Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Life-Style-Schnatze findet die Welt blöd und sich gut, 13. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Gibt es den perfekten Platz zum Leben? (Taschenbuch)
Das Buch ist so schlecht, dass es eigentlich unfassbar ist. Die Autorin und ihr Freund fahren um die Welt, angeblich um den besten Platz zum Leben zu finden. Dabei suchen sie in jedem Land nur Deutschland mit besserem Wetter. Man erfährt wenig über die Länder, dafür viel über die Autorin. Alles, was ihr fremd anmutet, findet sie schlecht. Beispiel Indien: Die Religionsriten stoßen sie ab („unglaublicher Glaube"). Von einer näheren Betrachtung keine Rede. Wenn ihnen fremde Menschen zuwinken, empfinden sie das als Belästigung („Was wollen die denn schon wieder"). Als ein junger Mann namens Vinod sie zu sich einlädt, wird es dann besonders eklig. Vinod wohnt mit seiner siebenköpfigen (!) Familie in einer acht Quadratmeter (!) kleinen Bruchbude. Für umgerechnet 600 Euro könnte Vinod in eine größere Wohnung ziehen. Zitat: „Er spart jede Rupie dafür." Autorin und Freund werden zu Getränken eingeladen, und sie bekommen eine Kette geschenkt. Beim Abschiednehmen fragt der junge Mann den Freund der Autorin, ob er ihm seine Kontonummer geben dürfe. „Falls es bei uns mal richtig bergauf geht, und wir denken, er habe uns Glück gebracht", zitiert die Autorin Vinod. Dann fährt sie fort: „Also doch, denke ich. Und bin enttäuscht, weil ich mich schon wieder in die Goldeselecke gestellt fühle.... Mein Problem ist, dass eine Summe, die ich leicht entbehren könnte, sein Leben verändern würde. Ich fühle fast schon die moralische Verpflichtung, zu helfen. Nicht aus dem Herzen, sondern aus dem Kopf. Einem Freund würde ich ganz sicher helfen, aber Vinod ist noch nicht mein Freund. Und eine solche Konstellation ist leider auch nicht freundschaftstauglich. Womit wir mal wieder bei dem wären, was Indien als perfekten Platz verbietet: das enorme Ungleichgewicht im zwischenmenschlichen Bereich." Wäre Vinod nicht so arm, hätte er ein Freund werden können. Dann hätte die Autorin ihm eventuell auch geholfen. Obwohl Vinod es dann ja nicht nötig hätte. Die Autorin, die sich eine Reise um die Welt leisten kann, empfindet „fast schon moralische Verpflichtung", zu helfen. Dass sie ihren Gastgebern - deren Einladung sie gerne annahm - dann doch nicht mit wenigstens ein paar Rupien unter die Arme greifen kann, liegt an dem „enormen Ungleichgewicht im zwischenmenschlichen Bereich". Im zwischenmenschlichen Bereich also. Es ist schon schlimm, wenn einem im Urlaub solche Armut geboten wird. Am Ende des Indien-Kapitels wird sie aber fast mit Indien versöhnt, als ihr der Besitzer einer Bar an einem Traumstrand sagt: „Ich bin von dieser Welt so gelangweilt. Ich glaube, ich muss was anderes machen". Die Autorin: „Was mir daran gefallen hat? Es könnte auch ein Satz sein, den eine Freundin oder ein Freund an einem Bartresen äußert. Zu später Stunde. Oder einfach nur so. Damit hätte ich einfach nicht mehr gerechnet." Sie hat in Indien doch noch jemand getroffen, der sie an zu Hause erinnert. Wie gesagt: Das Buch ist so schlecht, dass es eigentlich unfassbar ist.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
unfertiges Tagebuch, 20. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Gibt es den perfekten Platz zum Leben? (Taschenbuch)
was fuer ein schoenes cover! was fuer ein fazinierendes thema! was fuer nette erlebnisse! aber das wars dann auch schon. der schreibstil ist nicht ausgereift und man fragt sich schnell, wer das buch redigiert hat. oder hatte frau haase einen freibrief weil das thema um die jahrtausend wende so trendy war? die suche als "weltweit" zu bezeichnen ist laecherlich! was ist mit Suedafrika? was mit mittelamerika? die liste liesse sich fortfuehren. der eindruck, dass dieses buch zur nachtraeglichen finanzierung eines laengeren urlaubes geschrieben wurde, festigt sich spaetestens wenn frau haase darauf hinweist, dass ihr internet tagebuch dem crash der new economy zum opfer gefallen ist. genau dies ist das buch aber: ein veroeffentlichtes internettagebuch mit marketing-optimiertem titel. alles kein problem, wenn sie etwas mehr mitzuteilen haette. am ende manch eines kapitels faellt die fehlende reflektion frau haase dann auch auf und sie schiebt schnell noch eine "interpretation light" hinterher. was mich aber tatsaechlich an dieser leichten tagebuch-lektuere genervt hat ist, dass frau haase ihren freund durchgehend "adler" nennt. kosenamen, die 10mal pro seite erwaehnt werden sind einfach unertraeglich! bleibt die frage: warum wird dieses wunderschoene thema in dieser form veroeffentlicht & verbraucht? "Tagebuch einer asien/ australien reise" haette genuegt... aber sicherlich weniger verkauft.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
ob frau haase auch mal gute laune hat?, 19. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Gibt es den perfekten Platz zum Leben? (Taschenbuch)
ach, die welt ist mir so langweilig - ein satz der susanne haase auf der anderen seite der weltkugel unglaublich beeindruckt und tröstet. da hätt ich es schon wissen müssen und das buch einfach weglegen sollen. doch, leicht zu lesen, so nebenher, im bus, im zug, auf reisen, beim frühstück - das ist dieser reisebericht allemal. jedoch - frage mich: hat frau haase die reise nicht wirklich vorbereitet? so naiv, angstvoll und schlecht gelaunt führt sie durch die welt. immer wieder passagen, in denen reiseführer-weltwissen ausgepackt wird, das einen nicht wirklich interessiert, liest sich wie schülerhausaufgaben mit dem thema ZUSAMMENFASSUNG dies und das. also die zweite frage, die ich mir stelle: wo hat frau haase das schreiben gelernt? es ist, wiegesagt, nett zu lesen, so nebenher, abschnitte, sprünge, mal hier gekuckt, mal dort die nase hin - kleine eindrücke, fragmente - und weiss frau haase nicht wie sie den abschnitt zuende bringen soll, lässt sie eine schnelle verallgemeinerung fallen, plumps! fertig! erste! sie hätte sich vielleicht einfach nur zeit nehmen sollen. und ab und an mal lächeln, staunen und sich wundern, das wäre diesen stationen irgendwie angemessener gewesen. und das schreiben hätte sie ein bisschen mehr üben sollen.
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