Aus der Amazon.de-Redaktion
Trent Reznor macht mal wieder, was er will. Mit einer großen Plattenfirma hat der amerikanische Großmeister des Industrial-Rock gebrochen, um sich als nun als Indie alle musikalischen Freiheiten zu gewähren. Und diese schöpft der Mastermind der Nine Inch Nails auf Ghosts I-IV bis zur Neige aus, allerdings nicht in der Form, wie man es von ihm gewohnt. Anstatt wütendem Gesang gibt es Instrumentalmusik, die krachenden Rhythmen wurden an die Leine genommen und den Gitarren Jaulverbot aufgelegt. Weitgehend jedenfalls, denn Ghosts I-IV ist nach Reznors ein Soundtrack zu Tagträumen. Der Mann muss ein merkwürdiges Gemüt haben, denn neben vielen sehr anmutigen Ambient-Stücken, Pianoklängen a la Erik Satie Elektronika, Tribal-Beats und auch Dub kriecht durch immer eine alptraumhafte Düsternis durch die Stücke, die keine Songs sind. Reznor fertigte die 36 stimmungsvollen Tracks über einen längeren Zeitraum wie Skizzen an, die nicht ausformuliert und in eine stringente Reihe wurden und damit geisterhaft bleiben. --Sven Niechziol
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Konzeptalben sind entweder total verschwurbelter Kram oder perfekt abgestimmte Soundromane. Beim neuesten Werk von Nine Inch Nails kann man sich jedoch nicht entscheiden, auf welchem Trip Trent Reznor momentan ist. Das Doppelalbum "Ghosts I-IV" unterteilt sich in 36 Instrumentalstücke, teils psychedelisch, teils sphärisch, aber auch sperrig drängend und aggressiv. Düsterer Industrial kollaboriert mit melancholischen Klavierstücken, die in extrem reduzierte, gleitende Tonkollagen zerfließen. Beileibe nichts, das bald in irgendwelchen Clubs zu hören sein dürfte. Und auch zum bloßen Nebenherhören sind die Soundlandschaften nicht geeignet - im Gegenteil: sie verlangen Aufmerksamkeit und ernsthafte Beschäftigung. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Reznor das Album im Eigenvertrieb herausbringt. Doch so sperrig "Ghosts" auch sein mag: Die Fans rennen ihm bereits die Bude ein und legen den Downloadbereich auf der NIN-Homepage lahm. Könnte ja sein, dass bis zum nächsten Album mal wieder fünf Jahre vergehen. (es)
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GHOSTS I - IV DIG