Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Die Glasglocke
OT The Bell Jar OA 1963 DE 1968Form Roman Epoche Moderne
Die Glasglocke, einziger Roman der Schriftstellerin Sylvia Plath, schildert auf eindringliche Weise den schwierigen Prozess des Erwachsenwerdens im prüden Amerika der 1950er Jahre.
Entstehung: Im Oktober 1961 erhielt Sylvia Plath vom US-Verlag Heinemann einen Vorschuss für die Arbeit an ihrem Roman Die Glasglocke, der zu diesem Zeitpunkt bereits in einer ersten Fassung vorlag. Parallel bekam sie im November 1961 ein Stipendium der Eugene-Saxton-Stiftung, für das sie ein Jahr lang Prosa schreiben sollte. Innerhalb des nächsten halben Jahres entschied sich Plath, angesichts der starken autobiografischen Bezüge von Die Glasglocke, das Buch unter dem Pseudonym Victoria Lucas zu veröffentlichen.
Inhalt: Die ehrgeizige und talentierte Literaturstudentin Esther Greenwood hat ein vierwöchiges Volontariat bei einer New Yorker Modezeitschrift gewonnen. Die Metropole rührt sie in vielerlei Hinsicht auf: Das ihr anerzogene Pflichtgefühl passt nicht zu der ungewohnten Freiheit in der Großstadt. Sie sehnt sich nach ersten sexuellen Erfahrungen, möchte aber gleichzeitig die Erwartungen ihrer Mutter und ihres Freundes Buddy nicht enttäuschen.
Bei der Rückkehr aus New York erfährt sie, dass sie nicht zu dem Schriftstellerkurs angenommen wurde, auf den sie sich gefreut hatte. Esthers innere Zerrissenheit und die Langeweile in der Kleinstadt vergrößern die Depression des Mädchens, das schließlich von ihrer Mutter an einen Psychologen verwiesen wird. Er unterzieht sie einer Elektroschocktherapie, worauf Esther verschiedene Selbstmordmethoden ausprobiert. Nach einem Suizidversuch erkennt Esther im Krankenhaus, dass sie sich immer »unter der gleichen Glasglocke« befindet, gleich, ob sie »auf dem Deck eines Schiffes oder in einem Straßencafé in Paris oder Bangkok« saß. Kurz vor der Entlassung »aus der Anstalt« lernt sie Irwin, einen Mathematikprofessor, kennen, der sie defloriert. Durch die sexuelle Erfahrung gestärkt, verkraftet sie den Freitod ihrer Freundin Joan ebenso wie die Trennung von Buddy, der ihr mit Blick auf die Zeit, die Esther in der Nervenheilanstalt verbringen musste, die Frage stellt: »Ich bin gespannt, wer dich jetzt heiratet, Esther.« In diesem Satz kulminiert die gesamte Spießbürgerlichkeit der amerikanischen Gesellschaft, die Esthers Leiden ausgelöst hat.
Aufbau: Der Roman besteht aus 20 Kapiteln, die sich in drei Teile gliedern. Die ersten neun Kapitel spielen in New York, das zehnte Kapitel führt Esther zurück in ihren Heimatort. Plath beschreibt mit großer Genauigkeit, wie der langweilige Alltag Esther zunehmend zermürbt und das Mädchen ihre gesamte Energie darauf verwendet, eine geeignete Selbstmordmethode auszutüfteln. Der dritte Teil beschreibt den Aufenthalt der Protagonistin in verschiedenen Krankenhäusern und Nervenheilanstalten.
Wirkung: Im New Statesman wurde Die Glasglocke von Literaturkritiker Robert Taubman als »erster weiblicher Roman nach Salinger-Art« bezeichnet und der Listener lobte das Buch für seine ausgezeichnete Amerika-Kritik. Der Journalist Alfred Alvarez, der das Werk von Plath außerordentlich schätzte und in einem Nachruf schrieb, Plath habe »einen völlig neuen Durchbruch in der modernen Lyrik« geschafft, lüftete bereits wenige Wochen nach dem Tod der Autorin das Pseudonym, unter dem Die Glasglocke zunächst erschienen war. Danach stellten Journalisten und Literaturwissenschaftler immer mehr Verbindungen zwischen dem Nervenzusammenbruch der Romanfigur Esther und dem Leben der jung aus dem Leben geschiedenen Autorin fest. M. E. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Die Glasglocke
OT The Bell Jar OA 1963 DE 1968Form Roman Epoche Moderne
Die Glasglocke, einziger Roman der Schriftstellerin Sylvia Plath, schildert auf eindringliche Weise den schwierigen Prozess des Erwachsenwerdens im prüden Amerika der 1950er Jahre.
Entstehung: Im Oktober 1961 erhielt Sylvia Plath vom US-Verlag Heinemann einen Vorschuss für die Arbeit an ihrem Roman Die Glasglocke, der zu diesem Zeitpunkt bereits in einer ersten Fassung vorlag. Parallel bekam sie im November 1961 ein Stipendium der Eugene-Saxton-Stiftung, für das sie ein Jahr lang Prosa schreiben sollte. Innerhalb des nächsten halben Jahres entschied sich Plath, angesichts der starken autobiografischen Bezüge von Die Glasglocke, das Buch unter dem Pseudonym Victoria Lucas zu veröffentlichen.
