Alle Stephanie-Plum-Fans werden von diesem Buch, genauso wie ich, enttäuscht sein. Diesem Buch fehlt es ganz einfach an Witz und Charme.
Daisy, die Hauptperson des Buches, wechselt als rasende Reporterin in das Verkehrsressort. Von Beginn an liegt zwischen ihr und ihrem Chef Steve ein Knistern in der Luft. Als gegen sie Morddrohungen ausgesprochen werden, weil sie zufällig einen Gangster zur Strecke gebracht hat, wird der Steves Beschützerinstinkt geweckt. Er legt sich einen riesigen Hund zu und kauft sich einen SUV, ein Haus mit Garten und spielt ernsthaft mit dem Gedanken, Daisy zu heiraten. Die Liebesgeschichte wird viel zu schnell vorangetrieben, sodass Witz und Charme des Buches leider verloren gehen. Aus Evanovichs Büchern ist man eigentlich anderes gewohnt. Ich denke nur an die Stepanie-Plum-Serie, wo sich die Liebesgeschichte erst von Buch zu Buch weiter entwickelt. Dort machen die vielen Neckereien und die Ungewissheit, ob die beiden nun zusammen kommen oder nicht, einen Großteil der Spannung aus. In "Gib Gummi, Baby!" fehlt diese Spannung gänzlich.
Lediglich 2 Nebencharaktere bringen etwas Humor in das Buch. Zum einen ist da Bob, Steves Hund, der sich um 5 Uhr morgens lieber ins Bett verzieht, als mit seinem Herrchen joggen zu gehen. Und dann ist da noch Elsie, Daisys Bodyguard, eine rüstige Siebzig-Jährige, die auch schon mal eine Verfolgungsjagd in Kauf nimmt um die Gangster dingfest zu machen.
Man sollte sich von diesem Buch nicht zuviel erwarten. Als Strandlektüre ist es o.k., da die knapp 200 Seiten recht schnell gelesen sind.