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Globalisierung von unten. Der Kampf gegen die Herrschaft der Konzerne
 
 
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Globalisierung von unten. Der Kampf gegen die Herrschaft der Konzerne [Taschenbuch]

Maria Mies
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Europäische Verlagsanstalt (eva); Auflage: 2 (30. Mai 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3434505458
  • ISBN-13: 978-3434505457
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,9 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 742.669 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Maria Mies
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Produktbeschreibungen

Change X

"Dein Körper kribbelt geradezu vor Hoffnung, wenn du unter so vielen bist, die beschlossen haben, eine bessere Welt zu schaffen." So eine Teilnehmerin der großen Protestkundgebung von Seattle 1999 gegen die Ministerkonferenz der World Trade Organization (WTO), überwältigt von der Masse der Demonstranten. Buchautorin Maria Mies löst diesen Satz aus dem euphorisierenden Kontext der Massendemonstration und zitiert ihn als Leitmotiv in ihrem Buch Globalisierung von unten. Ob sie dieses Kribbeln auch beim Schreiben überkommen hat, teilt die Autorin dem diesbezüglich interessierten Leser allerdings nicht mit. Das Ergebnis indes nährt diese Vermutung. Denn "Globalisierung von unten" lebt aus jener vereinnahmenden Weltverbesserungshaltung, die einst die Demonstrationen der Friedensbewegung prägte und die heute noch als kollektive Grundstimmung der Kirchentagsveranstaltungen auszumachen ist. "Globalisierung von unten" ist Globalisierungskritik für die dort anzutreffende Klientel.

Dieses Buch ist total PC - politically correct bis hin zum großen "I" in "KritikerInnen" und "LeserInnen". An Letztere wendet sich Mies auch eingangs gleich mit der Bitte, "eine Weile innezuhalten und darüber nachzudenken, was eine Wasserscheide ist": Eine Wasserscheide war nach den Worten der indischen Wissenschaftlerin und Aktivistin Vandana Shiva die Demonstration von Seattle, die bis dahin größte Manifestation globalisierungskritischer Proteste. Zum Glück befleißigt sich die Autorin nur einige Seiten lang dieses gleichnishaften Wort-zum-Sonntag-Stils, um sodann zu einer parteiischen aber sachlich fundierten Darstellungsform zu finden. Drei Anliegen verfolgt Maria Mies mit 250-Seiten-Buch. Einmal will sie die "globale Bewegung von unten" darstellen und analysieren. Zweitens darüber aufklären, wie die globale Wirtschaft funktioniert. Beides gelingt ganz passabel. Vor allem macht Mies deutlich, dass die globalisierungskritische Bewegung eben nicht so überraschend kam, wie es den von den Protesten überraschten Politikern erschienen sein mag. Vielmehr speist sich diese neue soziale Bewegung aus vielfältigen Vorläuferbewegungen, die sich nicht zuletzt aufgrund von regen Formierungsbemühungen schließlich zu einem großen, wenngleich heterogenen Proteststrom vereinigten. Dies veranschaulicht das Bild eines sich aus mäandernden Bächen und Flüssen speisenden Stromes, den Maria Mies aus dem Bild der Wasserscheide ableitet, tatsächlich ganz gut. Anders als ihre Autorenkolleginnen Naomi Klein und Noreena Hertz schreibt Mies nicht so sehr aus dem Blickwinkel der westlichen Gesellschaften, sondern wendet sich besonders den Einflüssen von Protestinitiativen aus der Dritten Welt zu. Das ist eine interessante Ergänzung zu der westlichen Nabelschau.

Das dritte Anliegen der Autorin schließlich ist Ermutigung. Gerade in Deutschland, wo die Proteste erst spät Fuß fassen konnten, will sie ihre Leser dazu ermuntern, die "weltweite neue soziale Bewegung gegen den Raubkapitalismus und die unbegrenzte transnationale Tyrannei der Konzerne" zu unterstützen. Das ist vermutlich vergebliche Liebesmüh, denn dieses Buch funktioniert anderes herum: Es wird von jenen gelesen, die schon längst dabei sind. Und dies vermutlich nicht zum ersten Mal, sondern - wie die Autorin - reichlich Bewegungserfahrung in die neuen Aktivitäten einbringen. So kommt es nicht von Ungefähr, dass das Buch den gewohnten Sprachstil pflegt und die gewohnten Selbstbestätigungsrituale bedient.

