Das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann, ist, dass ihrem Kind etwas zustößt.
Anna muss genau das durchmachen. Sie findet ihren 14jährigen Sohn Eric bewusstlos vor dem Laptop, auf dem er ein Fantasy-Computerspiel gespielt hat. Eric ist im Wachkoma, und Anna ist verzweifelt. So verzweifelt, dass sie die Hilfe einer Frau namens Emily annimmt, die behauptet, die Seelen anderer Menschen berühren zu können. Die Ärzte sind überhaupt nicht begeistert davon, und so entführt Anna ihren Sohn aus dem Krankenhaus.
Mit Hilfe von Emily und einer geheimnisvollen Droge schafft Anna es tatsächlich, in Erics Gedankenwelt einzudringen, und taucht so in die Handlung des Computerspiels ein. Aber beides ist gefährlich und lebensbedrohend.
Und auch die Wirklichkeit wird immer bedrohlicher. War Eric Teil eines perfiden Experiments?
Ich fand die Idee, einen Thriller mit Fantasyelementen zu verquicken, ziemlich gewagt. Aber Karl Olsberg hat diese schwierige Aufgabe glänzend gelöst. Das Buch wird durch den ständigen Wechsel zwischen Realität und Spielwelt spannend und lebendig. Zum Schluss wusste ich genauso wenig wie die Protagonistin, wo die Realität aufhört und die Spielebene anfängt.
Es war für mich völlig unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen, so sehr habe ich mich als Mutter mit Anna identifiziert.
Das überraschende Ende ist ein weiterer Pluspunkt dieses ungewöhnlichen und brillant komponierten Thrillers.