit anderen zu vergleichen.
As weitere Kandidaten waren bei mir das erwähnte Lightroom sowie DPP, Bibble, PSP X4 ultimate (sogar Gimp + UFRaw) im 'Test' Eine Vielzahl von Urlaubs-raw sollten auf eine möglichst schnelle, einfache und vor allem qualitativ höherwertige Art und Weise (gegenüber den JPG aus der Kamera, die ja bei eine 5D MKII nicht wirklich schlecht sind) entwickelt werden.
Hier sollte eine Entscheidung wohl durchdacht sein, denn wenn man sich an gewisse Vorgehensweisen und Gestaltungen gewöhnt hat, wechselt man wohl nur noch unter Zwängen.
Vorab: DXO hat mich restlos überzeugt, obwohl ich letztendlich nun doch mehr Euronen opfern musste, als ich es geplant hatte.
Ich bereue allerdings keinen einzigen davon. Das Programm arbeitet übersichtlich, nachvollziehbar und stabil; die Ergebnisse sind fast optimal und bedürfen in aller Regel keiner weiteren Nachbearbeitung (obwohl dies vom Programm selbst ermöglicht wird d.h. Export als tiff oder dng und weiter mit dem allseits verbreiteten PS). DXO ist daher kein reines Bildbearbeitungsprogramm im Sinn des Wortes, eher eine Kombination aus wichtigen Werkzeugen und sehr komfortablen Automatismen. Genaueres zu den wirklich umfangreichen Möglichkeiten des Programms ist beim Hersteller viel detaillierter nachzulesen und ich will nicht durch Wiederholung langweilen.
Meine persönlichen Pro und Kons, die Reihenfolge ist willkürlich und nicht bedacht:
- (wird aktualisiert)-
Pro:
Die Arbeitsoberfläche wirkt niemals überfrachtet, ich fühle mich tatsächlich als Herr des Geschehens und werde nicht von völlig verschachtelt - überladenen Funktionsleisten erschlagen (ich betreibe das Fotografieren als Hobby, der Spaßfaktor darf also in allen Phasen nicht völlig außen vor bleiben).
Eine sofortige Vorher/Nachher-Kontrolle ist in allen Bearbeitungsmodi, per 2tem Fenster oder per Mausklick auf das Bild frei wählbar.
Ausgezeichnetes Anti- Staub-Werkzeug, dto. das Zuschneidmodul. Der Horizont ist schnell zu justieren, per Linie oder per Ziffer.
Die Geschwindigkeit der Bildentwicklung ist enorm gesteigert worden, max. 5 Bilder auf einmal, alle Kerne eines 7er Intel-Prozessors werden gefordert, 350 Bilder in voller Auflösung in etwa 90 Minuten. Läuft stabil und ohne jegliches Mucken.
Der jedoch für mich entscheidende und nicht hoch genug zu bewertende Vorteil dieses Programms: DXO hat eine riesige Anzahl von Objektiven mit den gängigsten Kameras gekoppelt und vermessen. Die erkannten Fehler (übliche Verdächtige wie Verzeichnung, Unschärfen oder auch chromatische Aberrationen) werden vollautomatisch ggf. in Stapelverarbeitung berichtigt. Das gelingt unglaublich gut, die Ergebnisse überraschen mich immer wieder. Natürlich kann dies manuell unterbunden werden, wenn bestimmte Effekte erwünscht sind.
Dies kann derzeit meines Wissens nur DXO und es bringt neben den hervorragenden Ergebnissen eine unglaubliche Zeitersparnis in der Bearbeitung von großen Bildermengen (ich sehe meinem nächsten Foto-Urlaub tatsächlich ein wenig gelassener entgegen, da sehr viel Nacharbeit einfach automatisch erledigt wird).
Neu erkannte Kamera-Objektiv-Kombinationen werden vorgeschlagen und nach dem sofortigen Heruntergeladen installiert.
Der direkte Vergleich mit jpg in höchstmöglicher Qualität aus der Kamera erbringt eine z.T. verblüffende Verbesserung durch DXO.
