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J. Williams , E. Ormandy , Eco , Giulliani , Rodrigo , et al. Audio CD


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FonoForum (11/99)

Ein Vierteljahrhundert liegt zwischen zwei Live-Aufnahmen aus der Bayerischen Staatsoper, in denen die Ära Keilberth repräsentativ, die Ära Sawallisch eher untypisch dokumentiert wird. "Palestrina" (3 CD C 515 993 D), wenige Monate vor der Wiedereröffnung des Nationaltheaters im "Prinze" aufgenommen, zeugt vom Glanz des damaligen Münchner Ensembles, in dem noch für Kleinstrollen einstige Heroen wie Nissen, Seider, Ostertag und Carnuth aufgeboten werden konnten. Als Borromeo kann Hans Hotter bei aller Autorität stimmliche Schwächen nicht verbergen, Richard Holm (als Palestrina Nachfolger von Karl Erb und Julius Patzak) zeigt sich als dezidiert moderner Sänger, was der Rolle durchaus guttut. Sohn und Schüler sind mit Hanny Steffek und Ingeborg Bremert (mit Abstrichen in der Höhe) adäquat besetzt, im Konzilsakt hinterlassen die Tenöre Fritz Uhl (Novagerio), Friedrich Lenz (Budoja) und Helmut Krebs (Abdisu) den stärksten Eindruck. Das tiefernste, dennoch ganz unpathetische und einem schlanken Orchesterklang verpflichtete Dirigat von Keilberth muß auch Hörer überzeugen, die Pfitzner sonst eher distanziert gegenüberstehen. Die italienische Oper spielte in München auch unter Sawallisch eine untergeordnete Rolle, deshalb war die Produktion von Rossinis "Mosè" (1988) schon per se verdienstvoll, das klangliche Resultat ist allerdings nicht sehr beeindruckend (2 CD C 514 992 I). Sawallisch scheint das dramatische Gewicht des Werkes doch ein bißchen zu unterschätzen, er musiziert mit lockerer Hand und wählt relativ rasche Tempi, als handle es sich um den "Barbier von Sevilla". Der Eindruck von Beiläufigkeit wird durch die schwache Besetzung zentraler Rollen noch vertieft: Ruggero Raimondi ist ein farbloser, hohl klingender Titelheld, Bodo Brinkmann übertrifft ihn als Faraone noch an Blässe, und der vormalige Rossini-Spezialist Francisco Araiza (Amenofi) klingt deutlich angestrengt. Carol Vaness bringt als Anaide bescheidenen Stimmglanz ein, bleibt aber ausdrucksneutral. Am richtigen Platz scheint einzig Doris Soffel (Sinaide), doch deren Part ist leider nicht ergiebig genug.

©FonoForum, Ekkehard Pluta


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