In der dritten Staffel der GILMORE GIRLS wird der Zuschauer allmählich auf das Ende einer Ära vorbereitet. Man befindet sich in Rorys (Alexis Bledel) Abschlussjahr in Chilton. Nichts wird danach noch so sein wie früher. Das für ihr Alter äußerst reife und verantwortungsbewusste Mädchen muss sich nämlich für eins der Elite-Colleges entscheiden: Havard, Princeton oder doch Yale? Bei einer einzigen Entscheidung bleibt es aber nicht, denn nach dem Kuss mit Jess (Milo Ventimiglia aus der TV-Serie HEROES) muss sie wählen, für wen ihr Herz höher schlägt: für den cleveren Bad Boy oder für ihren festen Freund Dean (Jared Padelecki aus SUPERNATURAL und dem Remake von FREITAG DER 13.), der ihr stets treu war? Indes muss sich Rorys im Herzen jung gebliebene Mutter Lorelai Gilmore (Lauren Graham aus DER BABYNATOR) eingestehen, dass sie nur nach außen hin die toughe Singlemutter spielt, sich aber nach einem Mann an ihrer Seite sehnt. Nach dem Neustartdebakel mit ihrem Ex Christopher, der gleichzeitig Rorys Vater ist, begegnet sie abermals Alex. Er ist der Mann, den sie letztes Jahr vorm Alter stehen gelassen hat. Findet sie womöglich in ihm das ganze Familienpaket? Derweil nehmen weitere Liebeleien im malerischen Stars Hollow ihren Lauf. Rorys beste Freundin Lane (Keiko Agena) findet in David (Adam Brody aus den Jugendserien AMERICAN HIGH - HIER STEIGT DIE PARTY und OC CALIFORNIA und der Horrorkomödie JENNIFER'S BODY mit Megan Fox) endlich einen potenziellen Kandidaten zur Eroberung ihres Herzens... Wäre da nur nicht ihre strengreligiöse Mutter, die ein Argusauge auf ihre Tochter wirft. Alpha-Mädchen Paris (Liza Weil) verliebt sich unterdessen in den Collegestudenten Jamie. Sookie (Jenny McCarthys Cousine Melissa McCarthy) erlebt in der Zwischenzeit ihr Eheleben mit Jackson (Jackson Douglas). Einen Dämpfer erhält sie erst, als ihr Arbeitsplatz als Chefköchin im Independence Inn auf dem Spiel steht. Dasselbe gilt für ihre engste Freundin und Kollegin Lorelai, ihren Mann und den grantigen, aber stets professionellen Michel (Yanic Truesdale). Zum Glück kann Lorelai immer noch Luke (Scott Patterson aus der SAW-Reihe und 90210) bei einer Tasse Kaffee in seinem Diner ihr Herz ausschütten. Ihren kultivierten Eltern Emily (Kelly Bishop) und Richard (Edward Herrmann) verschweigt sie wie gewohnt ihre Sorgen. Für viel Spaß und Kummer sowie viel Herzklopfen und Herzschmerz ist auch im dritten Jahr der GILMORE GIRLS gesorgt. Währenddessen wird die Rolle des zynischen Kirk, von Sean Gunn gespielt, ausgebaut.
Die GILMORE GIRLS mit ihren schnellen Wortgefechten im gemütlich anheimelnden Stars Hollow machen schlichtweg Spaß. Die frechen Dialoge bieten besonders im englischen Original viel Humor und sorgen ständig für einen frischen Wind in der Beziehungsserie. Selbst, wenn die Dinge um die Gilmores einmal nicht so prächtig stehen, beweist das sympathische Mutter-Tochter-Duo mit unerschütterlichem Optimismus, dass man alles durchstehen kann, solange man nur füreinander da ist. Auch die anderen Einwohner der Kleinstadt zeichnen sich durch Verlässlichkeit und Wärme aus. Das dicht verwobene Beziehungsgeflecht untereinander macht den großen Reiz der Serie aus. Als Zuschauer sehnt man sich geradezu nach einer solchen Heile-Welt-Community. Man lässt sich deswegen nur allzu gern in die Welt von Lorelai und Co. entführen, um dem zuweilen tristen Alltag zu entkommen.
Die 22 Episoden der dritten Staffel werden auf sechs DVDs präsentiert und liegen innerhalb eines Pappschubers entweder im aufklappbaren Digipack (Erstauflage) oder in drei Slimcase-Hüllen für jeweils zwei Discs vor. Alle aktuellen und zukünftigen Auflagen tragen leider den für Sammler ärgerlichen FSK-Aufdruck auf dem Pappschuber, der nicht entfernbar ist.
Die Folgen GILMORE GIRLS verfügen über ein Bild im 4:3-Format, dessen Qualität im mittleren Bereich anzusiedeln ist. An wenigen Stellen rauscht es vernehmlich, was den Gesamteindruck aber nicht wesentlich schmälert. Optional kann man zwischen den Sprachen Englisch, Deutsch und Spanisch im Dolby-Digital-2.0-Modus wählen. Ich persönlich bevorzuge das amerikanische Original, da dort der Wortwitz unverfälscht bleibt und besonders Lorelai einen viel charmanteren Eindruck macht. Sie redet sich im Original sprichwörtlich um Kopf und Kragen.
Das Bonusmaterial besteht aus ein paar wenigen zusätzlichen Szenen, einen Kurzrückblick zum Staffelthema Liebe und zwei Featurettes um das Stammcast. Letztere sind äußerst amüsant und schön anzusehen, bekommt man jeweils einen bebilderten Einblick in die Kindheitserinnerungen der einzelnen Hauptakteure aus ihrem wirklichen Leben. Als Abschluss gibt ein ausgewählter Teil der Riege Choreografien zu Kult-Tänzen aus den 80ern zum besten. Das darf man nicht verpassen, auch wenn die Features generell recht kurz gehalten sind.
Die Menüs passen sich optisch und audiotechnisch den vorangegangen DVD-Boxen an. Das Hauptmenü ist mit einem ruhigen Score der Serie unterlegt und zeigt auf allen Discs dasselbe Bild der zwei Hauptdarstellerinnen. Die Menüunterpunkte tragen verschiedene Fotografien aus der vorliegenden Staffel.
Insgesamt betrachtet ist die Box trotz FSK-Plakettierung ansehnlich. Die Zusatzausstattung fällt zwar recht kurz aus, ist aber mindestens genauso sehenswert wie die DVD-Box an sich.
Fazit: Auch die dritte Staffel der GILMORE GIRLS verzaubert den Zuschauer durch eigenen Dialogwitz und wunderbar ineinander verstrickte zwischenmenschliche Beziehungen des sympathischen Casts. Die Umsetzung auf DVD ist alles in allem ordentlich und macht Appetit auf mehr. Staffel 4, bitte!