Ich bin sicherlich nicht die Zielgruppe dieses Sachbuches, denn ich habe noch ca. 30 Jahre bevor ich das bezeichnende Alter erreichen werde und bin ein Mann. Dieser Umstand hat mich dennoch nicht davon abgehalten, Désirée Nicks neues Buch "Gibt es ein Leben nach fünfzig?" zu lesen. Bereits die Vorgänger-Romane haben mich allesamt begeistert und waren en gros sehr amüsant und überzeugend. Aber mit ihrem neuen Buch hat sie sich wirklich selbst übertroffen.
Der Inhalt ist schnell zusammengefasst:
Die Autorin beschreibt die Irrungen und Wirrungen der "50+"-Generation, den täglichen Kampf mit der richtigen Schminke, den passenden Kleidungsstücken und - natürlich - dem Umgang mit Männern.
Das Buch gliedert sich in vier große Bereiche: "Wer sind die neuen Alten?", "Gewidmet den MMs", "Wer sieht hier alt aus?" und "Der letzte Schrei". Jedes dieser Segmente ist in Unterkapitel gegliedert, die das entsprechende Thema vertiefen. Dabei sind die Kapitelnamen stellenweise schon einen Lacher wert, z.B.: "Botox? Da muss ich lachen, wenn ich könnte..."
Aber warum hat sich Désirée Nick mit diesem Buch selbst übertroffen? Ganz einfach: Der Leser merkt die Eindrücklichkeit ihrer Argumentation, den Spaß, den Désirée Nick im Alter hat und es macht einfach ungemeine Freude, wenn die Verfasserin sich in Alltagsbeschreibungen ergießt und diese mit bissigen Kommentaren unterfüttert. Generell ist "Gibt es ein Leben nach fünzig?" wieder wunderbar scharfzüngig, sarkastisch und bitterböse. Ihre direkte und entlarvende Art, die man schon häufiger in Talkshows erleben durfte, funktioniert auch wunderbar in Buchform. Das Buch ist ehrlich und schonungslos. Sie glorifziert nicht, sondern sticht ihre Finger in die kleinen Wunden des Alterns und stellt somit nicht nur die schönen Seite dar.
Frau Nick sagt in ihrem Nachwort, dass sich das Buch im Prinzip wie von selbst geschrieben habe und genau diese Leichtigkeit habe ich beim Lesen gemerkt.
Des Weiteren hat mir sehr gut gefallen, dass das Buch vereinzelt sogar philosophische und existentielle Töne anschlägt. Natürlich darf dabei eine beißende Gesellschaftskritik ebenso wenig fehlen, wie ein Herumgehacke auf einer alten "Freundin".
Ich freue mich jetzt schon auf "Gibt es ein Leben nach sechzig?" und bin gespannt, was sich die Entertainerin dafür ausdenken wird.