20 Kurzgeschichten. Schon das Vorwort hat mir einige laute Lacher entlockt. Selten noch las ich eine derart launige Einleitung, normalerweise ist das etwas zum Überblättern.
All-inclusive-Tours: Sparen ist geil! Die Story auch.
Hier ist dein Geschenk: Lange gelang es dem Autor, mich auf eine falsche Fährte zu locken. Auf die Lösung wäre ich auch auf der vorletzten Seite noch nicht gekommen. Spannend!
Souvenirs vom Sensenmann: Freddy Beagle hat einen seltsamen Beruf und ein noch eigenartigeres Hobby. Dadurch ist er auch so etwas wie ein Sachverständiger in Sachen glücklicher Unfälle, was ihm nicht ungelegen kommt. Schön böse.
Nachts in der Bourbon Street: Eine wirklich geniale, abgefahrene Vampirgeschichte, voll Leben und Action, nicht so blutleeres Teenie-Gesülze!
Bruderherz: Hier geht ein Mann einen höchst illegalen Weg, um an ein Herz für seinen todkranken Bruder zu kommen. Mit ungeahnten Konsequenzen. Der Horror lauert gleich um die Ecke.
Darf es ein bisschen mehr sein? Die Abrechnung mit einem fiesen Zahnarzt. Herrlich abgründig. Achtung vor etwaigen Nebenwirkungen: Beim Lesen könnten Sie Zahnschmerzen bekommen!
www.spider.com: Für Arachnophobiker ganz bestimmt nicht die geeignete Einschlaflektüre! Grauslich, gemein, vergnüglich.
Wir vom Sicherheitsdienst: Wenn man für seinen geistig minderbemittelten Cousin alles tut, damit der einen Job und ein gesichertes Einkommen hat und der Kretin lässt jede Dankbarkeit vermissen und bescheißt einen noch, was soll man mit dem Kerl tun? Ganz genau! Lässig.
Im Auftrag des Kardinals: Geniale Einleitung: Aber so war Wien nun mal im 17. Jahrhundert, während der großen Pestseuche ' ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. So alt schaut der Autor gar nicht aus! Eine weitere schaurig-schöne Vampirgeschichte.
Sonntagmorgen unter dem Viadukt: Dies ist die einzige politische Story von Andreas Gruber, die ich kenne. Gleichzeitig die einzige Geschichte, die mich nicht wirklich überzeugt hat. Wobei man sich gelegentlich wünschen würde, dass sie wahr wäre.
Gefallener Engel: Das kann man nicht beschreiben, das muss man selbst lesen. Wahnwitz.
Die lebenden Bücher von Arkham: Ein Detektiv wird Opfer seines Berufes und sitzt seit Jahren im Rollstuhl. Im Rückblick erinnert er sich daran wie es geschah. Tja, wer sich an Büchern vergreift, die auf dem Index stehen, braucht sich über gar nichts zu wundern!
Ghost Writer: Die titelgebende Geschichte. Für mich eine der besten im Buch. Aber ich hab halt eine Schwäche für Segelboote und Versagertypen '
Der Puppenmacher von Leipzig: Einzigartig und vielschichtig. Grandios die Beschreibung einer multiplen Persönlichkeit mit Dachschaden.
Bianca Monroe: Dennis Lehane lässt grüßen. Wer die Story gelesen hat, weiß was ich meine. Gefinkelt und irre.
Tief unten in Dudewater, Louisiana: Die erste Liebesgeschichte aus der spitzen Feder des Autors. Wenn auch eine mit Haken und Ösen. Sehr nett der Schluss, der zwei Optionen offen lässt.
Medusa: Die Geschichte, die ein Unbekannter Evelyn, der Reporterin des Time Magazin erzählt, ist so unglaubwürdig, dass sie nie jemand drucken wird. Und doch weiß sie, dass sie wahr sein könnte. Sie hat die Spuren im Hafen mit eigenen Augen gesehen.
Fünf: Als der Detektiv Schmollet seinem Auftraggeber Bericht erstatten will, wächst sich das zu einem wahren Albtraum aus. Denn der Auftraggeber hat vergessen, dass er Schmollet beauftragt hat und denkt, dass dieser ihn verfolgt. Starkes Ende!
Mesmeristische Experimente: Die Technik macht es möglich ' die Zukunft vorherzusagen. Gruselig, fantastisch, ungewöhnlich!
Zur Hölle mit Weihnachten: Da ich weder für Engerln noch für Teuferln besonders viel übrig habe, konnte mich diese Geschichte, die in der Hölle spielt, weniger begeistern.
Resümee:
Für Freunde des kleinen Horrors, der knisternden Spannung, des morbiden Humors und hinterlistiger Wendungen eine feine Lektüre. Vielleicht sollten Sie das Buch nicht nachts allein im Bett lesen! Wer weiß, was sonst passiert '