Was Sie mit ,Low Budget' und dem fulminanten, punkigen 80er Live Album ,One For The Road' schon angekündigt hatten, brachten die Kinks auf ,Give The People' zur vollen Blüte: Ein raues, rockendes, live im Studio aufgenommenes Rock-Album mit großartigen songs und zwingenden Riffs.
Auf wohl keinem anderen Kinks Album wird klarer, wie viel Bands wie ,The Clash' den Kinks schuldeten - und das, obwohl die Clash 1981 ihre punkrockigen Großtaten schon veröffentlicht hatten.
Es war eine Rückkehr zu den ungestümen Rockern der frühen 60er à la ,You Really Got Me' und ,All Of The Day'; letzteres wird hier auch recht kräftig in ,Destroyer' selbstzitiert.
Zu schlau war Ray Davies aber damals und auch bereits zu vielfältig im songwriting, als dass er nur Rocksongs hier draufgepackt hätte; die sarkastischen songs ,Yo-Yo' und vor allem das zarte, aber bitterböse ,Art Lover' lockern die Platte dazwischen so gekonnt auf, dass keine Langeweile aufkommt. Der Titeltrack ist ein fast astreiner Rock'n'Roll mit punkigem ,Hey, Hey, Hey' Refrain, und auch der Rest der schnellen songs nimmt den Schwung und die Energie des Punk mit.
Nachdem ,Give The People' wegen des 1981 vorherrschenden New Waves und Post Punks aber nur eine moderater Erfolg beschieden war, beschloss die Band sich mit dem Nachfolger ,State Of Confusion' wieder auf poppigeres Terrain zu begeben, was ihnen dann auch prompt mit ,Come Dancing' und ,Don't Forget To Dance' die größten Hits ihrer späten Jahre bescherte.
Treibender und kurzweiliger aber ist diese Scheibe - die wahrscheinlich Beste, die die Kinks nach ,Lola vs. Powerman' aufgenommen haben.