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Kundenrezensionen

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John Burnside hat ein Talent Stimmungen und Spannungen einzufangen. Sein erster Roman DIE SPUR DES TEUFELS war wie ein Knall und auch sein zweites Werk, GLISTER zeigt uns eine Szenerie voll verstörender Elemente und fragiler Zustände, die nur allzu leicht abkippen können in eine Welt des Horrors und der Nachtschatten. Mit dem kritischen Thema des Kinderverschwindens nimmt sich John Burnside zudem ein schweres Erbe vor - gesellschaftlich höchst brisant zeigt uns der Autor die Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit der Erwachsenen auf - nicht nur zum Schrecken der Kinder.

Kinder verschwinden in Innertown und den Erwachsenen scheint es gleich zu sein. Zudem steht eine alte und geheimnisvolle Chemiefabrik am Rande der Stadt und der Wald davor gilt als vom Teufel heimgesucht.

Schon wieder der Teufel - wie bei DIE SPUR DES TEUFELS? Mitnichten - hier geht es subtiler zu - der Teufel steckt im Detail - oder vielmehr in der Sünde der Unterlassung.

Der Autor John Burnside hat es wieder einmal geschafft mir auch mit seinem Neuen Werk GLISTER einen Schauer über den Rücken zu jagen.

Ja, der Polizist wird bestraft - fast schon wie im Mittelalter und dieses Glister & sieht aus wie ein Tor - doch wohin und was soll hier eigentlich entsorgt werden?

Die gemarterten Kinder sind schreckenerregend, Blut tropft und Leichen finden sich in kunstvollen Arrangements wieder. Jedoch bleibt die Quintessenz des Buches erschreckend einfach und so wahr - es geht um die Sünde der Unterlassung und der aus ihr folgenden dramatischen Ereignisse.

GLISTER von John Burnside legt den Finger in eine offene Wunde der heutigen Gesellschaft, wegschauen, Teilnahmslosigkeit und Selbstbetrug.

GLISTER ist eine Tortur, der Horror subtil, doch wenn man es schafft, steht man geläutert und mit Erkenntnisgewinn ausgestattet aus den Seiten des Buches auf.

Sehr empfehlenswert!
22 Kommentare18 von 21 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Dezember 2009
John Burnsides Glister" läßt sich nur schwerlich einem Genre zuordnen, angesiedelt in der Schnittmenge zwischen Kriminalroman und Gesellschaftskritik. Letzteres hatte der Autor sicherlich im Auge, beides hat er grandios verfehlt.

Ein verstörend ehrliches Buch über Einsamkeit und moralische Verwahrlosung" (Klappentext). Genau dieser Klappentext hatte mein Interesse geweckt. Leider stellte sich Glister" als ein verstörend schlechtes Gemisch aus Betroffenheitsliteratur, Pseudogesellschaftskritik und Esoterik heraus. Meine Empfehlung daher: Finger weg von diesem Buch!

Vordergründig geht es um Jungen, die aus einem Ort namens Innertown verschwinden und verstümmelt aufgefunden werden. Innertown ist der Inbegriff des postindustriellen Sodom und Gomorrha. Der Ort wird dominiert von einer verkommenen Chemiefabrik. Die Bewohner des Orts erkranken an seltsamen Leiden, die irgendwie mit dem, was in der Chemiefabrik zu früherer Zeit produziert wurde, in Zusammenhang zu stehen scheinen. Die Jugendlichen der Stadt zieht es in die Ruinen der Chemiefabrik, wo sie auf Jagd nach Kleingetier gehen und ihre sadistischen Phantasien ausleben. Der Ortspolizist leidet unter Schuldgefühlen, da er geholfen hat die Ermordung der Jungen zu vertuschen, um so ein nicht weiter beschriebenes Stadtentwicklungsprojekt für Innertown zu ermöglichen. Die Eltern der verschwundenen Jungen sind entweder Alkoholiker oder krank oder haben sich vor Jahren aus dem Staub gemacht. Sind die Eltern der Kinder vor allem durch totale Apathie charakterisiert, zeichnen sich die Jugendlichen durch den totalen Verlust von Empathie und Moral aus. Kleintiere werden mit Haarnadeln aufgespießt und menschliche Nähe bedeutet für die Jugendlichen Sex. Soweit der gesellschaftliche" Rahmen der Geschehnisse.