Da überrascht es auch nicht mehr, wenn Mies Ideen und Konzepte von Vorgestern als Alternative zur "Globalisierung von oben" anbieten will. "Weg von der Globalisierung hin zur Lokalisierung", schreibt sich Mies auf die Fahnen und bietet allen Ernstes die 20 Jahre lang gepflegte Idee einer Subsistenzwirtschaft als Alternative zum globalisierten Kapitalismus an. Und dieser "Kampf um die Subsistenzfähigkeit" müsse zunächst in der Landwirtschaft beginnen - in einem Wirtschaftssektor also, in dem heute hierzulande (mit bekanntermaßen abnehmender Tendenz) gerade mal 2,9 Prozent der Bevölkerung 1,1 Prozent der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung erbringen. Die Bildung lokaler Erzeugergemeinschaften mag für Bauern in wenig entwickelten Ländern oder für Gemeinschaften von Aussteigern in den westlichen eine Perspektive sein, als Alternative zu einer globalisierten Wirtschaft taugt sie jedenfalls nicht. Wir jedenfalls können uns nicht recht vorstellen, nun auf die Produktion von, sagen wir, Gurken umzusatteln. Dann hielten wir es (ausnahmsweise) mit Franz Josef Strauß und züchteten Ananas in Alaska.

Oder haben wir etwas falsch verstanden? Vielleicht reagieren wir auch etwas gereizt auf die Empfehlung, wir Männer müssten zunächst unseren "patriarchalen Potenzwahn" ablegen, wie die Autorin empfiehlt. Aber so sehr wir uns auch bemühen, wir werden den Eindruck nicht los, Frau Mies habe den Zug verpasst. Aber vielleicht holt sie ihn 2002 wieder ein.

(c) changeX - Online-Magazin für Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Maria Mies ist eine der profiliertesten Vertreterinnen im Kampf gegen die neoliberale Globalisierung (Spiegel Reporter)

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Format:Audio CD
Mittlerweile ist es bei breiteren deutschen Volksschichten angekommen, woran wir vor Jahren nicht gedacht hatten, was uns aber in letzter Zeit "dämmerte": die Privatisierung von öffentlichen Einrichtungen - vor allem von Energieunternehmen, Paketdienst, Telekommunikation etc. - und die fortschreitende Globalisierung haben nicht dazu geführt, dass wir alle glücklicher geworden sind. - Nein, im Gegenteil. - Diese Privatisierungs- und Liberalisierungswelle, die wir für einen sinnvollen Schritt zu mehr Staatsmitteln, Service, Flexibilität und Effektivität erachteten, beschert uns heute: stetig steigende Preise, Abschaffung von Arbeitsplatzsicherheit, Aufweichung der - über Jahrzehnte errungenen - Arbeitnehmersicherungssysteme, und im Schnitt sinkende Realeinkommen. - Dabei beschleicht uns erneut das Gefühl, dass Politik, aller voran die Wirtschaftspolitik, nicht im Bundestag, sondern zunehmend in den Chefetagen von Wirtschaftskonzernen gemacht wird, was wir ja eigentlich schon wußten. - Lange hat es gedauert - und es dauert ja noch an: aufgrund unseres (relativen) Wohlstandes in der BRD, eingebettet in die reiche EU, "trotten" wir der Politik hinterher, in der Hoffnung, das "die" es schon "richtig machen werden".......
Aber auch hier begegnet uns eine erneute Ahnung: wenn das so weitergeht, wo soll das nur enden?

Die Antwort darauf gibt uns Maria Mies in ihrem ausgezeichneten Buch "Globalisierung von unten". Und - das ist das bemerkenswerte - zwar schon 2001: 7 Jahre vorher wußte sie schon, was wir zu hören befürchten: DAS endet in der globalen Herrschaft des Geldes, kurz der Konzerne, eingeleitet durch ihre Pioniere: der Weltbank, der Welthandelsorganisation, dem Internationalen Währungsfonds und andere "Geldclubs", wozu übrigens auch die EU gehört.

Das Buch - das sich sehr gut hören läßt - hilft uns, die Zusammenhänge zu verstehen, die wir bisher nicht oder kaum gekannt haben, da wir solches - üblicherweise - nicht in den deutschen Medien vernehmen.

Zusammenhänge zwischen den Quads (USA, EU, Japan, Kanada) mit o.g. Institutionen (WB, WTO, IWF), deren "Entwicklungshilfe", der Globalisierung, Liberalisierung, Privatisierung, den Abkommen und Verträgen - wie NAFTA, GATT, AOA, TRIPS uvm. -, der Patentierung(sversuchen) von (uralten) Pflanzen (Bio-Piraterie), dem Neokolonialismus, der Verarmung weiter Teile der Weltbevölkerung - zunehmend auch in Europa und Deutschland -, der Umverteilung (von "unten" nach "oben"), den Swet-Shops, ethnischen Konflikten usw..

Von vorgenanntem und dem Zusammenhang mit dem Widerstand gegen diese "Globalisierung von oben" handelt dieses Buch. - Beginnend - und immer wieder zurückkehrend zum Protest im November 1999 in Seattle, als die Quad-dominierte WTO die "Entwicklungsländer" offen betrügen und vertraglich festgehalten ausbeuten wollte, und sie sich einem - ihr weitgehend unbekannten - internationalen Massenprotest ausgesetzt sah, der ihr zwar nicht die "Sinnfrage" entrang, jedoch die Erkenntnis vermittelte, dass ihre Methoden ein "Echo" gefunden haben, dessen sie sich nicht entziehen konnte und bis heute nicht mehr kann.

