Mit den Jane Rizooli-Thrillern ist Tess Gerritsen zur internationalen Bestsellerautoren geworden, doch schon lange vor The Surgeon hat sie sich als Autorin mit einer Mischung aus Medical und Romantic Thrillern profiliert. Dass sie dabei auch einige Male bereits mit Elementen hantierte, die später zum Erfolg der Rizzoli-Isles-Reihe beitragen sollte verwundert da nicht weiter. Girl Missing (alias Peggy Sue got murdered) ist einer dieser Thriller der Züge aufweist, die stark ausgeprägte Züge aufweisen, die an Gerritsens jüngere Werke erinnern, hat sie M. J. Novak doch in gewisser Weise den Prototyp für Serienheldin Maura Isles entworfen.
Es gibt Tage an denen wäre man lieber nicht aus dem Bett gestiegen, doch man konnte noch nicht wissen was da auf einen zukommt. Einen solchen erlebt Gerichtsmedizinerin M.J. Novak als sie sogar etwas zu früh an ihrem Arbeitsplatz erscheint, wollte sie doch vor Dienstbeginn noch einen Happen zu sich nehmen. Doch da bittet sie ihr Kollege Ratchet kurz vor Schichtbeginn den gerade eingetroffenen Fall doch abzunehmen. Aufgrund der Einstiche an ihren Armen vermutet M.J. dass die Tote wohl ein Junkie gewesen ist, doch nichts an ihr gibt einen Aufschluss über ihre Identität. Nur auf einem Streichholzheftchen findet sie eine Telefonnummer, die sie zu Adam Quantrell führt, Eigentümer und Gründer des Pharmakonzerns Cygnus, der sich zudem auf der verzweifelten Suche nach seiner verschwundenen Tochter befindet. Als wenig später noch ein zweiter ganz ähnlicher Fall auf M.J.s Seziertisch landet beginnt sie misstrauisch zu werden, ob hinter den Toten nicht eine neue Droge stecken könnte, die womöglich sogar von Cygnus entwickelt wurde...
Tess Gerritsens frühere Medical Thriller lassen sich zwar nur schwer mit ihren stilistisch weit höher entwickelten Jane Rizzoli-Thrillern vergleichen, doch die Grundlagen für ihren späteren Erfolg weisen selbst diese frühen Werke bereits auf. So etwa die Handlung und Hintergrundgeschichte, die langsam ans Licht gerät, während die mit einem medizinischen Background ausgestattete Protagonistin sich neben einer Affäre mit dem charismatischen aber potentiellen Straftäter auch in Lebensgefahr stürzt. Dabei ist M.J. Novak durchaus rauere Sitten gewöhnt, ist sie doch genau in jenem heruntergekommenen Viertel aufgwachsen, wo sie auch die Quelle für die tödliche Drogenschwemme vermutet.
Fazit:
Eine funktionierende spannende Handlung, sympathische Charaktere und unerwartet viel Action, also durchaus lesenswert.