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Gott und das Glück. Das Schicksal des guten Lebens im Christentum
 
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Gott und das Glück. Das Schicksal des guten Lebens im Christentum [Gebundene Ausgabe]

Jörg Lauster
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 222 Seiten
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3579065009
  • ISBN-13: 978-3579065007
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 797.453 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Religion und das Glück - Was hält das Christentum vom Glück? - Das Thema Glück in religionsgeschichtlicher Perspektive - Weisheit religiösen Denkens Was ist Glück? Und wie geht das? Wie hat die Religion des Abendlandes eigentlich über das »Glück« gedacht? Und haben religiöses Denken und die Glückskonzepte der Gegenwart einander etwas zu sagen? Jörg Lauster zeichnet die markanten Punkte nach, an denen die Auseinandersetzung des Christentums mit den Glückkonzeptionen der jeweiligen Epoche sichtbar wird. Von Jesus bis Kant ist das Glück im Christentum eine Frage, für die Antworten dann doch nicht nur im Paradies gesucht werden. In seinem Buch bietet Lauster eine Fülle von Sachwissen zu den Denkbewegungen zum Glück - sprachlich elegant und unterhaltsam präsentiert. Sein angenehm unfrommer Umgang mit dem Thema lässt dabei auf behutsame Weise auch die Weisheit religiösen Denkens aufscheinen.

Über den Autor

Jörg Lauster, Dr. theol., geb. 1966 in Heidelberg ist Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Philipps-Universität in Marburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen bei der theologischen Hermeneutik und der kulturgeschichtlichen Entwicklung der christlichen Theologie.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Inhaltsangabe: Eine neue theologische Glückslehre, 6. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Gott und das Glück. Das Schicksal des guten Lebens im Christentum (Gebundene Ausgabe)
Wer nach dem Glück in der heutigen Theologie Ausschau hält, dem sei gesagt, dass er es vergeblich sucht. Denn wer den ersten Teil von Jörg Lausters neuestem Buch aufmerksam liest, erfährt viel vom Schicksal des theologischen Glücksbegriffs bis hin zu dessen Verschwinden. Die ursächlichen Faktoren reichen, wie Lauster zeigt, weit zurück. Schon bei Paulus wird dem Glück keine religiöse Relevanz eingeräumt, weil das von Gott erwartete jenseitige Heil des Menschen nicht in Einklang zu bringen war mit dem Gedanken eines nach menschlichem Empfinden glücklichen und gelingenden Lebens. Einigen Kirchenvätern (z.B. Gregor von Nyssa, der frühe Augustin) war es zwar gelungen, die antike Glückslehre (Eudämonismus) mit der christlichen Anthropologie zu verbinden, jedoch waren solche Unternehmungen von relativ kurzer Dauer und wurden im Verlauf der Kirchengeschichte nur selten berücksichtigt. Trotz einiger weiterer Versuche in Mittelalter und Renaissance, das Glück in die Theologie zu integrieren (z.B. Th. v. Aquin, Fr. Petrarca, L. Valla, M. Ficino), wurde das Glück zunehmend mit hedonistischer Bedürfnisbefriedigung gleichgesetzt, und spätestens wurde mit der reformatorisch-lutherischen Lehre in der protestantischen Theologie die Frage nach dem Glück aufgegeben. Das Heil des Menschen stand ab nun einem menschlichen Glücksstreben gegenüber, das nach Auffassung von Luther grundsätzlich in die Irre führen sollte. Erst in der Aufklärung wurden wieder Versuche unternommen, mithilfe der Vernunft das Glück des Menschen wiederzugewinnen, allerdings in Form der Erkenntnis, dass der Mensch sich eingebunden weiß in die Wirklichkeit Gottes (Spinoza). Kant aber übte heftige Kritik am Glücksbegriff, da die menschliche Lust und Unlust (=Glück) als unvereinbar mit der Moral gedacht wurden und wird folglich verdächtigt, der „Totengräber des Glücks" zu sein.
Dem vergessenen Glück will Lauster im zweiten Teil neues Leben verleihen. Ausgehend von der empirischen Annahme, dass jeder Mensch nach Glück strebt, formuliert Lauster die Rahmenbedingungen einer theologischen Glückslehre. Das menschliche Glücksstreben interpretiert Lauster daher nicht als Beleg für die konkupiszente menschliche Verfasstheit, sondern - ähnlich wie Gregor von Nyssa - im grundlegenden Sinne als Ausdruck der Gottebenbildlichkeit, wobei der Sündenlehre insofern Rechnung getragen wird, als dass der Mensch in seinem Glücksstreben auch scheitern kann. Zum Glücksbegriff rechnet Lauster nicht nur die jenseitige christliche Heilshoffnung mit ein, sondern auch diesseitige, weltliche Kriterien, wie z.B. Bedürfnisbefriedigung oder das Streben nach der Erfüllung individueller Wünsche und Ziele, die Lauster als Voraussetzung für die Möglichkeit eines glückenden Lebens zugrunde legt. Mit der Betonung der menschlichen Fähigkeiten durch die Integration des Glücksbegriff in die anthropologisch-positive Seite des Menschen (imago dei) erfährt der „Mensch das Vertrauen und den Mut etwas Ungeheures zu wagen: an seinem Glück zu arbeiten", wenngleich der Mensch, wie Lauster hervorhebt, sich auch der Grenzen menschlicher Einflussnahme bewusst sein sollte: Das Glück stellt sich in vielerlei Hinsicht auch unverfügbar ein.
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