Hier ist natürlich in Hinsicht auf voreingestellte Bildstile und Schärfungen Vorsicht geboten aber diese Aussage ist dennoch immer wieder beleg- und erkennbar. Ich konnte sowohl über- als auch unterbelichtete Bilder regelrecht retten, welche als ursprüngliche jpg so nicht vorzeigbar gewesen wären. Nebenbei sei erwähnt, dass auch reine jpg durchaus verbessert werden können, zumindest was die üblichen Verdächtigen betrifft. Beim Rauschen, Weißabgleich etc. sind die formatbedingten Grenzen nicht wegzuzaubern. Auch bei einem direkten Vergleich von Schärfe etc. mit DPP & co. ist sicher Vorsicht geboten, jedes Programm arbeitet hier ein wenig anders und eine 100% ehrliche und gleichwertige Versuchsreihe ist wohl schwer machbar. Dennoch liefert DXO m.E. wohl das derzeit Machbare an Qualität ab. Die originalen raw werden natürlich nicht verändert.
Zu den weiteren Möglichkeiten mein erneuter Verweis auf die Globell-Seiten.
Ach ja, bei der Version 5.3 war es mir selten auf Anhieb möglich (warum auch immer), ein eigenes Preset ordentlich abzuspeichern und dann auch immer wieder anzuwenden - dies ist nun einwandfrei und problemlos möglich, toll. Es ist eine enorme Hilfe, mehrere Aufnahmen, welche unter sehr ähnlichen Bedingungen entstanden sind, in einem Rutsch entwickeln zu können, wenn die eigenen Einstellungen ausgefeilt wurden. (eine Vielzahl von Presets werden natürlich von DXO angeboten)
Empfehlenswert sind die online-Schulungen zum Programm, hier hab ich wirklich wichtige Hinweise bekommen. Außerdem vorab gern bei Herrn Rockwell stöbern, er lobte (als bekennender jpg-Fotograf) bereits die Vorgängerversion (wenn schon raw, dann mit DXO). Wirklich interessant (auf Englisch) zu lesen und deckt sich voll mit meinen Erfahrungen.
Weniger Pro:
Das Programm benötigt einen wirklich schnellen PC und Win7 um auch wirklich Freude zu machen. Bei XP startete das Programm nicht.
Nicht weniger (oft mehr) als 40 s vergehen vom Anklicken des Icons bis zur Einsatzbereitschaft.
Das Begleitheftchen als Starthilfe ist recht dürftig, eine wirkliche Bedienungsanleitung fehlt völlig und ist auch bei Globell im Netz derzeit nur für die 6er Version herunterzuladen. Für ein solches Programm wäre eine beiliegende Dokumentation sehr hilfreich, so nützlich die Filme im Internet auch sind. (Ist bei DPP zwar ähnlich, aber das liegt nun mal kostenfrei dabei)
Das voreingestellte Preset zur Bildentwicklung erscheint mir einen Tick zu dunkel (ist aber schnell zu bereinigen und unter neuem Namen abzuspeichern).
Einige Korrekturen werden erst ab der 75% Ansicht dargestellt. Der diesbezügliche Hinweis wird unterhalb dieser 75% ständig eingeblendet und nervt im Bild (wenn ich irgendwann die Möglichkeit finden sollte, erwähnten Hinweis auszublenden, oder ein künftiges Update Abhilfe schafft, werde ich diesen Satz natürlich löschen)
Die von DXO entwickelten jpg sind bei höchstmöglicher Qualitätseinstellung deutlich größer als die mit der Kamera (auch höchstmögliche Qualität) erstellten.
Nicht wirklich preiswert, zumal wenn die 'Elite'-Version benötigt wird (und da sind alle 1stelligen Canon gemeint), die kostet gleich mal das Doppelte.
Ich wiederhole mich gern, das Programm ist seinen Preis über Bedienkomfort, Zeitersparnis und vor allem Qualität der Endergebnisse wert. Für mich zählt die Freude, Bildergebnisse noch weiter bestmöglich verbessern zu können, ohne Tage vor dem PC zubringen zu müssen.
Und nur das hat dauerhaft Bestand!
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