Der eigentliche Protagonist des Romans ist der 15jährige (!!) Leonard. Wenn er nicht gerade mit seiner Freundin Elspeth ausgiebig "vögelt" (oder mit der etwas zurückgebliebenen Eddie gleiches tut), seinen kranken Vater versorgt, in der Ruine umherwandert oder seinen Freund den Mottenmann" trifft, verbringt Leonard seine Zeit lesend. So besteht das erwähnenswerte erste Aufeinandertreffen von Elspeth und Leonard in der Ortsbibliothek darin, dass Elspeth Leonard nach wenigen Sätzen einen Blow job anbietet, dieser dankend annimmt und die beiden hinter dem Haus zur Tat schreiten. Leonard hat (natürlich) einschlägige Erfahrung, schließlich hat er sich schon mal für 10 Pfund von einer wildfremden alten Frau" in gleicher Weise verwöhnen lassen. So kann Leonard nun fachkundig dem Leser mitteilen, dass Elspeth durchaus Talent hat: Und sie macht es gut, wirklich gut, nicht wie die alte Frau." Elspeth ist eine Person mit einem ganz persönlichen Tiefgang in Burnsides Roman: Eigentlich will Elspeth auch keine Klassiker. Was sie mag (...) sind Pornohefte. (...) Ihr Problem ist , dass sie einen verdammt guten Fick nötig hat." Dieses besondere Interesse Elspeths ermöglicht es dem Leser im weiteren noch einige Details zu einem Sexspiel zu erfahren, welches "französische Jugendliche so miteinander treiben".

Ansonsten ist Leonard eine Kenner von Proust und hat ein besonderes Herz für die Brüder Karamasow. Dies führt dann dazu, dass uns dieser von Testosteron strotzende 15jährige zwischen seinen zahlreichen Samenergüssen mit den Gedanken der französischen und russischen Weltliteratur vertraut macht und gegen Ende des Buches noch die biblischen Ausmaße dessen, was um ihn herum geschieht, realisiert. Die Person Leonards ist einer der Punkte, an denen ich mich gefragt habe, ob Burnside nicht auch irgendwann Zweifel gekommen sein müssen, ob er seinen Roman zu sehr mit Klischees überlädt. Vielleicht hätte es geholfen, wenn er Leonard wenigstens ein paar Jahre älter gemacht hätte, so dass diese für den Roman elementare Figur etwas weniger unrealistisch wirken würde.

Der Inhalt der Erzählung bleibt nebulös und lebt im Wesentlichen davon, dass der Leser sich aus den zahllosen Anfängen roter Fäden und Andeutungen, seine eigenen Schlussfolgerungen zusammenstellen kann. Erst auf den letzten 30 Seiten versucht Burnside noch seine Philosophie an den Leser zu bringen (allerdings auf Kosten eines wirklichen Romanendes). Kostprobe gefällig? ... ... dass die Seele feucht und dunkel ist, eine Kreatur, die dem menschlichen Körper wie ein Parasit anhaftet und sich von ihm ernährt, eine Kreatur, die nach Erfahrung und Macht hungert, die besessen ist von einer schier unmenschlichen Freude, die sich einen Dreck um ihren Wirt kümmert ..." oder Ich sage ja nicht, dass wir den Menschen in Somalia wirklich helfen oder der Vernichtung des Regenwalds Einhalt gebieten können, nur empfinden wir eben nichts als ein leichtes Gefühl des Unbehagens oder der Verlegenheit ... und es ist unverzeihlich, dass wir unsere Leben einfach weiterführen, wenn doch irgendwo auf der Welt derlei geschieht.". Hier spricht John Burnside direkt zu seinem Leser. Als Leser hätte ich mir gewünscht, dass der Autor sich seine flach moralisierende Betroffenheit für einen Zeitungsartikel aufgehoben hätte, und uns die 280 Seiten einer haarsträubend unsinnigen und oberflächlichen Erzählung erspart hätte.
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am 17. November 2011
Das leben in einer Stadt, in der die aufglassene Chemiefabrik einst Hoffnung und Fortschritt versprach, aber nur eine moralisch verwahrloste, vergiftete Welt ohne Ausweg und Hoffnung übrig ließ.

