Ausstattung: Ohne viel über den Inhalt zu verraten ist das Cover in warmes rot und gelb gehalten. Man sieht die Schatten zweier Menschen, dazu die Herrenschuhe des einen und ein Damenschuh. Der Titel Glücksschatten wirft bei mir gleich Fragen auf. Ist es ein Schatten, der das Glück eintrübt? Oder wirft das Glück einen eher angenehmen Schatten?
Ich kann verstehen, dass man bei Veröffentlichung bei Books on Demand, also auf eigene Kosten, gerade beim Format und ähnlichem eventuell Abstriche machen muss. Hier soll aber trotzdem erwähnt sein, dass eben das Format des Buches sehr ungewöhnlich ist. Gerade zu Beginn wirkt es etwas irritierend, aber die Geschichte entwickelt sich dann so rasant, dass das Format kaum noch Beachtung erhält.
Inhalt: Jane und Sascha führen ein ganz normales Leben. Er ist zwar häufig beschäftigt, doch sie lieben sich und wollen heiraten. Völlig unvermutet begegnet Jane dann jedoch ihrem Traummann in einem Fahrstuhl und nach einem One-Night-Stand, der ihr so schnell nicht mehr aus dem Kopf geht, stellt sie fest, dass sie schwanger ist.
Hals über Kopf verlässt Sascha die gemeinsame Wohnung und flieht nach Amerika, um sich eine Auszeit zu nehmen, zu sich selbst zu finden. Gleichzeitig trifft Jane den Mann aus dem Fahrstuhl wieder und es stellt sich heraus, dass dies nicht nur ein harmloser Flirt war'
Meine Meinung:
Am Anfang musste ich mir ein Schmunzeln doch verkneifen. Es wirkt irgendwie allzu unwahrscheinlich, dass sich zwei Menschen in einem Fahrstuhl begegnen und so von einander begeistert sind, ohne ein einziges Wort gewechselt zu haben, dass sie sich beinahe noch vor Ort die Kleider vom Leib reißen.
Zum großen Erschrecken wird Jane auch noch schwanger und nach und nach werden einige Klischees und Standard-Situationen aufgegriffen. Ich habe mich oft wie in einer Daily-Soap im Fernsehen gefüllt. Alle zwei Seiten passiert etwas Neues, etwas unerwartetes.
Die Geschichte wird mit großer Geschwindigkeit und ohne Verschnaufpausen erzählt. So hat das Buch keinerlei Längen, aber ich hatte auch Schwierigkeiten mich mit den Charakteren zu identifizieren, die mir oft etwas zu überdreht und hektisch wirkten. Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass die Handlung häufig über Dialoge vorangetrieben wird. Oft kann der Leser nur über das gesprochene Wort den Gefühlszustand der Protagonisten erahnen, was automatisch eine Distanz erzeugt.
Liz Ambros bemüht sich sehr eine alltägliche Sprache zu wählen, was teilweise nicht vollständig gelingt. Mit sehr kurzen Sätzen soll eine Mündlichkeit suggeriert werden, aber man stolpert doch beim Lesen immer wieder über Begriffe und Phrasen, die keiner so im Alltag verwenden würde.
Überraschend war für mich, dass viele Szenen recht wenig mit dem Alltag, der im Klappentext angesprochen wird, zu tun hat. Auf gut 200 Seiten gibt es diverse Schwangerschaften, Unfälle und Todesfälle, die manchmal nur in wenigen Sätzen abgehandelt werden.
Fazit: Der Sprachstil ist bemerkenswert und wenn man über kleinere Holpersteine und manche Zeichensetzungsfehler hinweglesen kann, entführt Liz Ambros den Leser mit atemloser Geschwindigkeit in eine Geschichte, in der die Charaktere immer wieder auf neue Wendung in ihrem Leben die Antwort finden müssen, die ihnen Glück beschert.