"Du machtest mich endlos - so ist dein Belieben."
So ist der Beginn eines Nobelpreis gekrönten Buches. Und weiter führt Tagore ein in die Lebens- und Liebesphilosophie eines bengalischen Herzens. "Ich lausche immer in stillem Staunen" und darin spürt man den Gesang, den das Herz gefangen nimmt, der "Trunken von Freude" sich selbst vergessend macht. Sich spürend, wenn er sagt: "das gleiche Leben ist's, das geschaukelt wird in der Ozeanwiege von Tod und Geburt, von Ebbe und Flut." Und im Lied 7 zeigt er auf, wie Schmuck (Reichtum) trennt, denn das sanfte Flüstern von Mensch zu Mensch wird gestört durch das klimpernde Klingklang. Vielmehr entwickelt er ein Gebet des Schweigens, mit der Bitte ein Flöte sein zu dürfen, die mit wunderbaren Tönen gefüllt wird.
So wird deutlich, dass Tagore geprägt von der Religion des Landes die kosmische Liebe sucht, den Gott, den Meister, der sich ihm offenbart, offenbart im anderen Menschen, so dass kosmische Botschaften zu menschlichen, lebens- und liebensbejahenden Bekundungen werden.
Tagore zu lesen bedarf einer gewissen Bereitschaft. Es sind Worte und Gedanken, die die abendländische Kultur im Jahre 1913 beeinflusst haben, die aber im Laufe der Jahrzehnte in Vergessenheit geraten sind. Daher eine Empfehlung zur Erinnerung an die fernöstlichen Weisheiten, wie auch seine "Liebesgedichte" (
Tagore, Liebesgedichte)
Rabindranath Tagore (1861-1941) war ein großer Dichter und geistiger Erneuerer des Selbstbewusstseins Indiens und neben Mahatma Gandhi ein Mitstreiter für die Unabhängigkeit Indiens - sein Nobelpreis für Literatur (1913) war ein Meilenstein zur Bedeutung Indiens für die Weltkultur