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Ghosts: 3 leicht inkorrekte Vorträge
 
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Ghosts: 3 leicht inkorrekte Vorträge [Taschenbuch]

Klaus Theweleit
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Stroemfeld (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3878777442
  • ISBN-13: 978-3878777441
  • Größe und/oder Gewicht: 20,7 x 13,6 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 693.152 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Klaus Theweleit
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Herausgegeben zum 20. Jahrestag des "Deutschen Herbst" im Jahr 1997, sind Klaus Theweleits drei leicht inkorrekt Vorträge persönlich gefärbte Einmischungen in die Nachkriegsgeschichte. Drei Themen -- das "Geschichtskonglomerat" RAF, der Mythos von der befreienden Sexualität und Massenphänomene -- behandelt der Freiburger Soziologe hier. Wie in den meisten Werken des "Freestyle-Denkers" (S. Löffler) und Vielpublizisten, von dem zuletzt zwei Bände der vierteiligen Diskursgeschichte PO-CA-HON-TAS erschienen, stehen auch hier Theweleits Betrachtungen unter dem Motiv der "Befreiung von der Last der Eltern", seine Metapher für die Bewältigung des Dritten Reichs.

Es beginnt mit einer Geschichte der RAF aus der Sicht eines Enttäuschten -- enttäuscht ist Theweleit vom "abstrakten Radikalismus" der RAF, in der der 68er-Aktivist denselben "Elternterror" am Werk sieht, der zu Beginn der gemeinsamen Studentenproteste als "politisches Horrorsyndrom" verflucht war.

Im zweiten Vortrag "Salzen und Entsalzen. Wechsel in den sexuellen Phantasien einer Generation" beschreibt Theweleit die "Politisierung des Sexuellen nach '68 als "Riss" in der Geschichte: Sex ist die Transformation der Todeszeichen der nationalsozialistischen Vergangenheit (was T. besonders im ersten Teil des Pocahontas-Komplexes beschäftigt), Sex ist die "Rettung"; denn "von den Eltern wird nichts angenommen".

Zuletzt geht es um "Canettis Masse-Begriff", den Theweleit durch den Begriff der Serie abgelöst sieht. Ausgehend von der Frage nach dem Ausbleiben einer Arbeitslosenrevolte beschreibt Theweleit, wie das Prinzip der Masse heute als medial vermittelte Serie wiederkehrt: als Love Parade, als Volks-Hysterie um den Tod einer englischen Prinzessin. Zum Schluss bekennt Theweleit, ein wenig wehmütig, ein wenig im Ton der Gereiztheit, den das ganze Buch durchzieht: "Ich mag das Serielle "im Prinzip" -- "liebe" wäre zuviel gesagt; geliebt habe ich das Aufblühn des Individuums in der Masse...". --Nikolaus Stemmer

Neue Zürcher Zeitung

Hinweise auf Bücher

Gespenster vertreiben

ujw. Was war «1968»? Ein Sprachenkonglomerat, meint Klaus Theweleit: «aktionistische, happeninghafte Sprachen, wissenschaftliche, pädagogische, besserwisserische, überfahrende, berauschte, klatschhafte, verzehrende, selbstdarstellerische, paranoische, narzisstische Sprachen». Sie hätten «zum erstenmal die Möglichkeit einer Verbindung eigenen Sprechens mit einem öffentlichen Raum» geschaffen. Anfang der siebziger Jahre sei es dann schon wieder vorbei gewesen mit der neuen Freiheit. Eine «grosse Reduktionsbewegung» habe Platz gegriffen; an ihrer Spitze: die «K»-Gruppen mit ihrem «Sandkastenstalinismus» und die «Rote Armee Fraktion», die den «Elternterror» gegen die aufmüpfige Generation, also gegen sich selbst, fortgesetzt habe. Gegen solche Selbstkasteiung und die Trockenlegung des Sprachsumpfes hat Klaus Theweleit schon mit seinen 1977 erschienenen «Männerphantasien» angeschrieben. Er tut es noch immer; sucht (mit drei «leicht inkorrekten Vorträgen») in einem vielstimmigen Wortschwall – einer Art öffentlicher Selbstanalyse – Verbindungen zur Psychophysik des Kollektivs. (Neben dem «RAF-Gespenst» gilt das Interesse dem Wechsel in den sexuellen Phantasien einer Generation sowie dem «Verschwinden der Masse».) Nicht immer gelingt der Durchstich; wenn aber, dann bekommt man einen Vorgeschmack davon, was das heissen könnte: einen Gesellschaftskörper auf die Couch legen.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
lust auf analyse 16. Januar 2003
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die augenscheinliche lust, die th. beim hantieren mit zeitgeschichtlichen themen und psychoanalytisch - kulturwissenschaftlichen begriffen verspürt, überträgt sich nahtlos auf den leser. irgendwie ist diese stärke gleichzeitig auch die größte schäche des buches: der duktus des theatralischen erzählers (zweck des buches: vorträge im berlinder ensemble) dominiert streckenweise zu ungunsten scharfer analysen, zu denen er immer wieder ansetzt, dann aber oft kurzerhand zur nächsten spektakulären these springt. leichter und wohl kurzweiliger als andere publikationen von theweleit, man bekommt interessante sichtweise auf die persönlichen einflüsse, die hinter den bekannntermaßen scharfen und treffenden analysen von theweleit stehen, die man aus büchern wie "männerphantasien" oder "das buch der könige" kennt.
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