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Giuseppe Verdi: "Simon Boccanegra": Dokumente – Materialien – Texte zur Entstehung und Rezeption der beiden Fassungen
 
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Giuseppe Verdi: "Simon Boccanegra": Dokumente – Materialien – Texte zur Entstehung und Rezeption der beiden Fassungen [Gebundene Ausgabe]

Christian Springer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
  • Verlag: Praesens Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. Juni 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3706904322
  • ISBN-13: 978-3706904322
  • Größe und/oder Gewicht: 23,6 x 16,8 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.239.322 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die vorliegende Monographie beschreibt die Entstehungs- und Aufführungsgeschichte der beiden Fassungen von Giuseppe Verdis Simon Boccanegra (1857 und 1881). Dem Leser werden zahlreiche Dokumente, Texte und sonstige Materialien zur Verfügung gestellt, die wenig oder gar nicht bekannt sind und/oder nicht in deutscher Übersetzung vorliegen. Dazu gehören u.a.: Der komplette Text des Dramas Simón Bocanegra von Antonio García Gutiérrez im spanischen Original (wobei jene Teile kenntlichgemacht sind, die der Oper zugrundeliegen). Verdis selbst in Italien kaum bekanntes Prosa-Libretto zu Simon Boccanegra, das vom Komponisten nach der spanischen Vorlage selbst verfaßt und komplett ausgearbeitet wurde. Die von Francesco Maria Piave versifizierte Textfassung der Oper (1857). Der komplette Briefwechsel zwischen Verdi und Arrigo Boito zu Simon Boccanegra in neuer deutscher Übersetzung. Die vollständige Korrespondenz zu Simon Boccanegra zwischen Verdi und seinem Verleger Giulio Ricordi, erstmals in deutscher Übersetzung. Die beiden Petrarca-Briefe von 1351 und 1352, deren Inhalt und Geist wesentlicher Bestandteil der Simon Boccanegra-Fassung von 1881 sind, in jener italienischen Übersetzung, die Verdi gekannt hat. Ihr gegenübergestellt wird eine neue deutsche Übersetzung, die aus dieser italienischen Übersetzung angefertigt wurde. Giulio Ricordis Disposizione scenica, das Regiebuch der Mailänder Inszenierung von 1881, im italienischen Original und in deutscher Übersetzung. Die ausführliche Rezeptionsgeschichte beider Fassungen der Oper. Eine ausführliche kommentierte Diskographie (Audio- und Videoaufnahmen).

Über den Autor

Christian Springer ist seit über 30 Jahren als freischaffender Übersetzer für Italienisch in Wien tätig. Der ausgebildete Sänger ist ein profunder Kenner der Opernliteratur und übt seit rund 20 Jahren eine umfassende musikhistorische Publikationstätigkeit zum Thema "Italienische Oper des 19. Jahrhunderts" aus.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Ein Stück für Kenner 1. Dezember 2009
Ein Stück für Kenner
Alles über Verdis Simon Boccanegra

