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Produktinformation
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John Self ist das vollkommene Produkt des 20. Jahrhunderts. Geld heißt sein Lebensmotto. John versinkt im Dollarrausch, und nur selten, ganz selten, dringt etwas Menschliches in sein Bewußtsein. John liebt Selina, liebt ihre korrupte Art, liebt sie, gerade weil er weiß, daß sie eigentlich nur seines Geldes wegen bei ihm bleibt. Und dann ist da noch Martina, das intelligente kultivierte Mädchen, das John auf der Suche nach neuen Abenteuern verführen will. Aber sie weigert sich, mit ihm auszugehen. Sie stellt ihre Bedingungen.
Bei allem, was John anfängt, läßt er sich nur von zwei Motiven leiten: Wieviel Geld bringt es, und wie verschafft es mir möglichst schnell möglichst viel Genuß und sei er auch noch so oberflächlich. Und dennoch: Immer wieder gibt es Situationen, in denen ihm klar wird, daß seinem Leben etwas fehlt, etwas, das er nicht finden kann, weil er dazu auch Ruhe bräuchte, Ruhe, sich in sich selbst zu versenken, und das ist ihm nicht möglich.
Ein ebenso schockierender wie komischer Roman um einen Menschen dieses Jahrhunderts, der auf der Suche nach Geld und Genuß sich selbst zu verlieren droht.
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Martin Amis’ „Gierig“ erinnert sehr an Bret Easton Ellis’ „American Psycho“. Zumindest wenn man „American Psycho“ zuerst gelesen hat wie ich. „Gierig“ ist sieben Jahre früher veröffentlicht, und so müsste es einem umgekehrt gehen. „American Psycho“ gehört, bei aller Umstrittenheit, zu meinen Allzeitfavoriten. Das Buch habe ich verschlungen, erst recht, als ich den eigentlichen Plot, der vom Autor nicht beschrieben wird, durchschaut hatte. Bei „Gierig“ dagegen kam ich nie in einen richtigen Lesefluss. Das Buch hat Witz, keine Frage. Wenn auch der Humor zweifellos nicht jedermanns Sache ist. Und der Roman transportiert eine Botschaft. Auch ganz ohne Zweifel. Aber, und da kann Amis nichts dafür, diese Botschaft war im Jahr 1984 interessanter als sie heute ist. Möglicherweise fiele mein Urteil deutlich positiver aus, wenn ich das Buch zehn oder fünfzehn Jahre früher gelesen hätte. Habe ich aber nicht. Und Dostojewskis Romane haben 150 Jahre auf dem Buckel und faszinieren mich schließlich auch noch.
Amis zieht sprachlich jedes Register, um zu reizen, um zu provozieren. Und je nach Leser gelingt ihm das sicherlich auch heute noch. Die Story an sich ist nicht schlecht aufgebaut, der Plot in Ordnung. Aber wie gesagt, der Funke ist zu mir nicht wirklich übergesprungen. Meine Begeisterung für die Sprache hält sich in Grenzen, wenn auch die Originalität an vielen Stellen bemerkenswert ist. Da ich mich, in der zweiten Hälfte noch mehr als auf den ersten 200 Seiten, zum Teil zwingen musste, weiterzulesen, sind mehr als drei Sterne nicht drin. Wer eine lockere, direkte Sprache der achtziger und frühen neunziger Jahre sucht, dem sei an dieser Stelle Philippe Djian empfohlen. Egal ob „Betty Blue“, “Erogene Zone” oder andere Werke des Franzosen.
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