Die Whiskys der Glenfarclas-Brennerei genießen unter den Liebhabern des schottischen Nationalgetränks geradezu Kultstatus. Als einige der wenigen alten Brennereien konnte sich Glenfarclas die Unabhängigkeit erhalten und befindet sich immer noch in Familienbesitz (neben Springbank und Glenfiddich/Balvenie). 2011 konnte die Brennerei ihren 175. Geburtstag feiern. Der bekannte Whiskyautor Ian Buxton würdigte dieses Ereignis mit dem vorliegenden englischsprachigen Buch. In mehreren Kapiteln werden die Entstehung und Geschichte der Brennerei dargelegt, die Besitzer und Mitarbeiter von Glenfarclas sowie einige interessante Verbindungen der Brennerei vorgestellt (u.a. mit der schwedischen Metal-Band "In Flames", der französischen Weinfirma Mähler-Besse und der Scotch Malt Whisky Society). Natürlich wird im Buch auch erläutert, weshalb die Whiskys von Glenfarclas so besonders sind. Garniert sind die Kapitel mit etlichen schönen und auch künstlerisch durchaus anspruchsvollen Fotografien.
Wie der Whisky, so das Buch. Alleine der Einband gibt hier den ersten Fingerzeig. Wo andere Firmen auf schreiend bunt, Hochglanz und großen Schlagzeilen machen, wird hier edel mit den beiden Farben rot und schwarz sowie eingestanzten Buchstaben gearbeitet. Der Rest des Werkes präsentiert sich ähnlich wertig und ein wenig anders als die üblichen Whiskybücher.
Bei solch einer "Lohnarbeit" darf man kein allzu kritisches Buch erwarten. Aber es handelt sich auch nicht um eine reine Webebroschüre. Der lang anhaltende Erfolg der Familie Grant mit ihrer Brennerei gibt da auch wenig Anlass zu Kritik. Für Freunde der Glenfarclas-Whiskys stellt das Werk eine absolute Pflichtlektüre dar, für die übrigen Leser ein interessantes Stück schottischer Wirtschaftsgeschichte. Leider kostet dieses repräsentative, tolle und sehr informative Buch aber auch eine schöne Stange Geld. Das ist der einzige Wermutstropfen dieses Werkes.