Enid (Thora Birch) und Rebecca (Scarlett Johansson) sind heilfroh: die High School haben sie (fast) hinter sich (wenn Enid nicht noch diesen blöden Sommerkunstkurs machen müsste), und ein Leben voll Unabhängigkeit liegt vor ihnen. Sie müssen nie wieder einen ihrer angepassten Mitschüler sehen und können ihren Traum von einem eigenen Appartment verwirklichen.
Für ihre Umwelt haben sie meist nur Zynismus übrig, und bei einem ihrer üblen Scherze machen sie die Bekanntschaft des Einzelgängers Seymour (Steve Buscemi). Wie sich herausstellen soll, eine Begegnung, die ihre zukünftigen Pläne durcheinander bringen wird: während Rebecca ihm sehr ablehnend gegenüber steht und lieber ihr Ziel von der eigenen Wohnung verwirklichen will, entwickelt Enid eine seltsame Zuneigung zu Seymour und versucht unter anderem, ihn endlich zu verkuppeln.
Doch dann merkt sie, dass sie sich damit nur einen Bärendienst erweist: Seymour findet tatsächlich eine neue Freundin, was ihr dann doch komischerweise eher unangenehm ist, und von Rebecca entfremdet sie sich immer mehr. Letzten Endes dauert es nicht mehr lange, bis Enid merkt, dass sie zwischen all diesen Menschen keinen Platz mehr hat.
In einer Zeit, in der der Markt mit billigen Teenagerklamotten überschwemmt wird, stechen Filme wie "Ghost World" angenehm aus der Masse hervor. Regisseur Terry Zwigloff schafft es nicht nur, die neue Situation, in der man sich nach dem Schulabschluss befindet, sehr gut wiederzugeben; es gelingt ihm dazu auch noch, kleine Seitenhiebe gegen die Gesellschaft der 50er-Jahre-Diners, Garagenmärkte und Großkinos zu schlagen.
Das Spiel von Thora Birch, Scarlett Johansson, Steve Buscemi und auch der Nebendarsteller ist hervorragend, und es gelingt ihnen, den Stimmungsumschwung von Zynismus zu Verzweiflung sehr glaubhaft werden zu lassen.
Wer ihn im Kino verpasst hat, sollte ihn zumindest auf DVD schauen.