Inhalt: Die ehrgeizige und talentierte Literaturstudentin Esther Greenwood hat ein vierwöchiges Volontariat bei einer New Yorker Modezeitschrift gewonnen. Die Metropole rührt sie in vielerlei Hinsicht auf: Das ihr anerzogene Pflichtgefühl passt nicht zu der ungewohnten Freiheit in der Großstadt. Sie sehnt sich nach ersten sexuellen Erfahrungen, möchte aber gleichzeitig die Erwartungen ihrer Mutter und ihres Freundes Buddy nicht enttäuschen.
Bei der Rückkehr aus New York erfährt sie, dass sie nicht zu dem Schriftstellerkurs angenommen wurde, auf den sie sich gefreut hatte. Esthers innere Zerrissenheit und die Langeweile in der Kleinstadt vergrößern die Depression des Mädchens, das schließlich von ihrer Mutter an einen Psychologen verwiesen wird. Er unterzieht sie einer Elektroschocktherapie, worauf Esther verschiedene Selbstmordmethoden ausprobiert. Nach einem Suizidversuch erkennt Esther im Krankenhaus, dass sie sich immer »unter der gleichen Glasglocke« befindet, gleich, ob sie »auf dem Deck eines Schiffes oder in einem Straßencafé in Paris oder Bangkok« saß. Kurz vor der Entlassung »aus der Anstalt« lernt sie Irwin, einen Mathematikprofessor, kennen, der sie defloriert. Durch die sexuelle Erfahrung gestärkt, verkraftet sie den Freitod ihrer Freundin Joan ebenso wie die Trennung von Buddy, der ihr mit Blick auf die Zeit, die Esther in der Nervenheilanstalt verbringen musste, die Frage stellt: »Ich bin gespannt, wer dich jetzt heiratet, Esther.« In diesem Satz kulminiert die gesamte Spießbürgerlichkeit der amerikanischen Gesellschaft, die Esthers Leiden ausgelöst hat.
Aufbau: Der Roman besteht aus 20 Kapiteln, die sich in drei Teile gliedern. Die ersten neun Kapitel spielen in New York, das zehnte Kapitel führt Esther zurück in ihren Heimatort. Plath beschreibt mit großer Genauigkeit, wie der langweilige Alltag Esther zunehmend zermürbt und das Mädchen ihre gesamte Energie darauf verwendet, eine geeignete Selbstmordmethode auszutüfteln. Der dritte Teil beschreibt den Aufenthalt der Protagonistin in verschiedenen Krankenhäusern und Nervenheilanstalten.
Wirkung: Im New Statesman wurde Die Glasglocke von Literaturkritiker Robert Taubman als »erster weiblicher Roman nach Salinger-Art« bezeichnet und der Listener lobte das Buch für seine ausgezeichnete Amerika-Kritik. Der Journalist Alfred Alvarez, der das Werk von Plath außerordentlich schätzte und in einem Nachruf schrieb, Plath habe »einen völlig neuen Durchbruch in der modernen Lyrik« geschafft, lüftete bereits wenige Wochen nach dem Tod der Autorin das Pseudonym, unter dem Die Glasglocke zunächst erschienen war. Danach stellten Journalisten und Literaturwissenschaftler immer mehr Verbindungen zwischen dem Nervenzusammenbruch der Romanfigur Esther und dem Leben der jung aus dem Leben geschiedenen Autorin fest. M. E. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Pressestimmen
»In ›Die Glasglocke‹ gehen Biographie und Leben, Fakt und Fiktion eine geniale Mischung ein. Die Authentizität des Romans rührt aus ebendieser Gemengelage von Subjektivem und Objektivem, Persönlichem und Gesamtgesellschaftlichem und macht ihn zu einem Meilenstein der amerikanischen Literatur ... .«
(ShortBooks )Kurzbeschreibung
Die Amerikanerin Sylvia Plath (1932 - 1963), "die beste, aufregendste und maßgeblich rücksichtsloseste Dichterin ihrer Generation" (John Updike), hat mit ihrem einzigen Roman, der im Jahr ihres Selbstmordes erschien, ein Jahrhundertbuch geschrieben, das auch heute nichts von seiner beklemmenden Faszination verloren hat.
"Es war ein verrückter, schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektrischen Stuhl kamen und ich nicht wußte, was ich in New York eigentlich wollte." Die Collegestudentin Esther Greenwood, von Preisen und Stipendien überhäuft, verbringt im "schwarzen Sommer" von 1953 einen Monat als Volontärin einer Modezeitschrift in New York. Schonungslos protokolliert sie ihre Existenzkrise.
"Es war ein verrückter, schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektrischen Stuhl kamen und ich nicht wußte, was ich in New York eigentlich wollte." Die Collegestudentin Esther Greenwood, von Preisen und Stipendien überhäuft, verbringt im "schwarzen Sommer" von 1953 einen Monat als Volontärin einer Modezeitschrift in New York. Schonungslos protokolliert sie ihre Existenzkrise.
Über den Autor
Die Dichterin Sylvia Plath, geboren 1932 in Boston, verheiratet mit dem Dichter Ted Hughes, wurde nach ihrem Selbstmord 1963 in London mit dem Roman Die Glasglocke und dem Gedichtband Ariel zu einer internationalen Ikone der Frauenbewegung,