Die Gilgamesch-Dichtung ist in einer Zeit vom 21. bis 6. vorchristlichen Jahrhundert in 4 Sprachen im südbabylonischen Raum bis Kleinasien überliefert worden (siehe Reclam-Ausgabe,Albert Schott!) und hat bis heute so manchen Freund der Dichtung allgemein, als auch dieses Epos`s im besonderen, beträchtlich fasziniert.
Schon beim Lesen und Eindringen ins Epos auf eigene Faust erscheint das Werk dynamisch. Dynamisch und weise, weil es Empfindungen wie auch ganz praktische Sachen erwähnt (Träume z. B. u n d den Mauerbau der Stadt Uruk, die Qualität der Steine u n d das Eintauchen in das, was wir Seele nennen).
Somit ist das Gilgamesch-Epos etwas, womit wir heranreifende Jugend durchaus begeistern können. Und nicht nur das, wir haben auch die Möglichkeit, zu beweisen, daß Menschen vor ganz langer Zeit die gleichen Gedanken, Träume, Sehnsüchte, Bedrängnisse und Tätigkeiten hatten, bzw. vornahmen wie heute auch.
Dr. Andreas Schweizer versucht nun (als Theologe und Psychotherapeut) hinter die Geschichte zu schauen. Dabei geht er (wie manche Forscher auch!) davon aus, daß der Mensch erst in seiner Isolation seinem eigenen Wesen gegenübertritt (Wüstenerlebnis).Und hier träfe er auf das "von Gott bestimmte Schicksal, was oft ein Leiden an der Unvollkommenheit der Schöpfung miteinschließt." Hier sei die Frage erlaubt, welche Unvollkommenheit eigentlich? Betrachtet man das All und die Größe des Universums (über dessen Entstehung wir bald etwas mehr sehen und hören werden), so ist doch nur ein bewunderndes Staunen erlaubt. Unvollkommenheit macht sich (Unwissenheit auch) lediglich in unserem Geist breit und davor erschrickt dann manchmal die Seele (wie Gilgamesch vor der sehr weiblichen Inanna-Ischtar!).
Enkidu aber wird vom Weib in die Menschlichkeit eingeführt. Leider muß er bald sterben, doch Gilgamesch muß es auch. Urschanabi, sein zweiter Freund begleitet ihn weise auf seiner Reise.
Dieses Epos (in guter Art und Weise bei Reclam erschienen!) gehört in jede Bibliothek, sie gibt uns Kraft und Mut auf unerem Weg durch das Leben und kann auch als Epos durchaus auf die Bühne gebracht werden. Allein beim lauten Lesen schon spürt man etwas von seiner Kraft (auch in der Übersetzung von heute!). Das Gilgamesch-Epos aber, betrachtet von Dr. Andreas Schweizer, regt an zur Nachdenklichkeit und zu einer hoffentlich regen Diskussion über alles Religiöse ansich.