Kevin Mitnick beschreibt in seinem Buch seinen Werdegang als der "Meistgesuchte Hacker" seiner Zeit. Dabei geht er auch detailliert auf die Wege ein, die er beschritten hat, um sich Zugang zu diversen Telefon- und Computersystemen zu beschaffen. Durch die Mitwirkung von William Simon liest sich das ganze sehr kurzweilig und die Beschreibungen werden auch nicht allzu technisch, so dass man dem ganzen auch dann folgen kann, wenn man sich mit der Materie Computer nicht zu tief beschäftigt hat. Die technischen Details halten sich auch deswegen in Grenzen, da Mitnicks "Spezialität" im Bereich "Social Enginieering" liegen, d.h. das Herauskitzeln von sensiblen Informationen von Mitarbeitern einer Firma. Diese Wege beschreibt Mitnick sehr detailliert, was es interessant, aber auch zeitweise erschreckend, macht, zu realisieren, wie simpel es letztendlich sein kann, an Firmengeheimnisse heranzukommen, unter anderem erhielt Mitnick auf diese Weise die Quellcodes diverser Betriebssysteme und Mobiltelefone. Die beschriebenen technischen Wege mögen alle inzwischen durch Korrekturen in der Software behoben sein, bei Menschen sind Updates in der Denkweise jedoch nur schwer möglich, so dass viele Wege auch heute noch große Chance haben, zu funkioneren.
Was das Buch nicht ist, ist ein Lehrbuch zum Thema Hacken. Dazu gibt es diverse andere Bücher, u.a. auch von Mitnick selbst ("Art of Deception", "Art of Intrusion"). Es ist aber ein interessanter Einblick in die Geschichte von Kevin Mitnick, einmal aus seiner eigenen Sicht heraus. Die Geschichte selbst wurde ja bereits von anderen aufgearbeitet ("The Cyberthief and the Samurai" oder "Takedown"), was einem natürlich auch einen Vergleich zwischen den einzelnen Perspektiven erlaubt.
Ein nettes Gimmick am Rande sind Cryptogramme am Anfang jedes einzelnen Kapitels, die sich jeweils auf den Inhalt desselben beziehen, so dass man neben dem Lesen noch ein bisschen was zu knobeln hat. Die Schwierigkeit der verwendeten Algorithmen ist verhältnismäßig einfach, hier lohnt sich es aber, sich im Vorfeld ein wenig mit dem Thema Cryptographie auseinandergesetzt zu haben; ein wenig Grundwissen zum Thema Kodierung in Datenübertragungen schadet auch nicht. Wer die Cryptogramme nicht lösen kann, verpasst aber auch nichts von der Geschichte.