Man hört es vielfach: "Bloß keine chemische Keule, lieber was Pflanzliches!". Mit etwas Pflanzlichem verbindet der Laie also offenbar immer etwas Gutes und Gesundes. Mit diesem Irrglauben räumt die bekannte Garten- und Pflanzenexpertin Heike Boomgaarden rigoros auf. In dem üppig mit erstklassigen Farbaufnahmen ausgestattetem Buch werden 150 mehr oder weniger bekannte Garten- und Zimmerpflanzen aufgezählt und ihre Giftwirkung erörtert.
Gewiss, dass der Weihnachtsstern als Wolfsmilchgewächs nicht gerade gesund sein kann, der Goldregen und die Eibe hochgiftig sind, dass weiß man wohl. Doch wer denkt daran, dass auch Alpenveilchen, Hyazinthen, Narzissen und Tulpen giftig sind? Dabei ist es mit der Giftigkeit so eine Sache: Der Fingerhut (Digitalis) enthält ein tödliches Gift, doch bei entsprechender Dosierung ist es ein wertvolles Herz-Medikament. Das ist Allgemeingültig: Nur die Dosis macht das Gift (Paracelsus)! Heike Boomgaarden führt dazu unter anderem die als Hecke wachsende Schneebeere auf: Ein Mensch vón 75 kg-Gewicht, müsste 33 kg Schneebeeren essen, um sich zu töten. In dieser Menge wären auch Spaghetti giftig!
Man blättert das Buch gern durch, die knappen, aber präzisen Texte und die sinnvollen Symbole informieren den Leser schnell, wie die betreffende Pflanze zu beurteilen ist. Den Tierarzt und Tierfreund erfreut es, dass auch Heimtiere berücksichtigt werden. So kann man ungewollte Giftwirkungen vermeiden, indem risikoreiche Pflanzen erst garnicht nicht in die Wohnung oder den Garten kommen.
Das Buch ist rundherum zu empfehlen, als Nachschlagewerk sowieso, doch auch als interessante Lektüre!