- Taschenbuch: 329 Seiten
- Verlag: Asanger; Auflage: 1., Aufl. (2003)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 389334408X
- ISBN-13: 978-3893344086
- Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,8 x 2,2 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.993.078 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Produktinformation
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Vor allem in der amerikanischen Psychologie wurde dafür der Begriff der positiven Psychologie (Positive Psychology, vgl. Seligman 2000; Snyder & Lopez 2002) geprägt. So hat sich einer der Protagonisten dieser Bewegung, Martin E.P. Seligman, nach seinen bahnbrechenden Forschungen zur erlernten Hilflosigkeit und deren Zusammenhängen zur Depression, plötzlich der Kehrseite, dem erlernten Optimismus, zugewandt und hier ein umfassendes Forschungsprogramm positiver Psychologie aufgebaut (vgl.Hinter solchen Forschungsbemühungen steht der Gedanke, dass sich Gesundheit und Wohlbefinden als zentrale Zielgrößen psychologischer Arbeit, nicht automatisch einstellen, wenn Krankheit und Belastung beseitigt sind. Wir müssen sie selbst aktiv anstreben und uns so auch ihrer eigenständigen Erforschung widmen.
Das Programm einer Positiven Psychologie gerät jedoch leicht in Ideologieverdacht. Mit einseitigem Blick auf Glück und Wohlbefinden, gleichsam durch eine rosarote Brille, könnte von Problemlagen, Unglück und Leiden abgelenkt werden und ein verzerrtes Bild menschlicher Existenz entworfen werden. Durch fundierte empirische Forschung im Kontext psychologischer Theoriebildung kann man sich diesem Verdacht erwehren. Konkrete empirischer Arbeiten sind hier wichtig, um Forschungslücken zu schließen.
Hier liefert das Buch von Rotraut Walden wertvolles Material. Der Ansatz einer interaktionistischen Perspektive stellt eine wichtige Erweiterung im Rahmen der Wohlbefindensforschung dar. Und es zeichnen sich wichtige Resultate der Studie ab.
Dazu gehört, dass konsumorientierte Glückssituationen weniger zentral für das Selbstkonzept als soziale Situationen zu sein scheinen. Im Glück fühlen wir uns stark, wach, befreit, entspannt, sensibel, geborgen, erscheint uns das Leben lebenswert, während Essen und Trinken, Fernsehen und sich Zurückziehen keinen Zusammenhang zum Glück zeigen. Erfolgreiche Bewältigung von Aufgaben, Kennen Lernen eines Partners und Anerkennung in der Gruppe scheinen für Glückserlebnisse zentral zu sein. Diese Ergebnisse knüpfen an die abendländische Philosophie des Glücks an, die seit Aristoteles Eudaimonia-Konzeption im Glück die wesentliche menschliche Zielgröße, gerade auch in ihrer sozialen und nicht rein hedonistischen Struktur, sehen.
Eine interessante Arbeit also, die viel Anlass zum Weiterdenken und Weiterforschen gibt.
Literatur: Mayring, Ph. (1991). Psychologie des Glücks. Stuttgart: Kohlhammer. Seligman, M.E.P. (Ed.) (2000). Positive Psychology. American Psychologist, 55,1 (Special Issue). Washington, DC: APA. Snyder, C.R. & Lopez, S.J. (Eds.) (2002). Handbook of positive psychology. Oxford: University Press.
Klagenfurt im Februar 2003 Philipp Mayring
Prof. Dr. Philipp Mayring ist Experte für Psychologische Methodik und Gesundheitspsychologie an der Universität Klagenfurt.
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