Sehr geehrter Leser,
bei folgender Rezension möchte ich darauf hinweisen, dass man 2 Umstände beachten muss:
Auf Grund der Aktualität war ein mittel- bis langfristiges Hören noch nicht möglich. Daher sind die hier geschilderten Eindrücke auf die ersten Male Durchhören bezogen.
Ich bin seit Beginn der Electrolore und Alexander Marcus ersten Albums ein Fan dieser Stil-Richtung. Eine gewisse Sympathie und Verständnis für die Kunstform Electrolore ist eine fast notwendige Voraussetzung um in den Hörgenuss dieses Albums zu kommen.
Es wird hier aber nicht aus "Fanboy-Sicht" geschrieben.
Nun aber hier meine Kritik:
1. Glanz und Gloria - *****
Der "Opener" kommt mit 100%iger Tanzbarkeit und "Mitsing-Garantie" daher. Der Beat ist
druckvoll und die schwungvollen Melodien runden das ganze in gewohnter Manier ab. Eines der Highlights und nicht umsonst Titel und Opener der CD.
2. Und es geht voran - ***
Schwierig. Der Beat reißt einen nicht wirklich vom Hocker und die Story ist eher dürftig, bis garnicht vorhanden. Es geht in die Richtung eine "Hymne" auf die Electrolore zu sein, ist aber dafür zu einfach gestrickt. Wenig Hitpotential und könnte beim Durchhören nach dem fulminanten Opener den ersten Dämpfer setzen.
3. Liebe Kiste - *
Liebe Kiste beginnt Anfangs relativ vielversprechend, schöner AM-Synthy-Sound. Aber dann verliert AM sich etwas zu sehr im Nonsens und selbst eingefleischte AM-Fans dürften anfangs ihre Probleme mit dem Song haben. Spannungsaufbau und Mitgröl-Szenen sind nicht vorhanden und so plätschert es 2:20min lang vor sich hin. Und am Ende frägt man sich: "Was will AM uns sagen?"
4. Danke schön - ***
Ein Song mit dem man einem lieben Mitmenschen mal "Danke" sagen kann :) Musikalisch recht schön und schnulzig arrangiert und der Gastauftritt von Bela B. passt ganz gut dazu. Netter Song der am Ende nochmal Fahrt aufnimmt.
5. Soldaten der Liebe - *****
Der schon als Video veröffentlichte Song kommt in einem klassischen AM-Soundgerüst daher und bietet auch in lyrischer Hinsicht AM vom Feinsten. Selbst "Nicht-Alexander-Marcus-Kennern" könnte der Song gut gefallen und ich konnte auf einigen Partys schon beobachten, dass der Song gut ankommt. Tanzbar und viele schöne Passagen zum Mitsingen. Tip-Top.
6. Pitschi Pitschi Popo - *****
Soundtechnisch ein absoluter Alexander Marcus, nicht zu verkennen. Sehr schöne Beatkonstruktion, wie Soldaten der Liebe absolut tanzbar und animiert zum Mitsingen. Er braucht Anfangs allerdings etwas um anzukommen, da der Refrain anfangs doch sehr nach überzogenem, künstlchem Nonsens klingt. Geht aber definitiv ins Ohr.
7. Geben - **
Hier erzählt AM von seinem "Leben auf der Überholspur" und seiner Wendung. Aus musikalischer Sicht ganz nett gemacht, wird aber sicher keine Tanzscheibe. Der Text kommt leider etwas heuchlerisch daher: "Jetzt will ich geben, mit Christus leben..." Vielleicht etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt.
8. Alex M - ***
Ein reines Instrumental bei dem alle Alexander Marcus Stilmittel vertreten sind, vom Synthy über wildes Phaser-Geflimmer und 100% kitschige Electro-Drums und Claps. Witzig zum Nebenher hören. Kann ich mir gut in einem BMW-Cabrio bei max. Lautstärke in der Stuttgarter Innenstadt vorstellen. Damit kriegt man sie alle.
9. Disco la Cola - ****
Beim letzten Live-Auftritt von AM war Disco la Cola eine der großen Überraschungen. Nachdem die Strophe anfangs etwas unspektakulär daherkommt überzeugen Bridge und Refrain durch guten Beat und witzige Melodie auf die getanzt werden darf. Mitsingen nicht zu verhindern.
10. Mongolei - ***
Musikalisch sehr minimalistisch, jedoch witziger Nonsens-Text. Beispiel: "Mongo-, Mongo- Mongolei Land im fernen Osten, das grenzt direkt an China. Hier ist eindeutig der komödiantische Aspekt im Vordergrund und man schmunzelt so vor sich hin während man den Song hört.
11. Nur ein Sänger - ****
Die einzige Ballade auf diesem Album und soundtechnisch eine schön triefende AM-Schnulze, kitschige 80er-Jahre (Slap)Bass-Line und Keyboard-Streicher. Schön anzuhören, vergleichbar mit "Sandra" auf "Mega".
12. King of Electrolore Mega Mix - ****
Ein 30 Minuten-Mix der 3 Alexander Marcus Alben mit seinen Hits in folgender Reihenfolge:
Intro / 1,2,3 / Hawai-Toast Song / Mega / Toni der Rodelkönig / Spiel, Satz und Sieg / Fashio / Pitschi Pitschi Popo / Sei kein Frosch / Wir haben den Dreh raus / Papaya / Soldaten der Liebe / Guten Morgen / Homo Dance / Hallo Halodri / Ciao Ciao Bella / Fiesta Musica / Alles Gute / Karussell
Ordentlicher Mix mit allen AM-Hits der letzten 3 Alben. Böse Zungen könnten jedoch behaupten man hätte die CD noch etwas füllen müssen. Aber nettes Gimmick bei dem auch Alexander Marcus Neulinge wohl einen kleinen "Vorgeschmack" bekommen sollen was so auf den vorigen 2 Platten geboten ist um sich diese auch noch zuzulegen.
Fazit:
Das neue Album von Alexander Marcus hat meine Erwartungen erfüllt und wird auch den Erwartungen der AM-Fangemeinde größtenteils gerecht werden. Trotz kleiner Durchhänger tummeln sich einige größere Nummern drauf die absolut hitverdächtig sind. Alexander Marcus bleibt sich treu und spielt einen wichtigen Effekt ganz wichtig aus:
Nicht Alexander Marcus wird immer massentauglicher, sondern die Masse immer Alexander-Marcus-tauglicher.
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