Rainer Ehrt sieht genauer hin. Mit ihm stellt der Betrachter fest: Der kriselnde globale Kapitalismus lässt sich nicht auf eine Finanzkrise reduzieren. Er durchdringt vielmehr all unsere Lebensbereiche, von der weltweiten Umweltzerstörung über unsere persönlichen Konsum- und Freizeitgewohnheiten bis hin zu unserer Intimsphäre. Selbst die (vermeintlich) individuellsten Verhaltensweisen sind längst überformt von globalen Kapitalverwertungsdiktaten.
Diese Einsichten mögen nicht neu sein. Neu, ungewohnt und Denken anregend ist aber der Blick und die scharfe Präzision der Zeichnungen, mit denen Rainer Ehrt dem globalen Krisenkapitalismus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen mit diesem Buch cartoonistisch zu Leibe rückt. Die farbigen Zeichnungen sind von höchster grafischer Finesse. Deren ganze Wahrheit stelt sich meist erst so richtig auf den zweiten Blick ein. Sehenswert!