Bis heute ist Verdis Simon Boccanegra ein Stück für Kenner geblieben, Wunschkonzertmelodien wird man hier vergeblich suchen, dafür aber mit einer im Werk des Komponisten beispiellosen Kompromisslosigkeit konfrontiert. Erreicht hat Verdi sein Ziel erst im zweiten Anlauf, als er die erfolglose Oper 1881, 24 Jahre nach ihrer Uraufführung, mit der dramaturgischen Unterstützung Arrigo Boitos grundlegend überarbeitete. Durchgesetzt hat sie sich freilich erst im Zuge der deutschen Verdi-Renaissance seit den 1930er-Jahren.
Der Wiener Verdi-Experte Christian Springer hat jetzt den verschlungenen Weg des Simon Boccanegra in einem voluminösen Buch nachgezeichnet, das auf umfassende Weise die Entstehungsgeschichte und Rezeption der beiden so grundverschiedenen Fassungen dokumentiert. Er hat in seine Darstellung den Briefwechsel Verdis mit seinen Librettisten Piave und Boito, seinem Verleger Ricordi und der Administration des venezianischen La Fenice-Theaters in wünschenswerter Vollständigkeit eingearbeitet. Man findet aber auch Informationen zu den Interpreten der beiden Uraufführungen sowie zu den wichtigsten Folgeaufführungen der Erstfassung bis hin zum Mailänder Fiasko im Januar 1859. Die ausführlich zitierten Pressestimmen zeigen, wie schwer es die Oper von Anfang an hatte, sich gegen die Erwartungen von Publikum und Kritik zu behaupten.
Am wertvollsten freilich ist der komplette Abdruck zweier bisher schwer zu beschaffender Quellen - García Gutiérrez' Drama Simón Bocanegra, der literarischen Vorlage der Oper, und Verdis Prosalibretto, das dem Librettisten Piave nur noch die Aufgabe der Versifikation überließ. Leider verzichtet Springer ausgerechnet in diesen beiden Fällen auf eine deutsche Übersetzung, während er selbst die Disposizione scenica, das gedruckte Regiebuch der Uraufführung der Zweitfassung, deren Wortlaut auch für den Laien einigermaßen leicht verständlich ist, im Original und in Übersetzung bringt. Dass er gerade diese Quelle, die nur noch von theaterhistorischem Interesse ist, für so wichtig hält, darf man als implizite Kritik am Regietheater verstehen. Abgerundet wird der dem Sänger Renato Bruson gewidmete Band u.a. durch eine kommentierte Diskografie und eine etwas einseitige Auswahlbibliographie.
Der Band ist für jeden, der sich in Zukunft mit Simon Boccanegra beschäftigt, unentbehrlich und füllt eine Lücke im Verdi-Schrifttum, das vergleichbare Dokumentationen zu Macbeth, Aida, Otello und Falstaff nur auf Englisch kennt. Man möchte Christian Springer ermuntern, sich auf dieselbe Weise auch des Don Carlos und seiner diversen Fassungen anzunehmen.
Uwe Schweikert
In: Opernwelt, Dezember 2009
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This is the third of Christian Springer's Verdi studies, the previous ones being on the early interpreters of Verdi's operas [Giuseppe Verdi und die Interpreten seiner Zeit, Holzhausen Verlag, Vienna, 2000] and a miscellany [Verdi-Studien, Praesens Verlag, Vienna, 2005]. His new book is devoted to just one work and could be entitled: All you ever wanted to know about Verdi's opera. The texts quoted include the complete Spanish text of the original play by Antonio García Gutiérrez, incidentally also the author of the original of Il trovatore, followed by Verdi's initial prose libretto; the full Italian libretto of the 1857 version with parallel translation; all suggested alterations during the work with Boito and a faithful, rather than a singing translation of the final 1881 version (the Italian of the latter being readily accessible). These are backed up by copious quotations from the letters of all concerned right from the first thoughts, bedded in the events around the previous premieres, through the various vicissitudes leading to the first performance in Venice and on through the other early performances to the final revision, and even of other early productions of the latter. Almost all the Italian performances of the first version after Venice are fully discussed and there is a list of 19th century productions of the second version, some of them being also considered. Naturally, all relevant passages for and against from the contemporary reviews are provided with thoughts on their possible political implications, including those of the main subsequent productions of the first version. Even a sole accusation of 'Wagnerism' is dismissed with the information that Verdi first heard any of the German's music eight years after Boccanegra's premiere and commented 'he's crazy'. Throughout there are copious illustrations of the relevant artists, buildings and stage designs. Appendices include the stage disposition for the 1881 premiere; Petrarch's letters to the Doge and Council; chronology; bibliography; index of names, etc. Finally, after a long introduction about the return to international stages after 1930 and a discussion of Verdi's requirements for the main characters, a list of all commercially available, more or less complete recordings on disc or video from the Met 78 rpm set in 1935 to the Allemandi CD of 2003. Individual excerpts, of which there were very few except of Fiesco's aria in the 78 rpm era, are not listed. Springer's style is reader friendly and, provided you don't get bogged down in the detail, this is a fascinating book packed with information, indeed it is difficult to imagine what could be added. However, a good working knowledge of German is essential and most of the documents are only given in Springer's own German translations, though of course footnotes give the original source.