Was der Roman von John Burnside ist, Thriller, Kriminalfall, Zukunftsfiktion, Gesellschaftskritik, ... mag jeder für sich beantworten. Unberührt lässt er wohl kaum jemanden ... Das Buch lässt den Leser aufgewühlt und voller Zweifel zurück. Die eigentliche Auseinandersetzung mit dem Roman hat mit dem Lesen erst begonnen. Die Bedeutung muss jeder Leser selbst für sich erarbeiten, das Ende gibt keine Antwort

Glister ist eine unglaubliche vielschichtige, schaurig verstörende und doch faszinierende Erfahrung. Absolut empfehlenswert. Für mich persönlich ein Meisterwerk der Gegenwartsliteratur. Wie ein großer Wein, ein Roman mit einem nahezu endlosen Abgang ...
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TOP 500 REZENSENTam 24. November 2015
Glister ist der zweite Roman des schottischen Autors John Burnside, der auf Deutsch erscheint. Beschrieben wird ein Ausschnitt aus der Jugend eines Jungen in Schottland bis zu seiner Ermordung. Eingebettet ist die Handlung in eine trostlose Gegend, geprägt von einer verlassenen Chemiefabrik samt angeschlossener Ortschaft, in der die Menschen entweder krank, hoffnungslos, beides oder kriminell sind. Die Jugendlichen selbst rotten sich in kleinen Gangs zusammen und füllen so oder auch als Einzelgänger die ohnehin lebensfeindliche Umgebung mit noch mehr Unheil, gipfelnd etwa in der Folterung und Ermordung eines am Rande des von der Fabrik vergifteten Waldes wohnenden „Verdächtigen“. Inmitten dieser Gemeinde verschwinden sukzessive Kinder, doch der Dorfpolizist verschweigt und vertuscht diese Vorkommnisse zugunsten eines mächtigen Industriellen, der mit dem Gelände der Fabrik weitere Pläne hat, bei welchen negative Publicity nur stören würde. Und auch die Eltern nehmen das Verschwinden der Kinder unbegreiflich apathisch hin, als ob die Kinder dort ohnehin keine lebenswerte Zukunft gehabt hätten.

Der Protagonist, von dem es in mancher Beschreibung heißt, er habe sich mit dem Verschwinden seines besten Freundes „nicht abgeben wollen“, was nach Lektüre des Buches eine definitive Übertreibung ist, denkt zwar ab und an über die verschwundenen Jungen nach, aber ansonsten begleitet ihn der Leser durch den trostlosen Alltag, der aus der Pflege seines Vaters, allerlei (und für meinen Geschmack viel zu vielen) sexuellen Verhältnissen und Gelegenheiten und der unglaubwürdigen Liebe zu Literatur und Film besteht. Letzteres wird vom Autor meiner Ansicht nach völlig überspannt, da in einer verseuchten schottischen Einöde kein Junge mit Liebe zu Proust oder zu mehrstündigen russische Videoepen überzeugend wirkt. Auch die Verquickung einer eigentlich zeitlosen Geschichte, die man ebenso in die 60er oder 70er Jahre hätte platzieren können, mit modernen Errungenschaften (Internet, Extremgolf, etc.) ist gänzlich unpassend und sorgt für Irritation bei der Lektüre. Die bisweilen altklugen bzw. pseudophilosophischen Betrachtungen des Protagonisten wirken auf Dauer überspannt, wenngleich man Jugendlichen in diesem Alter durchaus zutraut, solch pompöses Gedankengut zu wälzen. Man muss es nur nicht immer in neuen Kaskaden wiederholen.

