Ich habe die Giottos Wechselplatteneinheit GTMH 652 zusammen mit einer weiteren Wechselplatte gekauft. Beides macht einen hochwertigen Eindruck. Sowohl die Wechselplatte als auch die Halterung sind komplett aus Metall gefertigt und schwarz beschichtet. Die Wechselplattenhalterung lässt sich schnell und einfach an einen Giotto Kugelkopf montieren und hält sehr gut. Die Schraube, die die Wechselplattenhalterung hält, befindet sich innerhalb der Mulde, in die die Wechselplatte gehört. Außen an der Halterung finden sich drei Wasserwagen für die gerade Ausrichtung der Kamera. Die Verriegelung der Wechselplatte funktioniert mit Hilfe eines Hebels mit zusätzlicher Sicherung. Setzt man die Wechselplatte ein, schnappt die Verriegelung automatisch ein. Allerdings ist häufig noch ein beherztes Andrücken des Hebels notwendig, damit die Kamera nicht nur in der Halterung hängt, sondern fest verspannt ist. Die Sicherung des Hebels schnappt beim Schließen automatisch mit ein. Man muss zum öffnen der Wechselhalter den Sicherungshebel eindrücken und kann dann gleichzeitig den Haupthebel öffnen. Allerdings kann man den Hebel relativ weit öffnen, ohne den Sicherungshebel zu drücken. Die Kamera wird dabei lose, fällt aber noch nicht herunter. Da die ganze Verriegelung aber relativ straff ist, dürfte man nur selten den Hebel aus versehen bewegen.
Leider kommen die Wechselplatten nicht an die gute Qualität der Halterung heran. Sie sind ebenfalls aus Metall gefertigt. Die Kontaktfläche zur Kamera ist mit einem relativ weichen Gummi überzogen. Die Verbindungsschraube entspricht dem 1/4" Standard. Der Kopf der Schraube beherbergt sowohl einen Schlitz für einen Schraubendreher, als auch eine metallene Laschen zum händischen Drehen. Die Schraube befindet sich zudem in einer etwa zwei Zentimeter langen Bahn, die zum Gewichtsausgleich der Kamera dienen soll. Leider ist genau diese Bahn, in meinen Augen, eine komplette Fehlkonstruktion. Sie geht etwa von der Mitte der Wechselplatte bis zum Rand. An einem Ende befindet sich ein Gewinde, durch welches sich die Schraube aus der Wechselplatte drehen lässt. Das passiert beim fest- oder losdrehen der Wechselplatte leider viel zu oft. Den Rest der Ausgleichsbahn kann man nur zu 50% nutzen, da dann die Lasche zum Festdrehen der Schraube an das Gehäuse der Wechselplattenhalterung stößt. Insgesamt ist der Gewichtsausgleich mit 1cm nutzbarem Weg ein Witz, da er leider viel mehr stört, als hilft. Zuletzt findet sich an der Wechselplatte noch ein kleiner Bolzen, der zur Achsenarretierung von Camcordern genutzt werden kann... so diese noch ein entsprechendes Gegenstück haben. Der Bolzen ist durch eine relativ straffe Feder gesichert, so dass es bei Nichtgebrauch durchaus Sinn macht, ihn zu entfernen. Das ist mit einem Schraubendreher schnell erledigt.
In der Praxis nutze ich die Halter zusammen mit einer Spiegelreflexkamera. Die Wechselplatte nehme ich nach Stativnutzung immer wieder ab, da sie mit 4,5cm x 5,0cm x 1,0cm doch relativ groß ist. Leider bietet die Wechselplatte keinerlei Schutz gegen verdrehen der Kamera. Bei Hochformataufnahmen (Kamera linksseitig) vom Stativ genügt bereits ein etwa 1Kg schweres Teleobjektiv, um die Kamera langsam aus der Halterung zu drehen, bis sie nach unten zeigt. Eine Beschädigung der Kamera ist zwar unwahrscheinlich, aber fotografieren kann man so auch nicht. Ich führe den Effekt auf die relativ weiche Gummierung der Wechselplatte zurück. Andere Wechselplatten "graben" sich eher in die Strukturen an der Unterseite der Kamera ein, und halten so besser.
Insgesamt bin ich von dem Produkt enttäuscht. Während die Wechselplattenhalterung noch gute Dienste tut, sind die Wechselplatten ein wahren Nervtöter, mit denen das Fotografieren einfach keinen Spaß macht... erst recht nicht im Hochformat.