Weil mir bewusst war, dass es der letzte Teil der Serie ist, habe ich doch etwas länger für das Buch gebraucht. Immer schön in kleinen Häppchen, die Neugier bezwingend, so dass ich das Buch lange in der Hand haben konnte. Michelle fährt hier noch einmal alles auf, was Rang und Namen hat, es gibt keine große Konzentration auf eine Liebesgeschichte, wobei Harken und Mia sowie Dawn und Caruso etwas mehr im Fokus stehen. Aber auch alle anderen haben ihre Auftritte, manche mehr wie Isabel und Bowen sowie Finn und Jamila, manche weniger, wie Kainda und Ryan und auch alle anderen Wandlerpaare. Eingebettet ist aber auf jeden Fall die Geschichte um Harken und Lee, wobei ich über Lee eindeutig noch gerne mehr erfahren hätte, mehr von dem Menschen, warum er so wurde und nicht von dem hasserfüllten, brutalen Wissenschaftler, der wieder einmal über Leichen geht, um Forschungsergebnisse zu bekommen. Humor schimmerte auch immer wieder durch und es war einfach schön, in die bekannte Familie eintauchen zu können.
Eigentlich die geheime Wunderwaffe, die Harken durch seine Fähigkeit, sich unsichtbar machen zu können, wurde, wird er jetzt endlich vermenschlicht. Seine Geschichte ist leidvoll, seine Motive verständlich. Dadurch wird er entmystifiziert und dem Leser näher gebracht, man versteht ihn und kann seine Gefühle nachvollziehen. Indem man seine Besonderheiten verstehen lernt, wird er zu einem Menschen mit all seinen Hoffnungen und Träumen. Mit Mia verbindet ihn noch eine offene Liebesgeschichte, die beiden hatten sich wohl gefunden, konnten aber noch nicht zusammen sein. Erst muss Lee aus dem Weg geräumt werden, hinter dem ja nun mittlerweile alle her sind - mit vereinten Kräften sollte es doch wohl zu schaffen sein.
Geiselnahme und Jägerangriffe, es wird noch einmal richtig spannend bei den Wandlern. Werden alle überleben? Ohne zuviel preiszugeben gibt es schon ein paar höchst amüsante Verletzungen, besonders der Pfeil im Schwanz hat mir gefallen. Weniger gut gefallen hat mir Coyles unangebrachte Eifersucht, die passte einfach nicht zu ihm und war zu dem Zeitpunkt auch höchst unangemessen. Ansonsten gibt es aber wenig Negatives anzumerken, Michelle ist ein würdevolles Finale gelungen, in dem viele noch offene Fragen geklärt werden. Ihr ist es auch gelungen, wirklich alle mitspielen zu lassen, wenn manche auch nur erwähnt werden, so haben doch viele ihre eigenen Szenen, die vielleicht nicht unbedingt die Geschichte an sich vorantreiben, aber ein entzückendes Beiwerk sind.
Das Ende hat mir gut gefallen, wenn es auch auf einmal recht schnell ging, das war dann wieder verblüffend. Die Serie an sich hat einen guten Abschluss gefunden, dadurch, dass es keine neue Story gab wirkte sie nun auch ausgereizt. Lose Fäden aus den vergangenen Bänden wurden verknüpft, aber innovativ Neues gab es diesmal nicht. Die Konzentration war eindeutig bei den Wandlern - es brauchte auch keine neue Geschichte, die alte wurde formvollendet zu Ende gebracht. Ich danke Michelle für viele Stunden Lesegenuss mit außergewöhnlichen Charakteren, die man einfach lieben muss, neuen, innovativen Ideen und viel Humor, der immer wieder durch die Zeilen blitzt. Danke, dass du keinen vergessen hast und obwohl sie den Lesern ans Herz gewachsen sind, können wir sie nun in die Wildnis entlassen und sie in Ruhe ihr Leben leben lassen. Vielleicht gibt es ja in einigen Jahren Neuigkeiten, die du uns unbedingt mitteilen möchtest - die Hoffnung stirbt zuletzt. Ansonsten freuen wir uns aber auch über die weiteren Hunters und die neue Serie, die es ja auch schon bald gibt.