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5.0 von 5 Sternen
Ein gutes, anspruchsvolles "Geschichtsbuch" über "das Glück", 27. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Glück. Eine Spurensuche. (Taschenbuch)
Anders als in den meisten Büchern zum Thema Glück - bei denen es sich meist um Romane oder "Lebenshilfebüchlein" handelt - wird hier die ganze menschliche Philosophiegeschichte von der Antike bis zur Gegenwart auf Ihrer wechselhaften Suche nach dem Glück dargestellt. Für jemanden, der nicht gerade Philosophie studiert hat, ist es äußerst überraschend zu lesen, auf wie verschiedenen Wegen die Menschen seit dem Altertum "das Glück" definiert, gesucht haben und manchmal sogar gefunden haben (oder zu haben glaubten?). Für die meisten war Glück die Erfüllung eines Wunsches; dies konnte im Minimalfall schon die Abwesenheit von Schmerzen und die Befriedigung der notwendigsten Bedürfnisse sein. Meistens aber konnten die Menschen dauerhaftes Glück nicht erlangen, denn meist wußten sie: "Glück ist erfüllte Liebe. Aber Liebe ist Gier. Gier nach Besitz, nach Macht, nach Anerkennung, nach Vereinnahmung und Beherrschung des Geliebten. ...Buddha nannte es die 'Wurzel des Leidens'." (S. 166) Anderes Zitat: "Wenn Leben Glück ist, wünscht man seine Ewigkeit. Die Verheißung des ewigen Lebens ist das große Paradox des Christentums." ..."Wäre es möglich, wahrscheinlich, denkbar oder erträglich, daß der Mensch biologisch auf etwas angelegt ist, das es nicht gibt?" (S. 143) Dieses Buch kann diese Fragen natürlich auch nicht endgültig beantworten, aber es hilft einem sehr auf der Suche nach dem eigenen Glück und plädiert letzten Endes für Leichtigkeit und Distanz im Umgang mit dem Glück, für "das Glück der Weisen": Spiel, Scherz, Ironie und Humor. Das Buch endet mit einem Gebet des Thomas Morus: "Herr, schenke mir Sinn für Humor, gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich etwas Glück kenne im Leben und anderen davon mitteilen kann." Dieses Buch wäre eine schöne Ergänzung zu "Sofies Welt" unter dem Weihnachtsbaum. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3.0 von 5 Sternen
recht interessanter Streifzug durch die Philsophiegeschichte unter dem Aspekt "Glück", 17. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Glück. Eine Spurensuche. (Taschenbuch)
Das Buch ist ein recht interessanter Streifzug durch die Philsophiegeschichte unter dem Aspekt "Glück".
Mindestens zwei deutliche Schwächen hat das Buch allerdings:
Zum einen ist es der Autorin nicht gelungen, sich von einer zu hohen Meinung über F. Nietzsches Werke (bzgl. deren stilistischen wie auch deren inhaltlichen Qualitäten) zu emanzipieren, obwohl sie es offenkundig durchaus versucht hat.
Zum anderen hat sie sich um eine Auseinandersetzung mit Theorien von K. Marx* mit dem lapidaren Hinweis gedrückt, das Wort "Glück" komme bei ihm nicht vor. Anspruchsvoller wäre es da gewesen, in der Textur von dessen Werk, insbesondere den Frühschriften, die Frage nach dem Glück als Frage nach einem menschenwürdigen Leben zu dechiffrieren und herauszuarbeiten (z.B. im Zusammenhang mit Marx' Entfremdungstheorie - vgl. dazu z.B. Joachim Israel: Der Begriff Entfremdung. Rowohlt Verlag)
Auch für einige Zitate wäre eine Quellenangabe hilfreich gewesen, z.B. einige für Nietzsche bezeichnende Sätze wie "(...) gilt mir als oberflächlich (...), wer im Wohlbefinden ein Ziel sieht (...)" oder den ebenfalls von ihr zitierten Satz "Was ist Glück - Das Gefühl davon, dass die Macht wächst (...)". Für etliche andere Zitate nennt die Autorin aber Quellenangaben.
Trotz der genannten Abstriche ein lesenswertes Buch.
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* Fußnote: Sehr lesenswert etwa: Erich Fromm: Das Menschenbild bei Marx; neueren Datums auch das kleine Büchlein zu Marx in der Reihe "Zur Einführung" des Junius Verlages.
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