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Aus den Gästezimmern des Labels Grand Hotel Van Cleef schallte bisher meist Hamburgisches in unsere Ohren, doch nun kommen auch amerikanische Bands in die Lobby gestolpert und machen den Labelbetreibern wahre Freude. Aus den Resten von
The Promise Ring und
The Dismemberment Plan haben sich Maritime gebildet, und die lassen es gaaanz ruhig angehen.
Die Emo-Spuren der Vergangenheit sind fast völlig verblasst, im Vordergrund sind eher Töne zu finden, die an britische Singer/Songwriter wie Belle & Sebastian ("King Of Doves") oder Badly Drawn Boy ("Sleep Around") denken lassen. Aber auch Travis, Coldplay und andere Vorreiter der Insel-Melancholie kommen einem in den Sinn, und immer wieder die Schweden Eskobar. Und da liegt auch das besondere an Maritime: Glass Floor klingt derart unamerikanisch/europäisch, dass man sich irritiert noch einmal der wahren Adresse von Dan Didier, Eric Axelson und Davey von Bohlens versichern möchte.
Wie zur Rettung der Ehre Amerikas findet sich aber mit "If All My Days Go By" noch eine Nummer, die wie eine Reverenz an die frühen R.E.M. daherkommt. Die Produktion ist sehr organisch, die ab und zu auftauchenden Bläser, Streicher und Elektro-Spielereien bleiben Tupfer im Bass/Schlagzeug/Gitarren-Gemälde. Wie auch bei den erwähnten Eskobar gibt es hier Musik für nach der Party, zum nachdenklichen Dämmern daheim, zum Zuhören und Versinken. Wenn dies die neuesten Ausläufer von Emo sind, dann her mit mehr. --Deborah Denzer
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5MaritimeGlass Floor (Indigo)Jedes Jahr, wenn der Sommer lachend hinterm nächsten Kalenderblatt hervorlugt, tauchen sie auf, diese Bands, machen luftige Laune und leichte Lieder, die nach Camping und blauem Himmel, dem Duft der Freiheit und schönen Frauen klingen. Maritime legen auf ihrem Debüt Ohrwürmer hin, bei denen man sich schon beim zweiten Hören fragt: Wer ist das noch mal? - ganz so, als handele es sich um einen etablierten Klassiker. Tja: Maritime sind so gut. Mit glitzernden Gitarren, blitzblanken Bläsern und eitel Sonnnschein im Gemüt klingen die drei Amis so perfekt poppig wie sonst nur britische Bands mit Housemartins-Vorliebe. Zeilen zum Verlieben gibt's genug: "The bigger the heart/the harder that it falls in love". Oh, ja ... Sänger Davey von Bohlen singt das mit frechem Jungencharme. Stellt sich nur eine Frage: Was machen Bands wie diese eigentlich im Winter? (vs)