"Eve weiß genau, was sie will. Nach neun guten Jahren und zwei hinreißenden Kindern ist es Zeit, dass Liam sie zu einer richtigen Ehefrau macht. Immerhin sind sie doch sowieso schon so gut wie verheiratet, oder etwa nicht?
Eves ältere Schwester Sam weiß mehr als sie sollte. Sie dachte schon immer, dass Eve viel zu gut für Liam ist. Und sie mag es nicht, dass seine Arbeit ihn all zu oft nach Australien und somit weit weg von seiner reizenden Familie treibt.
Währenddessen - auf der anderen Seite der Welt - weiß Brooke überhaupt nichts. Bis sie eines Tages aus heiterem Himmel eine mysteriöse Lieferung bekommt, die ihr Leben gewiss für immer verändert wird. Es scheint als wolle jemand nicht, dass Brooke die Letzte ist, die etwas weiß..."
Ein bis zum Ende spannender Roman, der nicht nur auch noch eine andere knifflige Geschichte, sondern einen ganzen Irrgarten voller Fehlleitungen, Überraschungen und Wendungen beinhaltet und dabei nicht dramatischer und turbulenter sein könnte - das ist "Gleich hinter Wolke sieben".
Die Rahmenhandlung dreht sich um die australische Lektorin Brooke, die das geheimnisvolle Manuskript einer Unbekannten liest. Das Ungewöhnliche hierbei ist jedoch, dass die Rahmenhandlung nur ungefähr ein Fünftel des gesamten Romans einnimmt - es ist das Manuskript, das den übrigen Teil einnimmt und den Leser fesselt. Diese Geschichte dreht sich um die Schwestern Eve, der Hausfrau, die sich danach sehnt ihren Mann Liam endlich zu heiraten, und Sam, die als Karrierefrau Probleme hat überhaupt eine Beziehung intakt zu halten. Dieser starke Kontrast macht es besonders interessant zu beobachten, wie sich die Beiden im Laufe der Zeit durch atemberaubende Höhen, Tiefen und unvorhersehbare Schicksalsschläge entwickeln.
Bemerkenswert ist auch, dass Melissa Hills Roman mit zwei Charakteren, Anna und Ronan, beginnt, die ich zunächst überhaupt nicht einordnen konnte, auch mehrere Kapitel danach gar nicht mehr erwähnt wurden und sich erst später als Freunde von Eve entpuppten, die insgesamt doch eine enorm wichtige Rolle spielen. Ebenso überrumpelt war ich, als erst nach drei Kapiteln, in denen alle Charaktere vorgestellt wurden, klar wurde, dass alles bisher Gelesene überhaupt aus einem Manuskript stammte, welches die eigentliche Protagonistin selbst liest und somit gar nicht zur "richtigen" Geschichte gehörte - die Zusammenführung des Manuskripts mit der Geschichte um Brooke am Ende ist ebenso überraschend und umwerfend (ich möchte potenziellen Lesern an dieser Stelle auf gar keinen Fall zu viel verraten und gebe deshalb nur wenig Auskunft zur Handlung). Diese unheimlich spannenden und gefühlvollen Wendungen und Irreführungen sind typisch für Melissa Hill, machen ihre Bücher zu etwas wirklich Besonderem und bereiten mir als Leser schlaflose Nächte, in denen ich ihre Bücher einfach nicht aus der Hand legen kann und/oder möchte.
Ich muss zugeben, dass es mir am Anfang ein wenig schwer fiel bei den vielen Charakteren und Pärchen - in Brookes Leben sowie im Manuskript - den Überblick zu behalten und mir zu merken, wer zu wem gehört. Doch spätestens nach ein paar Kapiteln hatte ich mich gut in die Geschichte eingefunden und konnte den Geschehnissen problemlos folgen. Alle Charaktere sind absolut perfekt und authentisch ausgearbeitet und die ständig wechselnde Perspektive hat es mir leicht gemacht, die Gefühle und Gedanken der einzelnen Figuren nachzuempfinden und somit auch ihre Handlungsschritte nachzuvollziehen. So ist es Melissa Hill sogar gelungen, den Leser von der ersten Sekunde an auf die Seite der verzweifelten und hoffnungslos verliebten Eve und gegen den fiesen Liam zu stellen- und dafür auf der anderen Seite aber vollstes Verständnis und Sympathie für Sam zu empfinden, die einen bereits glücklich vergebenen Mann anhimmelt und sich sogar Chancen auf eine gemeinsame Zukunft ausrechnet. Hierbei ist die Rolle von Brooke besonders interessant, da auch sie mit ihren Kollegen die Charaktere des Manuskripts und ihre Taten analysiert, reflektiert und somit genau meine Gedanken bzw. die Gedanken wohl aller Leser über die Manuskript-Geschichte in Worte fasst - auch wenn die hin und wieder lauteten: "Viel zu melodramatisch!"
Doch hier unterstreicht der englische Untertitel des Romans den Zusammenhang zwischen Brooke und dem Manuskript: "Manchmal ist die Wahrheit seltsamer als die Fiktion."
Was ich noch anmerken möchte, ist dass der deutsche Titel "Gleich hinter Wolke sieben" absolut unpassend ist - dieser Roman ist alles andere als eine kitschige, rosa-rote Liebesgeschichte. Der englische Titel "The Last to Know" ("Die Letzte, die es weiß") ist sehr viel angebrachter und auch die viel zu knappe deutsche Inhaltsangabe wird diesem fantastischen und mitreißenden Roman überhaupt nicht gerecht, weshalb ich hier lieber die englische einfach übersetzt habe.