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Globale Eliten, lokale Autoritäten: Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co. (edition suhrkamp)
 
 
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Globale Eliten, lokale Autoritäten: Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co. (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Richard Münch
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Globale Eliten, lokale Autoritäten: Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co. (edition suhrkamp) + Die akademische Elite: Zur sozialen Konstruktion wissenschaftlicher Exzellenz (edition suhrkamp) + Akademischer Kapitalismus: Über die politische Ökonomie der Hochschulreform (edition suhrkamp)
Preis für alle drei: EUR 46,00

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Pressestimmen

»In welchem Umfang ein akademischer Betrieb strukturell denselben spekulativen Charakter entwickelt wie die entfesselte Finanzwirtschaft, der er nachgebildet ist, geht aus der Studie über Globale Eliten, lokale Autoritäten, Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co des Bamberger Soziologen Richard Münch hervor. Die Errungenschaften stellen sich, so Münch, keineswegs nur als gesteigerte Effizienz dar. Vielmehr gehören dazu auch höchst imaginäre Dinge wie Quasi- oder Pseudomärkte, also ein erfundener Bedarf für erfundene Abnehmer.« (Thomas Steinfeld Süddeutsche Zeitung )

»In dieser hervorragenden, scharfen Analyse seziert Richard Münch, Soziologe an der Uni Bamberg, die globalen Eliten und erläutert die lokalen Folgen.«

(erwinbauer.com )

»Die Menschen in Deutschland entwickeln derzeit für den Bereich der Wirtschaft ein starkes Bewusstsein dafür, dass eigenständige und lokal kolorierte Unternehmen in kommunaler Hand ein unverzichtbares Korrektiv zu dem global enthemmten Kapital sind. Es wäre mehr als zu wünschen, wenn solche Überlegungen auch dem Bildungssektor gewidmet würden. Dafür hat Münch einen sehr wichtigen Impuls gesetzt. Ich kann mich dem Rezensenten der ›Süddeutschen Zeitung‹ nur anschließen: ›Das ist ein Buch, für das wir höchst dankbar sein müssen.‹«

(Forum Neue Länder )

»Entstanden ist ein Buch voll Kampfeslust, welches trotz seiner Leidenschaft mit einer Fülle eindringlicher Analysen aufwartet.«

(Harald Weil die Drei, Zeitschrift für Anthroposophie )

Kurzbeschreibung

Ob es um Lehrpläne für Gymnasien geht oder um die Privatisierung öffentlicher Leistungen: Überall auf der Welt sind lokale Autoritäten wie Kommunalpolitiker oder Lehrer mit standardisierten, angeblich wissenschaftlichen Rezepten konfrontiert. Vorgegeben werden sie von einer globalen Beraterelite. Mit den Problemen, die entstehen, wenn auf dem Land die Müllabfuhr privatisiert oder generell Bildung auf die Bereitstellung von Humankapital reduziert wird, müssen die Verantwortlichen jedoch alleine zurechtkommen. Richard Münch, einer der international renommiertesten deutschen Soziologen, untersucht die Mechanismen hinter der globalen Standardisierung lokaler Lebenswelten.

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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Richard Münch ist so etwas wie der Stachel im Hintern der Hochschulreformen. Bereits in seinem letzten Werk ("Die akademische Elite") dekonstruierte er treffend und teils polemisch, aber empirisch fundiert, den aktuellen Hype im Wissenschafts- und Forschungssytem. "Globale Eliten, lokale Autoritäten" steht dem in seiner kritischen Einschätzung der aktuellen Reformen in nichts nach.

Münch steigt mit einer treffenden theoretischen Analyse der aktuellen Situation ein: Das Zusammentreffen von New Public Management - theoretisch fundiert durch neo-institutionalistische Ansätze bzw. die neue Institutionenökonomik - und bestehenden Organisationsformen, Prozessen und Verwaltungskulturen in den (Hoch-)schulen erzeugt hybride Gebilde, die die Reformversprechen bzw. die erwarteten Effizienzgewinne gar nicht einhalten können. Doch auch für weniger theoretisch bewanderte Leser ist das Buch durchaus verständlich.

