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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Schwarzenegger mit Grabstock, 15. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Gilgamesch, König von Uruk (Taschenbuch)
Zweifellos hat Mielke eine Menge gelesen über die Thematik, aber die Aufzählung von sumerischen Begriffen reicht nicht, um das Zweistromland auferstehen zu lassen, auch wenn die Atmosphäre trotz oder wegen der schlichten Sprache über weite Strecken gut herüberkommt. Motive und Charaktere der handelnden Personen aber sind entweder oberflächlich, nicht vorhanden oder, im Falle der beiden Haupthelden Gilgamesch und Enkidu, widersprüchlich und inkonsequent (,auch wenn der Titelheld kurz mal die gesamte Zivilisation von Keilschrift bis Pflugschar en bloc erfindet). Das Mr Universum Posieren der beiden Helden mit glänzendem Muskelspiel, auf Kommando eregierendem „Grabstock" und der Potenz eines Zuchtbullen, was jede Frau - aber hallo! - in Ekstase versetzt, erinnert außerdem verdächtig an pubertäre Männerphantasien. Trotz der aufregenden Parallelen des Original-Gilgamesch Epos' zur Bibel kommt Mielkes Buch meistens über eine bloße Beschreibung nicht hinaus, und wenn sich dann doch mal etwas tut, geschieht es fast stets durch ein Fantasy Element, das es dem Autor nach Prinzip des deus ex machina praktischerweise ermöglicht, mit neuen Entwicklungen zu überraschen, ohne diese in der Handlung logisch zu begründen. Götter brauchen sich halt nicht an Gesetzmäßigkeiten, welcher Art auch immer, zu halten! Ich empfehle, nach diesem Roman das Original zu lesen. PS. In dieser Ausgabe von Bastei-Lübbe wimmelt es nur so von Druck- und Schreibfehlern. Das ist nicht nur grundsätzlich ärgerlich, sondern beeinträchtigt das Lesen auch erheblich.
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4.0 von 5 Sternen
Babylonische Sintflut und andere spannende Heldentaten, 27. April 2006
Das Gilgamesch Epos ist eine der ältesten Dichtungen der Menschheit und in diesem historischen Roman wird sie klug und spannend lebendig gemacht. Selbst wenn man das Originalepos nicht kennt oder antike Dichtungen nicht mag, kann man den Roman bedenkenlos kaufen, denn er erzählt das Leben im Zweistromland zur Zeit der Sumerer und des "Turmbaus zu Babel" nicht nur geistreich und farbenfroh sondern auch mit fundiertem Wissen über die große Zeit Uruks. Dabei hält sich der Autor ziemlich genau an die Vorgaben der uralten Dichtung. Bisher war Gilgamesch für mich lediglich eine mythische Gestalt, deren Taten in schwer zu lesende Reime gefasst waren, aber dank dieses Romans ist ein Mensch aus Fleisch und Blut vor meinem geistigen Auge entstanden, und der sagenhafte König von Uruk hat einen menschlichen Charakter und eine glaubwürdige Gestalt bekommen. Wunderbar und empfehlenswert. Einen Stern ziehe ich ab, weil in der Geschichte die Götter bzw. Halbgötter wie Außerirdische beschrieben sind. Wenn sie auch nicht wörtlich als solche bezeichnet werden, so ist es beim Lesen doch völlig klar, was der Autor meint, und das verdirbt für meinen Geschmack den ansonsten recht originalen Stil der Erzählung.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gilgamesch in Romanform, 29. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Gilgamesch, König von Uruk (Taschenbuch)
Das Gilgamesch Epos - eines der ältesten Epen der Welt, aufgezeichnet nach 1000 Jahren der mündlichen Überlieferung, erzählt es die Geschichte des Halbgottes Gilgamesch und des Wildmannes Enkidu. Ein gewaltiger, uralter und spannender Epos der menschl. Frühgeschichte. Der Gilgamesch Epos ist interessant, auch nach so vielen Jahrtausenden seiner Entstehung. Er ist „das" Epos innerhalb der Paläo-SETI Hypothese, nicht nur weil Gilgamesch „göttlichen" Ursprungs war, sondern auch, weil der Epos einer der ersten Quellen für die Frühgeschichte der Menschheit darstellt. Der vorliegende Roman verquick gekonnt die geschichtlichen Quellen des überlieferten Epos mit archäologischen Funden und einem Handlungsrahmen aus der Feder des Autors. Daraus entsteht ein wirklich faszinierender Roman von beachtlicher Stärke, nämlich von 671 Seiten zu einem wahrhaft großartigen Preis von nur 16,90 DM. Die Suche nach Unsterblichkeit beherrscht letztendlich das Leben des Halbgottes Gilgamesch. Wahrhaftig, die Götter strafen und schenken gleichzeitig, wenn man bedenkt, daß Gilgamesch zum Hohepriester und König von Uruk wurde, dank seiner Abstammung und seinem Aussehen (goldgelocktes Haar, sehr groß, muskulös und überaus kräftig), welches im Gegensatz zu den eher schon fast pyknisch daher kommenden Rest der Bevölkerung stand (klein, schwarzhaarig und dunkelhäutig). Doch letztendlich hatten beide etwas gemeinsam: sie waren allesamt sterblich! Ob die Götter tatsächlich unsterblich sind/waren/sein werden, sei dahingestellt. Es ist reine Hypothese und Spekulation - vielleicht dereinst, erkennen wir Menschen selbst die Geheimnisse der Evolution, der Genetik und der damit zusammenhängenden Unsterblichkeit, zumindestens der relativen Unsterblichkeit!? Vielleicht liegt das Geheimnis der Unsterblichkeit eben gerade nicht in der Genetik, vielleicht ist es vielmehr in der Art/Form und Beschaffenheit der Zeit an sich zu suchen. Wer wird dereinst „das Feuer", welches wir Zeit nennen und in dem wir alle brennen, beherrschen? Die Menschen merken es gar nicht, sie stehen bereits am Rande der großartigsten Zeit, welche sie jemals zu sehen bekommen, aber auch am Rande des katastrophalsten Absturzes in den Orkus der Geschichte. Wofür werden sie sich entscheiden - den Göttern es gleich zu tun oder eher im dämonischen Wandel zu verharren, sich selbst und die Welt verschlingend?! Oder ist die Frage so korrekt gestellt: „wer wird sich für die Menschen entscheiden?"
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