Das ca. 200 Seiten umfassende Buch ist in zwei große Hauptteile gegliedert, den Glücksspielen und den Gewinnspielen. Unter Glücksspiele werden die kommerziellen Spiele wie Lotto und Totto, Sportwetten, Klassenlotterien, Spielkasinos usw. zusammengefasst. Unter Gewinnspiele versteht man, stark vereinfacht, in erster Linie die umgangssprachlich als Preisausschreiben bezeichneten Spiele, deren Teilnahme kostenlos möglich sein sollte. Dabei werden die zwischenzeitlich allgegenwärtigen kostenpflichtigen Gewinnspiel mit 0137/0900 Rufnummern oder Zuschlags-SMS derzeit auch noch zu dem Gewinnspielbereich gezählt, obwohl der Veranstalter dieser Spiele den Hauptteil der Entgelte erhält, d.h. wie bei Glücksspielen eine möglichst hohe Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.
Der Autor hat den Anspruch, dass das Buch auch für Nichtjuristen gut verständlich sein sollte. Dies gelingt ihm auch tatsächlich sehr gut und ohne ins Oberflächliche abzugeleiten.
Der ganze Glücksspielbereich im Buch ist davon geprägt, dass in 2006 eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zum Glücksspielmonopol des Staates gefällt wurde, welches der Staat versucht zum Anlass zu nehmen dieses Monopol wieder aufleben zu lassen. Leicht für jedermann dadurch bemerkbar, dass fast sämtliche Werbung von Wettanbietern (z.B. Bwin) aus den Medien verschwunden ist genauso wie die Annahmestellen für Sportwetten in den Städten. Derzeit streben die Bundesländer den Abschluss eines neuen Lotteriestaatsvertrages an, welcher ab dem 01.01.08 in Kraft treten soll. Dadurch, dass dieser Bereich derzeit einer gesetzlichen Neuregelung mit ungewissem Ausgang unterliegt, sind die Informationen im Buch eigentlich bereits jetzt schon wieder veraltet. Dafür kann der Autor zwar nichts, aber ein Käufer sollte sich dessen bewusst sein.
Der Gewinnspielbereich wird grundsätzlich sehr ausführlich dargestellt. Allerdings werden die Problembereiche teilweise zu sehr theoretisiert. Ich will dies an einem Beispiel erläutern. Gewinnzusagen stellen seit einigen Jahren einen einklagbaren Anspruch dar. In diesem Zusammenhang wird das Problem des Gerichtsstandes bzw. der gerichtlichen Zuständigkeit in den Fällen, in denen ein deutscher Verbraucher eine Gewinnzusicherungen aus dem Ausland erhält, eingehend behandelt. Das wesentlich praxisrelevantere Problem, wenn beispielsweise ein Verbraucher in Hamburg eine Gewinnzusage von einem Unternehmen mit Sitz in München erhält, wurde offensichtlich schlicht vergessen. Dabei habe ich selbst erlebt, dass die Gerichte sich über diese Frage trefflich streiten können (also Hamburg oder München). Auch die in der Praxis wichtige Frage, unter welchen Umständen Ansprüche aus einer Gewinnzusicherung gegen Ansprüchen eines Unternehmens aus einer Warenlieferung aufgerechnet werden können, wird leider nicht behandelt.
Fazit:
Es ist vermutlich das umfassensde Buch zu diesem Themenbereich. In Teil 1 leidet es jedoch unter mangelnder Aktualität, in Teil 2 unter fehlendem Praxisbezug. Daher reicht es leider nur für 3 Sterne.