CHRISTOPHER NORTON-WELSH
In: Association Internationale de Chant Lyrique 'Titta Ruffo', no. 44, p. 24.
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Referenzwerk 27. November 2008
Christian Springers Simon Boccanegra: Dokumente - Materialien - Texte zur Entstehung und Rezeption der beiden Fassungen behandelt in äußerst umfassender, wissenschaftlich fundierter und gleichzeitig ungemein flüssig und gut lesbarer Weise eine Oper, die zwar in ihrer Revision von 1881 als Meisterwerk gilt und als solches auch allgemein bekannt ist, deren komplexe Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte in all ihren Facetten aber bislang kaum beachtet wurde und deren Dokumente daher auch in der internationalen Verdi-Forschung nur einer kleinen Zahl von Spezialisten zugänglich waren.
Der Autor erkundet bei seinen Streifzügen durch die Quellen- und Überlieferungsgeschichte dabei vielfach neues Terrain, was - nicht nur hier, sondern in all seinen Publikationen - ein faszinierender Beweis dafür ist, daß selbst über diesen so gut erforschten Komponisten entweder noch nicht alles gesagt wurde oder aber, daß so manches, was von berufener und auch vielfach und zu oft unberufener Seite gesagt wurde, nicht selten der Korrektur und Neuinterpretation bedarf.
Ich möchte zwei Aspekte herausgreifen, die in der vorliegenden Publikation erstmals eingehend behandelt werden: die Disposizione scenica und die Petrarca-Briefe.
Zum ersten Punkt, zur sogenannten Disposizione scenica: Es handelt sich dabei um das erhaltene Regiebuch der Produktion an der Mailänder Scala von 1881. Obwohl von einigen Verdi-Opern entsprechende szenische Dispositionen in gedruckter Form existieren, wurde noch keine davon je ins Deutsche übersetzt. Hier nun findet man diesen von Giulio Ricordi bei den Proben angefertigten und mit Skizzen und Bewegungsabläufen versehenen Text erstmals ins Deutsche übersetzt und es wurde somit eine kaum bekannte Quelle zugänglich gemacht, welche in den Arbeitsverträgen künftiger Boccanegra¬-Regisseure eigentlich als Pflichtlektüre festgeschrieben werden sollte. Denn man kann daraus vor allem zwei Dinge lernen: Zum einen, daß Verdi, der ja die Probenarbeit selbst überwachte und leitete, ein eminenter Theaterpraktiker war, und zum anderen, daß hier der Autorenwille für alle Zeiten dokumentiert ist - nicht nur der Notentext, also die akustische Seite, sondern auch die optisch-szenische Umsetzung ist somit als zeitgenössisches Dokument überliefert, was sich als unschätzbare Chance für wahrlich authentische Realisierungen erweisen könnte.
Der zweite Punkt betrifft die sogenannten Petrarca-Briefe. Es ging auf Verdis Initiative zurück, daß zwei berühmte Briefe von Francesco Petrarca an die Dogen von Venedig und Genua aus den Jahren 1351 und 1352 direkt in das Libretto der Zweitfassung von 1881 Eingang gefunden haben. In den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts hatte der hochgebildete Rechtsanwalt Giuseppe Fracassetti die erste komplette kritische Edition und italienische Übersetzung der in lateinischer Sprache abgefaßten Epistulae familiares et variae von Petrarca herausgegeben, und es gilt als sehr wahrscheinlich, daß sich Verdi von dieser Fracassetti-Übersetzung, die der Komponist gut gekannt hat und die in seiner Bibliothek in Sant'Agata steht, inspirieren ließ. Die Literaturwissenschaft konnte in der Folge zahlreiche sprachliche Parallelen zwischen Verdi und Fracassetti herausarbeiten. Es ist, gemessen am Gesamtumfang des Buches, zwar ein schmales Kapitel, aber von umso größerer Bedeutung für die Boccanegra-Forschung, diese Briefe in ihrem relevanten Kontext zu besprechen und dem Leser jenes Bild zu vermitteln, welches Verdi und Boito von diesen gleichsam historisch-authentischen Quellen hatten. Auch hier ist wiederum die Erstübersetzung ins Deutsche der Version von Fracassetti besonders hervorzuheben.
Nach seinen beiden Verdi-spezifischen Büchern Verdi und die Interpreten seiner Zeit sowie Verdi-Studien beweist Christian Springer mit seinem neuen Buch über Simon Boccanegra erneut und eindrücklich, wie sehr er in der aktuellen Verdi-Forschung zuhause ist und sie maßgeblich mitgestaltet. Er beweist darüber hinaus aber in noch beeindruckenderer Weise, wie sehr er es zugleich auch versteht, diese Forschungsergebnisse auch durch mustergültige Übersetzungen einem breiteren Publikum in bestens lesbarer Form zugänglich zu machen. Das ist neben dem wissenschaftlichen Ertrag jener didaktische Zugewinn, der dem Autor ein bestechendes Feingefühl für den von ihm bei Fracassetti konstatierten Kultur- und Wissenstransfer bescheinigt. Und dies wiederum ist sicherlich die höchste Auszeichnung für ein wissenschaftliches Buch.

PD Dr. Thomas Lindner
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