Ja, man könnte denken, den norwegischen Mädchen werde etwas ins Wasser geschüttet, dass doch einige später so vorstrefliche Jazzerinnen werden, so auch Torun Erikson, die hier ein exzellentes Album in die Welt gesetzt hat.
Alles dreht sich um ihre Stimme: präsent, warm und erdig in den tiefen Lagen, weich und brüchig in den Höhen und mit einer wunderbaren souligen Phrasierung gesegnet, gibt sie den Stücken einen ganz entspannten Grundton.
Dazu treten karge Arrangements von graphischer Strenge, größtenteils zwischen Klavier, pointierten Drums und Bass aufgespannt. Wo nötig, wird ein Saxophon, ein E-Piano oder ein Paar Chorlagen dazugeschichtet.Die durchsichtige und trockene Produktion vermeidet jede Süßlichkeit und plustert nirgendwo unangenehm auf. So entsteht ein Klangkörper mit viel Luft und Raum.
Schon der Opener faszinert mit faszinerend brüchigen Melodiebögen und zwingendem Groove, "Words" erinnert an den dezenten Funk von Beadie Belle und fährt wunderbare Bläserriffs auf. Das Titelstück öffnet amerikanische Weiten und erinnert mit seinem weichen E-Piano und der Slidegitarre , ja, an Nora Jones.
"In person" ist eine Meditation aus Stimme und Klavier. "From day to day" schafft eine luftige New-Orleans Atmosphäre, während das Schlußstück mit Cello-Bögen eine warme Depression hervorruft.
Manchmal wäre ihr zu wünschen, dass sie noch mehr ihre eigene Linie findet. So denkt man bei vielen Stücken: "Ach, das erinnert mich an ..." Trotzdem ein wunderbar ruhiges Album mit vielen Höhepunkten, das genug Reibung und Brüche enthält, um niemals in den Hintergrund zu rutschen.