Der teilweise in den Rezensionen großer Tageszeitung vorherrschenden Begeisterung ob der Sprache und Führung des Romans kann ich mich nicht anschließen. Insbesondere das Abgleiten ins Surreale, weswegen wohl die Empfehlung im facebook-Profil von Glavinic ausgesprochen wurde, und die keineswegs immer nachvollziehbaren Volten der Handlung und der Gedanken seiner Akteure machen die Lektüre neben den ausufernden bildlichen Gedankenspielen der Kapitel zu einer Herausforderung, aber nicht immer zu einem reinen Lesevergnügen, und man ist durchaus geneigt, phasenweise nur querzulesen. Das Ende des Werks ist trotz der leichten Absurdität und der nur bruchstückhaft durchschimmernden Erklärung für den Titel des Werks ein adäquater Abschluss des vorherigen Aufbaus, aber man fragt sich schon nach dem Grund, warum dafür so viele Seiten geschrieben wurden: King z.B. schafft solche surrealen Situationen selbst in Kurzgeschichten. Zudem bietet das hier vorgefundene Ende dem Leser keineswegs irgendeine metaphysische Erläuterung für das Leben selbst geschweige denn Einblicke in besondere Abgründe. Mein Fazit deshalb leider: kann man lesen, muss man aber sicher nicht.
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am 17. März 2010
Ich habe Glister innerhalb weniger Tage gelesen und fand die Lektüre im Grossen und Ganzen spannend. Die sehr negativen Rezensionen hier auf amazon.de kann ich teilweise nachvollziehen. Es ist wahr, dass die Hauptperson Leonard nicht 15 Jahre alt sein kann. Sein Spagat zwischen pubertären Sexerfahrungen einerseits und schon professoral anmutenden Literaturkenntnissen andererseits wirkt unglaubhaft bzw. unausgegoren. Überhaupt hatte auch ich das Gefühl, es nur mit oberflächlich skizzierten Charakteren zu tun.
Was ich bereichernd fand, war die Schilderung der völlig heruntergekommenen Stadt Innertown. Burnside schafft es meines Erachtens, ein gesellschaftliches und ökologisches Grauen darzustellen, das dem Roman eine seltsame aber literarisch gut komponierte Aura verschafft.
Man muss diesen Roman nicht lesen. Aber kalt kann er niemanden lassen.
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am 31. Januar 2015
Sehr düster, etwas abstrakt, literarisch hochwertiger Krimi, tolle philosophisch-misanthropische Ansätze. Etwas zu offenes Ende.
Ein Buch für Leser mit Anspruch und Hang zum Düsteren.
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TOP 500 REZENSENTam 11. Dezember 2009
Es kann Ängste erzeugen, Reaktionen des Gruselns auslösen, eine literarische Annäherung an eine Kleinstadt, wo einem das Schaudern bis in alle Poren kommen kann, man Gänsehäute entwickelt und man als Leser teils in der Luft hängt, bei soviel Andeutung, die oft nicht bis ins Letzte konkret wird.

Obwohl in schöner und t.T. anspruchsvoller Sprache gehalten, hat mich denn nun der Roman, über einen Ort wo Jungen verschwinden, wo von Morden die Rede ist, wo irgenwelche Leichen irgendwo vermutet werden, alles in Andeutung wohl gemerkt, wo es einen vergifteten Wald oder einen Mottenmann gibt. Wem es nicht zuviel wird, dass ein Junge zu Tode geprügelt, ein Dorfpolizist in Gips eingewickelt wird, die stängige Andeutung des Tods und der Hölle in verschiedenen Kontexten ihren Ausdruck finden, kann sich gerne auf dieses Gruselkabinett einlassen. Ich persönlich finde es schade, dass so ein begabter Schriftsteller, solche Materialien verarbeitet, ganz im Sinne einer Atmosphäre wie in "Das Schweigen der Lämmer", wo zwar keine Menschen gegessen werden, aber die gleiche Atmosphäre herrscht.

Beschrieben wird das dortige Leben von Jugendlichen, wo irgendwelche pubertäre Dummheiten gemacht werden, wo sexuelle Erfahrungen eine Rolle spielen, Tiere gequält werden, und wo es ev. Spass machen kann, sich jemanden "vorzuknöpfen". Wo wir als Leser in der Erfahrung " der Sünde der Unterlassung, die Sünde, unseren Blick abzuwenden und nicht zu sehen, was direkt vor unserer Nase geschieht" stehen. Niemand unternimmt hier etwas gegen Ungerechtigkeiten oder Grausamkeiten, alles muss passiv erduldet werden, als Leser wird man quasi gefordert, das auszuhalten.

