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Diese Tragödie aus der Feder William Shakespeares hat Giuseppe Verdi Mitte des 19. Jahrunderts kongenial vertont. Der italienische Opernkomponist hat in seinem "Melodramma" in vier Aufzügen die düstere Thematik gemeinsam mit Librettist Francesco Maria Piave detailbesessen herausgearbeitet, sowohl im Handlungsverlauf als auch in der dramatischen Orchesterführung. Akribisch hat er sich bei der ersten Auseinandersetzung mit einem Bühnenwerk William Shakespeares (später folgten noch Otello (1887) und Falstaff (1893)) der literarischen Herausforderung gestellt. Doch obwohl er mit der Arie der Lady Macbeth vor der Tötung Banquos, ihrer Nachtwandelszene sowie anderen Sangesstücken wirkungsvolle Musiktitel geschrieben hatte, blieb der Erfolg bei den Zeitgenossen aus. Die Uraufführung 1847 am Teatro La Pergola in Florenz war ein Flop, und auch der um ein Ballett erweiterten Neufassung für das Théâtre Lyrique in Paris blieb 1865 die Anerkennung versagt.
Mittlerweile gehört Macbeth freilich längst zum festen Repertoire an allen großen Opernhäusern der Welt. So erlebte das Werk beispielsweise 1987 an der Deutschen Oper Berlin eine grandiose Neuinszenierung. Regisseur Luca Ronconi setzte dabei auf eine traditionelle, profunde Ausdeutung. Er wollte nicht um jeden Preis eine neue Sichtweise auf die Oper erzwingen, arbeitete stattdessen den Kern des Werkes heraus, so wie Verdi ihn seinerzeit gemeint haben mochte, wie er ihm vorgeschwebt haben mag. Und auch die konservativen Kostüme sowie das unspektakuläre, doch gut passende Bühnenbild orientierten sich stark an einer klassischen Sichtweise des Tragödienstoffes.
Ebenfalls über jeden Zweifel erhaben waren die Leistungen der international besetzten Sängerriege. Vor allem der italienische Bariton Renato Bruson in der Titelrolle und seine Landsmännin, Sopranistin Mara Zampieri, als Lady Macbeth brillierten mit einem ausdrucksstarken Vortrag. Orchester und Chor der Deutschen Oper Berlin unter Giuseppe Sinopoli schließlich lieferten ein tragfähiges Fundament ohne Schnörkel, auf dem die Sangessolisten ihre Kunst voll ausspielen konnten. --Harald Kepler
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