In den weiteren Teilen beleuchtet Münch kritisch und beißend die aktuellen Reformanstrengungen im Bidlungs- (PISA), Hochschul- (Bologna) und Forschungssystem (Exzellenzinitiative). Letztere haben das Ziel, die deutschen Universitäten auf "Unternehmen" nach dem Vorbild der Ivy League-Universitäten in den USA zu trimmen. Dabei verwendet Münch (angelehnt an Bordieu) die Kategorie des "symbolischen Kapitals", um zu beschreiben und zu hinterfragen, wie die deutschen Universitäten beispielsweise im Rahmen der Exzellenzinitiative nur oberflächlich an Prestige gewinnen, ohne dass sich der reelle Output von Wissenschaft und Forschung signifikant steigert. Der Wissenschaftspolitik geht es scheinbar primär um Sichtbarkeit und Symbolpolitik: Man möchte "Leuchttürme" installieren, die in Stanford und "Shanghai" wahrgenommen werden.

Für jede im Bildungs- und Wissenschaftssystem aktive Person ist das Buch eine wertvolle Lektüre, weil es plausibel den aktuellen Hype in Frage stellt: LOM, Zielvereinbarungen, Hochschule als Unternehmen, neue Governance, NPM, Hochschulrat, Exzellenz, Cluster, Drittmittelforchung, Profilbildung, kritische Masse. Wer mit diesen Phänomenen konfrontiert wird und sich fragt, was eigentlich deren Gewinn ist, sollte Münchs Buch lesen.

Manchmal wünscht man sich jedoch, dass die Argumente im Text doch stärker empirisch fundiert werden. Teils wirkt der Text auch etwas mit heißer Nadel gestrickt. Und Münch outet sich sich als Kenner des Fußballs, wenn er die sich spaltende finanzielle Schere im europäischen Fußball als Analogie einbringt: "Eintracht Frankfurt wird nie Real Madrid sein". Zugegeben, der Fußball hält für viele abgegriffene Weisheiten her. Aber eingestreut in ein Buch mit diesem Anspruch wirkt es sympathisch.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
die Band auf der Titanic 16. November 2010
Format:Taschenbuch
Am Anfang steht eine ganz einfache Frage, die sich wahrscheinlich bisher zu wenige gestellt haben: meint Bildung Luther, Goethe, Kant oder die Vermittlung arbeitsmarktkonformer Grundkompetenzen? Pisa untersucht letzteres, Eltern verlangen ersteres und die Schulen scheitern schließlich daran, beiden Ansprüchen gerecht werden zu wollen.
Münchs Buch ist weder vordergründige Polemik noch wütende Abrechnung eines alten Professors, sondern eine Studie mit soziologischem Anspruch. In entsprechend nüchternem Tonfall präsentiert er seine seine haarsträubenden Erkenntnisse.
Das Ganze "New Public Management" mit dem Behörden und Institutionen nach dem Vorbild von Unternehmen umgebaut werden sollen, ist ein Kaiser ohne Kleider. Die zentrale Idee, alle dienstlichen und bürokratischen Beziehungen in Anbieter-Kunden-Beziehungen umdeuten zu wollen, mag in der Theorie verführerisch klingen, ist in der Praxis aber völlig untauglich.
Eine offensichtliche und leicht nachprüfbare Wirkung dieses Paradigmas: auch mäßige Studenten bekommen an teuren Hochschulen bessere Zensuren: schlechte könnten sie schließlich auch "billiger" haben.
Der Status des Studenten als "Kunde" führt hingegen nicht dazu, dass er bessere Bildungsangebote bekommt. Er ist nämlich nur der Laufkunde, dessen Geld man gern mitnimmt, während eingeworbene Drittmittel, prestigeträchtige Aufträge aus der Wirtschaft und Gastvorlesungen von Nobelpreisträgern die wirklich großen Deals darstellen.
Ein bodenständiger Professor, der einem Dutzend abgehängten Studenten hilft, doch noch ihren Abschluß zu schaffen, wäre in diesem System einfach nur ein armer Irrer. Wer hingegen Drittmittel für ein Dutzend Assistenten einwirbt, ist ein gemachter Mann, obwohl so ein Deal nichts über seine akademische Güte aussagt und obwohl solche akademischen Saisonkräfte im deutschen Hochschulsystem gar keine Chance auf eine dauerhafte Beschäftigung haben.
Erschreckend an Münchs Analysen ist die lapidare Schlußfolgerung, dass diese "McKinseyisierung" der Bildung unaufhaltsam voranschreiten wird, weil keine überzeugende soziale Gegenbewegung in Sicht ist.
Es wird noch viel Geld in "Exzellenzinitiativen" gesteckt werden und wer sich wundert, dass dabei keine Exzellenz herauskommt, dem werden die allwissenden Berater stets entgegenhalten, dass immer noch "zuviel Staat" und Beamtenmentalität in den Institutionen stecke. So wird man also weiter Wasser in die Titanic pumpen und sich wundern, dass sie davon nicht wieder flott wird.
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