Sprachlich sicher ein empfehlenswertes Buch, aber auf Handlung in Inhalt bezogen, für mich enttäuschend, zumal ich an solchen Gruselszenarien keinerlei Interesse entwickeln kann, leider.
Dass solche Romane von Kritikern empfohlen werden, lässt einen Leser staunend und "verstört" zurück, mit einem gewissen Unverständnis inklusive.
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am 8. Juni 2011
Ich habe das Buch vor gut einem halben jahr das erstemal Mal gelesen,schon damals war ich sprachlich sehr begeistert, empfand den Inhalt jedoch als schwer verständlich. Die Motive des buches erschlossen sich für mich erst nach einem zweiten lesedurchgang. Und nun,da ich es ein zweites Mal gelesen habe, bin ich einfach nur noch begeistert. Doch ich merke das ich damit relativ alleine bin,leider! Schuld daran ist,so denke ich,das Ende,was mit eigenen Gedanken und Schlussfolgerungen gefüllt werden muss um es in seinem ganzen Ausmaß zu verstehen. Ich empfehle das Buch Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen und rate dazu es sich ein zweites mal durch zu lesen,damit einem die tiefe des Romanes bewusst wird!

Tony
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am 10. Dezember 2009
"Glister" ist verstörend. Seltsam unbeteiligt wirken die Charaktere, gleichgültig, hoffnungslos, ohne Perspektive für die Zukunft. Dabei strengen die langen Gedankenpassagen der Charaktere - verschiedene Personen kommen zu Wort, geben Einblick in ihre Gedanken und Gefühle - den Leser mitunter an. Aber es lohnt sich. Langsam wird hier das Bild einer Stadt ausgebreitet, die glaubt, am Abgrund zu stehen und doch schon einen Schritt weiter ist. Boshaftigkeit, Grausamkeit, Verfluchtheit greifen um sich, jeder ist sich selbst der Nächste und doch ist alles irgendwie egal.

Der Roman widmet sich der jungen Generation. Kinder verschwinden und ein Kind, das viel erwachsener wirkt, als es sollte, will das aufklären. Diese Generation, die weiß, dass sie keine Perspektive hat, verstört und rüttelt auf, nimmt den Leser tief mit in die verfluchten Wälder von Innertown.

Man kann nicht genau beschreiben, was dieser Roman nun ist. Ist er zeitgenössische Belletristik? Ein Thriller? Oder gar Fantasy, mit Teufel und Geistern? Von allem etwas und dadurch ein großartiges Buch, das nicht durch offensichtlich mitreißende Handlung besticht, sondern durch ein dicht gewebtes Netz aus Andeutungen und Vermutungen, zusammengehalten von wirklich gelungenen Formulierungen, die immer wieder gesellschaftskritische Töne ausdrücken.
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am 7. Januar 2010
Das Feuilleton jubelt, was für eine geheimnisvolle, die Zerstörung unserer Welt ansprechende Literatur. Nunja, gekauft, gelesen und gewartet, dass der Autor den irgendwann verlorenen Faden wiederfindet, aber nichts da. Der Leser vergeudet wertvolle Lebenszeit, wenn er hofft, dass der Autor ihn ernstnimmt, achtet und einen halbwegs stringenten Schluss findet. Stattdessen wabert dichter, nicht fassbarer Sinn- Nebel dem Ende entgegen, und der Leser, der hier verzweifelt immer wieder nicht begreifbare Sätze liest, ja der ist wohl einfach zu doof, weil er all die Bezüge und Hinweise nicht einzuordnen weiß. Da ist es dann besonders ärgerlich, wenn in einem solch gigantischen Werk immerhin dreimal die Konjunktion "dass" statt des Relativpronomens "das" falsch gesetzt wird... Ärgerlich auch, hier stimme ich einem Leidensgenossen zu, dass wie in Juli Zehs "Spieltrieb" ein jugendlicher Held präsentiert wird, der intellektuell seinen Altersgenossen um Dekaden voraus und somit eine reine Kunstfigur ohne Leben ist. Hoffentlich finde ich einen Käufer für das Buch ....
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