Das Buch enthält eine Fülle von Informationen. Informationen, die schockieren können und hoffentlich "aufrütteln":

- "Globalisierung, Liberalisierung, Privatisierung" (GLP) ist keine unausweichliche Entwicklung, sondern schlicht eine "Geldphilosophie", die mittels erheblichen Aufwandes etabliert wurde. - Sozusagen die neue diktierte "Weltreligion".

- Die GLP dient nur einem Zweck: Entzug des Kapitals von Einzelnen (Menschen, Nationen) und Ballung in wenigen internationalen Konzernen

- damit verbunden: Abhängigmachung aller Menschen, Verdammung zu auswegloser Armut,
Auflösung von - demokratischen - Regierungs- und Verwaltungsformen

- Zerstörung der Natur und jeglichen natürlichen Lebensraumes

- Reduzierung aller Lebewesen und aller Dinge zu Handelswaren.

Das Buch bietet auch Lösungen aus dem Dilemma, und zeigt einige Beispiele dafür, dass GLP schlicht eine austauschbare Philosophie ist, und keinesfalls alternativslos (TINA).

Einziger Kritikpunkt am Buch: ein gewisser Hang zu Feminismus, womit die spezielle Situation der Frauen in diesem Kontext beleuchtet werden soll. - Da die Dramatik des Themas jedoch alle betrifft, ist im "Finale" die Frage nach "Mann oder Frau" irrelevant.

Zum Schluß ein Zitat aus dem Vorwort, der zitierte ist Percy Barnevik - (damaliger) Präsident von ABB: "Ich defniere Globalisierung als die Freiheit unserer Firmengruppe, zu investieren, wo und wann sie will, zu produzieren, was sie will, zu kaufen und zu verkaufen, wo sie will, und alle Einschränkungen durch Arbeitsgesetze oder andere gesellschaftliche Regulierungen so gering wie möglich zu halten."

Noch Fragen?

Fazit: Globalisierung geht uns alle an: denn letztlich ist das Ziel des geistlosen Kapitals schlicht Kapital, und sonst nichts. Und ob wir nun Franzosen sind, Deutsche, Russen oder Indonesier: für ,das Geld' sind wir nur Produktionsfaktoren oder eben "Waren", die billigst zu beschaffen und auszubeuten sind.
Warum sollte man uns 5, 15, 30, 100 oder 1000 Euro Stundenlohn zahlen, wenn man uns geringstbietend gegeneinander ausspielen kann, und wir dann für 13 Cent / Stunde Höchstleistungen vollbringen?

Ein aktuelles Beispiel hierfür:
Derzeit (Januar 2008) hören wir, daß ein Handyhersteller seinen Produktionsstandort im Ruhrgebiet
wegen "Unrentabilität" schließen (Abbau von über 2000 Arbeitsplätzen) und nach Osteuropa verlagern will.
Nicht daß das Werk Verluste machen würde, nein: es macht Gewinne im zweistelligen Prozentbereich, aber dieser ist - in der Kategorie GLP gedacht - nicht so hoch, wie er - kostenoptimiert - sein könnte.
Und da ist es rentabler, einen hochmodernen Produktionsstandort aufzugeben und einen neuen anderswo auf der Welt zu bauen, als den alten beizubehalten.
Und: nebenbei hatte dieses Unternehmen auch noch ca. 90 Millionen Euro Subventionen
vom Staat (und damit vom Bundesbürger) erhalten.
Und nun, da alles Geld eingesteckt und ein billigerer Produktionsstandort ausgemacht ist, zieht die Heuschrecke weiter:

Globalisierung geht uns alle - zwangsweise - an, denn sie "dreht" uns allen "den Hahn ab".

Übrigens: es wäre ein Trugschluß, zu meinen, "das interessiert mich nicht, denn es betrifft mich ja (jetzt) nicht", denn etliche Beispiele im Hörbuch und vorgenanntes zeigen nur zu deutlich, dass man selbst sehr schnell direkt betroffen sein kann. Indirekt sind wir ja sowieso alle längst "mit dabei".
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Format:Taschenbuch
Ein informatives Buch ist dies auf jeden Fall, es lohnt sich meiner Meinung nach vor allem für Leute, die sich zum ersten Mal ein Buch über die negativen Aspekte (es gibt ja auch auf längere Zeit gesehen keine positiven) der Globalisierung kaufen. Mies schreibt vor allem über Seattle, die Auswirkungen des dortigen Protestes im November 1999 gegen die WTO, und ähnliche Proteste. Weiterhin bedient sie sich vieler Zitate bekannter Globalisierungsgegner wie Susan George. Im großen und ganzen ist es ein sehr informatives Buch, das jedoch nicht an einen Noam Chomsky herankommt, vor allem nicht an Profit over People. Auch gibt es beim lesen nur selten diesen inneren Aufruhr, und dieses innere Gefühl das einem sagt "Das kann ja wohl nicht wahr sein.", wie öfters bei Chomsky der Fall. Trotzdem empfehlenswert.
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