Aus der Amazon.de-Redaktion
Die einen werden das Buch lieben. Sie werden den Mut der jungen Journalistin bewundern, wie sie alles liegen und stehen lässt und mit einem "Around-the-world"-Jahresticket sowie großer Liebe zu ihrem Freund und Reisepartner in die weite Welt aufbricht, um sich ohne Plan treiben zu lassen. Lob wird auch dem Schreibstil zuteil werden, der offen und ehrlich daherkommt und das genaue Gegenteil eines politisch korrekten Textes darstellt. Und die Autorin macht sich nicht nur jede Menge Gedanken über Personen, Wertesysteme und Weltansichten, sondern teilt sie dem Leser auch ausführlich mit. Selbiges passiert mit Gefühlen: So wird der Leser Zeuge, wie -- nur als Beispiel -- Haase vor einer Starbucks-Filiale in Singapur einfach losheult und die "salzigen Tropfen in die makellose Schaumhaube des Caffè latte venti" fallen. Ja, und dann fasziniert den ein oder anderen sicherlich die geschickte Einflechtung von eher unbekannteren landestypischen Eigenheiten -- etwa die überschwängliche Begeisterung der Bewohner der Cook-Inseln für Rugby-Spiele.
Andere wird das Buch zutiefst empören. Allein das Motto, "Es wäre eine Schande, nicht die beste aller möglichen Welten herauszufinden", zeuge von großer Arroganz, könnte ein Vorwurf lauten. Schließlich kann es sich nicht jeder leisten, mal hierhin, mal dorthin zu reisen, um dann festzustellen, dass "auf Dauer jeder Ort langweilig werde". Und gehässige Zeitgenossen könnten das Werk einfach als besseres Reisetagebuch abtun, das zu viele persönliche Details enthält, die beileibe nicht jeden interessieren. Ob dem Kaufrausch in Shanghai neben den 900 Mark teuren Prada-Pärchen nun noch ein T-Shirt von Chloé zum Opfer fiel -- was soll's?
Wer also den Mut und die Offenheit Haases bewundert, sollte das Buch unbedingt lesen. Auch, obwohl sich die angekündigte weltweite Suche auf Teile Asiens und Australiens beschränkt -- und im Übrigen in Berlin endet. --Christina Falkenberg