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Produktinformation
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Heinz Zahrnt schreibt in einer gut verständlichen und einleuchtenden Weise von Gott, der nicht außerhalb sondern nur innerhalb der Welt gesucht werden kann, und vom Glauben unter leerem Himmel, wie er gegenwärtig noch möglich ist. Es ist ein Glaube, der Gott nicht in der Ferne des Himmels denkt, sondern in uns, zwischen uns, im Leben, Denken und Handeln der Menschheit. Ausgehend von einer an Erfahrung orientierten Rede von Gott, schreitet Zahrnt gängige Topoi einer systematischen Theologie ab und versteht sich dabei ganz bewusst als "Vermittlungstheologe". Es gelingt ihm, erfahrenen Glauben und Leben in einer verantworteten theologischen Rede zu verknüpfen.
Zahrnt favorisiert beispielsweise eine Theologie, die sich vornehmlich an den kirchlich Distanzierten orientiert, jenen Menschen, die die Kälte einer zu Formeln erstarrten Dogmatik zu spüren bekommen und deshalb mit Recht ihr Glück woanders suchen. Dabei möchte Zahrnt vor allem fundamentalistische Strömungen abweisen, die er zunehmend -- z.B. in gewissen pietistischen Kreisen -- die Kirche von innen her bedrohen sieht. Allerdings streite Zahrnt zu ungestüm gegen das beliebte Feinbild der orientierungslosen Erlebnis- und Wettbewerbsgesellschaft. Sein erklärtes Feinbild ist die Postmoderne, doch schreibt der 1915 geborene Theologe ein postmodernes Buch, nämlich ein Buch, das nicht festlegen, sondern offen halten will, das Dogmatismen "liquidieren", d.h. "verflüssigen" will. Zahrnt ist in seinem Alter noch zu einem Kind der Postmoderne geworden, weil er die Position der "Einheit in Verschiedenheit" tatkräftig verficht. In diesem Sinne hat Zahrnt ein "Lebensbuch" verfasst, das der Rede von Gott mit großer Ehrlichkeit Rechenschaft gibt: eine Theologie, die zur Sache und damit "zur Welt kommen muss". --Bettina Wittke
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Es ist ein sehr persönliches Buch, das den Leser entweder anspricht oder nicht. Trotz seiner sehr klaren Strukturierung - fast schon wie ein Lehrbuch - schweift Zahrnt häufig ab. Bonhoeffer, Augustinus, Willy Brandt, der ganze Wissens- und Zitatenschatz eines langen Lebens mischt sich und ergibt mehr ein Gedankengemälde als eine klare Orientierung. Zahrnts außergewöhnlich schöne, aber daher auch manchmal etwas blumige Sprache tun ein Übriges. Gegen Ende des Buchs wird es dann allerdings sehr konkret, dann nämlich wenn es um das vom Autor als notwendig erachtete gesellschaftliche Engagement des (protestantischen) Christen geht: Schuldenerlass für die Dritte Welt, Ächtung des Krieges, Vertrauen statt Kontrolle in der Politik... Sämtliche Schlagworte des links-orientierten politischen Protestantismus nach 1945 serviert Zahrnt in einer ausgesprochen platten Einseitigkeit und Kompaktheit. Unausgesprochen ist der Vorwurf „bist Du anderer Meinung, hast Du vom Christentum nichts begriffen". Gerade diese Kapitel empfand ich eher abstoßend als anregend, aber wir oben schon erwähnt: den einen spricht das Buch an, den anderen nicht.
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