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58 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erkenntnis gegen eine Theologie geistiger Erstarrung,
Von Volker Brokop (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Glauben in Freiheit oder Tiefenpsychologie und Dogmatik. Band I: Dogma, Angst und Symbolismus.: BD 1 (Gebundene Ausgabe)
Im ersten Band seiner "Glauben in Freiheit"-Trilogie, Drewermanns systhematisch-theologischer "Anti-Dogmatik", welche er dem veralteten und stark verkürzten Welt- und Menschenbild der Kirche gegenüberstellt, wird aufgezeigt, daß die Ablösung von den Machtanmaßungen und den unglaubwürdiggewordenen und angstverfestigten Kirchendogmen keineswegs die Abkehr von jeglichem religiösen Suchen und Fragen bedeutet oder bedeuten muß. Drewermann gibt sich überzeugt, daß nicht das religiöse Bewußtsein im Schwinden begriffen ist, wohl aber die Bindung an den amtskirchlich vorformulierten und im Status der Unfehlbarkeit vorgeschriebenen Kirchen- und Dogmenglauben. Mit Einblicken in die Religionsgeschichte und unter Einbeziehung von Erkenntnissen der Biologie, Soziologie, Verhaltensforschung, Existenzphilosophie und Tiefenpsychologie, wird hier beschrieben, wie die Anschauungsweisen und Ausdrucksformen der Religion aus der menschlichen Psyche im Laufe der Evolution über Jahrmillionen der Entwicklung hervorgegangen sind. Nach einer ausführlichen Einführung in die Themenschwerpunkte, folgen verschiedene Betrachtungen zum Thema "Kirchliche Sozialpsychologie", indem zunächst Freuds Theorie von der Kirche als einer Art "zwangsneurotischer Urhorde" aufgegriffen wird, um dann über Theodor Reiks Konzept vom "Dogma als Zwangsidee" den geistigen und psychischen Ursachen für (kirchlichen) Dogmatismus und Fanatismus nachzugehen. Darauf folgen theologische und tiefenpsychologische Betrachtungen zu der "Theologie Karl Rahners" und der "Gnosis". Im zweiten Abschnitt des Buches geht es um die "Bilder des Unbewußten". Mit den Mitteln der Psychologie, der Biologie, der Soziologie und der Hirnphysiologie, versucht Drewermann dem "Wesen des Religiösen" auf den Grund zu gehen. Ausführlich widmet er sich desweiteren dem Phänomen der Angst, indem er diese aus der Sicht der Psychoanalyse, der Verhaltensforschung und der Existenzphilosophie beleuchtet. Daran schließt sich eine Betrachtung der "Archetypen von Vater und Mutter" an. Abschließend werden Wesen und Funktion des Symbolismus behandelt. Nach einer Art Einführung in die religiöse Symbolsprache, stellt Drewermann die Zentralsymbole der Religion den in der Neurosenlehre beschriebenen Grundängsten - Schizoidie, Hysterie, Depression und Zwangsneurose - als Antworten gegenüber. - Schritt für Schritt wird der Leser an die Tatsache herangeführt, daß Religiosität und Glaube nicht an einen bestimmten Typ von Religion oder Konfession gebunden sind und sein dürfen, sondern, daß sie letztlich aus bestimmten, in den Tiefenschichten der Psyche verankerten Bildern hervorgehen, welche zeitlos und universell gültig sind. Drewermann begreift den Glauben als "Ich-Funktion", der sich gründen sollte auf "Freiheit und Erfahrung, Sensibilität und Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Realitätssinn, Traum und Phantasie, mithin auf Lieben und Hoffen, Nachdenken und Zweifeln, Entwerfen und Argumentieren", nicht aber "auf eine Reihe stabilisierender Faktoren der Außenlenkung und der Über-Ich-Zensur wie: Strafangst und Autoritätshörigkeit, Meinungskonformität und Gruppenzwang, Triebunterdrückung und Entwicklungsfixierung". Weder ein amtskirchlicher Absolutheitsanspruch, noch eine Verfestigung und Erstarrung in Kirchendogmen, lassen sich auf die hier zusammengetragenen Erkenntnisse gründen. Entnommen meiner Informationsseite zu "Eugen Drewermanns Gesamtwerk"Volker Brokop, Wuppertal Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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