Mit ihrem zweiten, 1978 von Blue Öyster Cult Produzent Sandy Pearlman produzierten, Album lösten The Clash etliche Kontroversen innerhalb der damals sehr engstirnigen Punk-Szene aus. Mainstream, Verrat schrien da einige ohne sich auch nur ansatzweise auf dieses geniale Werk einzulassen. "Give 'em enough rope" war die Einstimmung auf den Crossover-Klassiker "London Calling" und braucht sich vor dem ebenfalls überragenden Debüt "The Clash" keinesfalls zu verstecken. Ich glaube auch nicht, daß sich Strummer, Jones und Kollegen dem amerikanischen Markt anbiedern wollten, denn dazu sind die Texte viel zu politisch. The Clash war das starre Korsett des Punk einfach zu eng und daher wandten sie sich anderen Sounds und Genres zu, um daraus ihre ureigene Musik zu entwickeln. Neben "klassischen" Punk-Granaten ala "Tommy Gun", "Safe European Home", "English Civil War" oder "Cheapskates" finden sich Glam-Rock Anleihen, wie bei dem hymnischen "All the young punks", Ska-Reggae "Julie's been working for the drug squad" oder gar straighter Hard-Rock "Guns on the roof", das von einem wüsten Abenteuer auf dem Dach eines Hotels handelt. Ich habe dieses Album seit nunmehr 26 Jahren im Regal und es fasziniert mich wie am ersten Tag. Eins noch: Heute ist "PUNK" so vielschichtig und facettenreich, daß dieses Album würde es 2004 herauskommen garantiert keinem sauer aufstossen würde oder wirft irgendwer Band wie den White Stripes Verrat und Ausverkauf vor? Tolles Album einer grossen Band!