Was ist das Originelle an den Global.Kryner? Sie verbinden jazzig-synkopierte Rhythmen und einen leicht souligen Gesang mit den Instrumenten und musikalischen Phrasen der alpenländischen Volksmusik und formen daraus einfallsreiche, bis ins kleinste Detail durchgestylte Arrangements. Es ist keine Volksmusik - dazu sind die Kompositionen viel zu ausgeklügelt (mit Jazzharmonien, welchselnden Tonarten, Taktarten und Rhythmen) und auch keine Popmusik - dazu sind die Titel zu jazzig und die Instrumentierung zu schlicht (kein Schlagzeug, der Drive kommt von Tuba und Akkordeon). Die sechs Musiker durchbrechen nicht nur traditionelle Musikgenres, sondern zeigen auch bei der Bearbeitung bekannter Titel wenig Respekt. Da wird z.B. das romantische „Something stupid", das wir samtweich von Frank Sinatra im Ohr haben, zu einem schmissigen, energischen Stück, das zum Tanzen animiert.
Es ist eigentlich egal, welche Kompositionen sich die Gruppe vornimmt, was herauskommt ist in jedem Fall ausgefeilte, abwechslungsreiche Spitzenmusik mit einem erfrischend neuen Sound. Vor allem aber wird diese originelle Musik auch perfekt interpretiert, beim nuancenreichen Sologesang von Sabine Stieger ebenso wie bei den Blasinstrumenten und dem Akkordeon. Man spürt, dass da Vollblutmusiker am Werk sind, denen die Sache irrsinnigen Spaß macht.
Wer unvoreingenommen gute Musik genießen kann, wird seine helle Freude an dieser Gruppe haben.