Deutscher Titel: Giganten. Originaltitel: Giant
Produktionsland: USA. Premiere: 1956
Mit: Elizabeth Taylor, Rock Hudson, James Dean, Carroll Baker, Jane Withers, Chill Wills, Mercedes McCambridge, Dennis Hopper, Earl Holliman, Rod Taylor, Sal Mineo, Paul Fix, Sheb Wooley u. A. Regie: George Stevens
Literarische Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von Edna Ferber (Show Boat; Cimarron) aus dem Jahre 1952
Genre: Literaturverfilmung > Epos > Gesellschaftsdrama > Familienfilm > Nationalfilm
Auszeichnungen: Oscar für beste Regie. Nominierungen: insgesamt für 10 Oscars u. a.
Gegenwartszeit.
Das Leben eines texanischen Rinderbarons ab der Hochzeit in jungen Tagen bis zu behebigeren Zeiten in reiferen Jahren samt der gesegneten Nachkommenschaft.
Bemerkenswert ist die reife Darstellung der jungen Schauspieler (E. Taylor (23), R. Hudson (29), J. Dean (24), Carroll Baker (24)). Rock Hudson und Elizabeth Taylor harmonieren sehr gut miteinander, wodurch sie den ganzen Film in seiner Gediegenheit durchtragen. Hudson ist überhaupt sehr liebenswürdig und sympathisch in seiner Darstellung. Mercedes McCambridge ist herausragend mit der ihr absichtlich verpassten, maskulinen Hässlichkeit einer erkalteten Drahtbürste, deren Gesicht zerbeult und Haar versengt ist, wie der zerstochene Hintern einer Kuh im verdorrten Gras von Texas. Beängstigend ihr starrer, frankensteinscher Gang ohne beim Gehen die Arme zu bewegen. Eine schrecklich glaubwürdige Frauenfigur, ähnlich passional besessen wie in Johnny Guitar. Ein Symbol für die kritische und selbstkritische Reflexion einer historischen Epoche eines Staates, der sich aus moralisch nicht ganz einwandfreien Motiven bildete, womit E. Taylor im Film korrekterweise R. Hudson herausfordert und gewinnt. Die Beiden werden ein Paar. Man hat den Eindruck, dass der Film auf eine ungeschönte Weise den schonungslosen Charakter der Ausbeutung des Landes darzustellen trachtet. Land ist Erde und Erde ist heiliger Boden, den es behutsam zu gebrauchen gilt. Doch die Texaner nützen den Erdboden bedenkenlos aus, und es entsteht der Eindruck, dass er zugrundegeht. Die Hitze, die Sonne, Trockenheit, Dürre, heulende Rinder im wirbelnden Staub - das ist keine schöne Romantik von üppiger Natur, sondern ein Bild des Sterbens. Wenn nun die Erde als Grasland nichts mehr hergibt, dann wühlt James Dean als Maulwurf in ihr und presst aus ihr das schwarze Öl heraus. Von daher ist es packend zu verfolgen, wie Reichtum und Hässlichkeit miteinander gepaart sein können. Sehr symbolträchtige Bilder und Botschaften. Das Öl machte im Film James Dean reich und trieb das Auto an, in dem er in Wirklichkeit starb. Beides im selben Jahr 1955. Im Film wurde er früher älter, als er es sich in Wirklichkeit gewährte. Er hätte sich fürs Altern mehr Zeit nehmen und das Rasen nach dem Leben sparen sollen. Dann wäre er langsam aber sicher alt geworden. Er ist einfach zu schnell alt geworden und darum umso schneller gestorben.
Ein Film für Liebhaber von Dramen, Beziehungsgeschichten, ehemaligen Stars oder Historie, für Nostalgiker und Sammler von Klassikern
Er wird nicht Jenen gefallen, die mehr auf Action, Dramatik und Spannung setzen.