Es ist schwierig, sich von einem gewissen Ruf zu befreien. Sascha Berger wird seit seinem Titelsong "Zeig mir dein Gesicht" für die zweite Staffel von Big Brother immer mit dieser Container-Show in Verbindung gebracht. Dabei war er schon zuvor Musiker und veröffentlichte mit "In geheimer Mission" ein mäßiges Sprechgesang/HipHop-lastiges Album - wenn auch ohne Erfolg. Mit seinem neuen Album versucht er nun die Kehrtwende zur ehrlichen Rockmusik und heuerte dafür so erfahrene Session-Musiker wie Kenny Aronoff (Chris Isaak, Smashing Pumpkins) an. Es klingt überraschend rauh und rotzig und pendelt zwischen Rock, Pop und gemäßigtem Punk, doch ein eigener Stil lässt sich leider nicht erkennen. Auch die Kompositionen lassen zu wünschen übrig, denn die Titel rauschen einfach vorbei, ohne dass etwas im Ohr hängen bleibt. Zu allem Überfluss versteht man auch noch die Texte, die von Berger selbst geschrieben werden. Flapsige bis peinliche Formulierungen runden das Bild eines Künstlers ab, der seine 15 Minuten Berühmtheit hatte und wieder in das Mittelmaß zurückfällt.