Ghoul Patrol waren mir bis Anfang des Jahres unbekannt. Klar, das erste Album der Band ist ja auch gerade erst erschienen.
Wie auch immer. Durch verschiedene Umstände bin ich dann irgendwann letzten Monat auf der Homepage der Band gelandet und habe mir dann mal diverse Samples angehört.
Musikalisch betrachtet hat die Band mich vom ersten Takt an fasziniert. Vorweg: Ich bin ohnehin ein leidenschaftlicher Death Metal Fan. Cannibal Corpse, Six Feet Under, Bloodbath oder Edge of Sanity rotieren täglich in meinem CD-Player.
Ghoul Patrol sind mit besagten Bands zwar nicht wirklich vergleichbar, da sie "weniger aggressiv" sind. Death 'n' Roll eben. Auf brachiale Riffs wird hier zwar nicht ganz verzichtet, dennoch sind sie seltener als bei etwa oben genannten Bands. Soll heißen, dass die Double Bass keine 5 Minuten pro Song durchballert, sondern durch geschickten Einsatz in verschiedenen Passagen einen massiven Groove erzeugt. Dieses Setting wird durch - teilweise - eingängige Riffs ergänzt, ohne dabei in die klassische 08/15 Melodic Death Sparte abzurutschen. Zwischendrin stößt man immer wieder auf verschiedene Passagen, die etwa an alte Klassiker erinnern. So hat man teilweise bei Soli (Song: "Ghoul Patrol") den Eindruck, eher eine schnellere Version von Motörhead zu hören - Klar. Das mag jetzt erstmal seltsam klingen, aber das ist keineswegs negativ zu werten. Da ich auch gerne mal Motörhead höre, gefällt mir eben auch dieses Setting.
Des weiteren trifft man auch immer wieder auf eher untypische, schon beinahe Country-lastige Passagen. Beispielsweise wird in einem Song mal kurz ein Banjo ausgepackt oder ein gelegentliches "Yeehaaw" im Hintergrund lässt ein gewisses Südstaaten-Feeling entstehen.
Ebenso findet man in einigen Songs (z.B. "I am the Wolf") leichte Black Metal Einflüsse, sowie ("Ignore this Message") progressive Einlagen, die beim ersten Anhören mehr als nur Fehl am Platz wirken, allerdings nach mehrfachen Anhören zum festen Bestandteil des Songs werden und zu überzeugen wissen.
Auch werden durch diese beispielsweise ruhigen Momente eine geniale Atmosphäre erzeugt, wenn im nächsten Moment wieder ein grooviger Riff mit passendem Blast-Beat läuft.
Im Gegensatz dazu stößt man auch hin und wieder ("Parasite City") auf versteckte Grindcore Riffs.
Technisch betrachtet sind die Jungs von Ghoul Patrol fit und fallen zum Glück nicht in die moderne "Core-Schublade". Für mich hat diese Band den Begriff Death'n'Roll neu definiert.
FAZIT: Für mich ist dieses Album eines der besten der letzten Jahre.
Innovativ und mit offensichtlicher Freude an der Musik wissen Ghoul Patrol zu überzeugen. Jeder, der auf Groove Metal (Devildriver & Co.), sowie alte Hard Rock Songs im Stil von Motörhead steht und ein gewisses Faible für Death Metal hat, sollte sich zumindest mal die Zeit nehmen, um in die Songs reinzuhören.
Da einige Songs etwas gewöhnungsbedürftig sind würde ich zum Einstieg vielleicht die Songs "Ghoul Patrol", "Parasite City" oder "Gut rotting Riot" empfehlen.
Rock on!